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Angst vor gefährlicher Corona-Welle im Herbst? Holetschek stellt Fünf-Punkte-Plan für Bayern vor

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Von: Tanja Kipke

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Die Corona-Lage in Bayern hat sich weitestgehend entspannt. Die Zahlen sind rückläufig, die Maßnahmen aufgehoben. Holetschek hat bereits einen Plan für den Herbst.

München – Die Corona-Zahlen im Freistaat sind weiter im Sinkflug. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt am Freitag (20. Mai) bei 405,4. Das Schlimmste scheint vorerst vorbei zu sein, zumindest bis zum Herbst. Ob dann eine neue, gefährlichere Variante droht, kann niemand vorhersagen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnte jedoch davor. Bayern will daher vorsorgen. Mit einem Fünf-Punkte-Plan will Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) den Freistaat für eine mögliche neue Corona-Welle im Herbst wappnen.

Corona in Bayern: Holetschek will mit Fünf-Punkte-Plan Herbstwelle bekämpfen

„Im Falle einer neuen Pandemie-Welle muss es den bestmöglichen Schutz geben“, betonte Holetschek am Freitag anlässlich der Vorstellung seines Corona-Konzepts. „Es ist verständlich, wenn Bürgerinnen und Bürger sich angesichts der sinkenden Infektionszahlen auf mehr ‚Normalität‘ und eine Verschnaufpause in diesem Sommer freuen“, sagte Holetschek und betonte: „Unsere Vorsorge für den Herbst soll diese Freude nicht trüben, sondern im Gegenteil unterstützen.“ Bayern setze auf einen Dreiklang von Freiheit, Eigenverantwortung und Solidarität.

Holetschek will sich mit einem Fünf-Punkte-Plan für den Herbst wappnen. Diese Punkte beinhaltet sein Plan:

Das Kabinett habe in den vergangenen Wochen intensiv mit Experten aus Wissenschaft und Praxis sowie mit Oberbürgermeistern und Landräten darüber beraten, welche Schritte erforderlich seien, um den Freistaat für den Herbst zu rüsten. Diese setze man nun schrittweise um. „Zugleich treiben wir die Abstimmung erforderlicher Maßnahmen mit den anderen Bundesländern und mit der Bundesregierung weiter voran.“ Nötig sei ein klarer Rechtsrahmen des Bundes für Schutzmaßnahmen.

Corona-Frühwarnsystem soll kommen

Konkret plant Holetschek selbst, dass unter Leitung des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ein effizientes Frühwarnsystem eingerichtet wird. Das Projekt zur Sequenzierung von Coronavirus-Varianten soll ausgeweitet werden, ebenso das Netz ausgewählter Arztpraxen, die die Verbreitung von Atemwegsinfektionen beobachten. Und auch das Abwassermonitoring zum Corona-Nachweis soll ausgebaut werden. „Mit diesen drei Modulen haben wir ein breit aufgestelltes System zur Prognose des Infektionsgeschehens.“

Die Impfzentren sollen beibehalten werden und bei Bedarf rasch hochgefahren werden können. „Denn klar ist: Impfungen sind weiterhin der beste Schutz vor schweren Krankheitsverläufen“, sagte Holetschek. Rechtzeitig vor dem Herbst wolle man auch nochmals für die Impfung werben. Das Pandemiezentrallager zur Versorgung mit Schutzausrüstung und medizinischen Geräten soll weiter aufrechterhalten bleiben.

Corona in Bayern: Holetschek fordert kostenfreie Bürgertests auch nach Juni

Vom Bund fordert Holetschek, dass die Corona-Testverordnung „sinnvoll“ verlängert wird. „Präventive Testungen in Einrichtungen wie Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern, aber auch die Testungen bei einem Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus sind nach wie vor zentral, um das Infektionsgeschehen einzudämmen“, sagte er.

Zudem solle der Bund kostenfreie Bürgertests „zumindest für unsere Jüngsten und Ältesten über den Juni hinaus weiterhin ermöglichen“. Zudem müsse sichergestellt sein, dass sich auch bei einer neuen Pandemiewelle die Menschen bei Symptomen rasch und niederschwellig testen lassen könnten. „Daher sollte der Bund die Finanzierung kombinierter Test- und Impfzentren sicherstellen“, forderte er.

Die Krankenhaus- und Pflegekapazitäten will Holetschek stärken - und das System der sogenannten Krankenhauskoordinatoren künftig auch unabhängig von der Ausrufung des Katastrophenfalls fortführen. Zudem will er die Arbeit der den Gesundheitsämtern zur Verfügung gestellten Contact-Tracing-Kräfte bis mindestens Mitte 2023 verlängern. (tkip/dpa)

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