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Dramatische Corona-Lage: München erwartet dunkles Szenario - „schlimmste Phase“ in ganz Bayern

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Von: Lucas Sauter-Orengo

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Intensivstation
Die pflegerische Leitung der Intensivstation und Intensivstationsarzt bei einem Corona-Patienten auf der Intensivstation. (Archivbild) © Daniel Vogl/dpa

Die Corona-Lage spitzt sich weiter zu. In München bereitet man sich aktuell auf die Triage vor, doch die Lage ist in ganz Bayern dramatisch.

München - Die Lage in bayerischen Krankenhäusern ist nach Einschätzung der Krankenhausgesellschaft in der vierten Corona-Welle so kritisch wie noch nie in der Pandemie. Bislang könnten Intensivpatienten zwar noch innerhalb Bayerns verlegt werden, wenn vor Ort keine Betten frei seien - das werde aber nur noch „ein paar Tage“ möglich sein, warnte Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft in der Augsburger Allgemeinen.

Corona in Bayern: Münchner Kliniken bereiten sich auf Triage vor - Betten „per se nicht mehr frei“

In München bereite man sich aktuell gar auf Triage vor. Intensivbetten seien in der bayerischen Landeshauptstadt „per se nicht mehr frei“, so der Kliniken-Geschäftsführer Axel Fischer gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Die Inzidenz in Bayern stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag auf 625,3. Damit hat der Freistaat deutschlandweit die höchste Zahl von Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Die höchste Inzidenz Deutschlands hat weiter der Landkreis Rottal-Inn mit 1423,6. „Wir haben bislang versucht, innerhalb Bayerns zu verlegen, beispielsweise aus Schwaben über hundert Kilometer nach Unterfranken. Aber das geht vielleicht noch wenige Tage gut“, sagte Engehausen. Ohne harte Gegenmaßnahmen steige die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Bayern pro Woche um rund 30 Prozent - „sodass wir bald keine Chance mehr für Verlegungen innerhalb des Freistaats haben“.

Corona in Bayern: Patienten-Verlegung bald nicht mehr möglich - „Schlimmste Phase“

Auch das Verlegen von Patienten in Kliniken außerhalb Bayerns sei nicht leicht: „Der Weg nach Baden-Württemberg ist eigentlich bereits geschlossen, weil sich die Kliniken dort der bayerischen Situation annähern“, sagte Engehausen. „Ob wir in ein paar Wochen noch jemanden nach Hessen bringen können, wissen wir nicht. Nach Thüringen und Sachsen braucht man nicht zu fahren, und im Süden in Österreich ist die Lage nicht besser als bei uns.“ Die aktuelle Lage sei „so dramatisch, wie sie noch nie in der gesamten Pandemie-Zeit in Bayern war“, sagte Engehausen der Zeitung. „Sie übertrifft die bisher schlimmste Phase zwischen Weihnachten und Neujahr letzten Jahres.“

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