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Corona-Zahlen in München explodieren - doch Söder-Kabinett bleibt auf Lockerungs-Kurs

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Von: Tanja Kipke, Lukas Schierlinger

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Die Omikron-Welle schwappt auch über Bayern. München ist besonders betroffen. Der News-Ticker.

Update vom 19. Januar, 6.41 Uhr: Die Inzidenz in Bayern steigt weiter steil an. Am Mittwoch liegt sie bei 607,1 (Vortag: 576,3). Hotspot Nummer 1 bleibt die Stadt München (948,9; Vortag: 883,4) gefolgt von den Landkreisen Ebersberg (923,0), Miesbach (876,4) und Dachau (866,4).

Update vom 18. Januar, 18.34 Uhr: Die Corona-Zahlen in Deutschland und Bayern steigen rasant. Doch angesichts der neuen Omikron-Variante hatte Markus Söder einen neuen Kurs angekündigt. Folgen in der kommenden Woche - am Montag findet die nächste Bund-Länder-Runde statt - Lockerungen. „Wir sind optimistisch“ sagt Staatskanzleichef Florian Herrmann nach einer Kabinettssitzung am Montag. Omikron führe zu einer geringeren Belastung der Krankenhäuser - trotz hoher Infektionszahlen. Für die kommende Woche stellte er Lockerungen in Aussicht und wurde sogar konkret. Für einige Bereiche gebe es „klare Perspektiven“, wenn sich die Lage nicht verschlechtere. Als Beispiele nannte Herrmann erleichterte Zugangsregeln in der Jugendarbeit und Kapazitätserweiterungen bei Zuschauerzahlen im Sport und bei Kultur-Veranstaltungen. Eine Anhebung von derzeit 25 Prozent auf 50 Prozent sei etwa denkbar. Allerdings müsse man die Entwicklung bis zur nächsten Woche noch abwarten, so Herrmann.

Corona-Ansage von Söders Minister führt zu Aufschrei: „schäbig“, „unverständlich“

Update vom 18. Januar, 17. 29 Uhr: Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie ist in Bayerns Schulen viel Unterrichts-Stoff liegen geblieben. Auf diesen Umstand reagierte nun Kultusminister Michael Piazolo - und löste damit bei Lehrerverbänden Ärger aus. Nach einer Kabinettssitzung am Montag hatte Piazolo laut BR die Lehrer aufgerufen Schulaufgaben „mit Augenmaß“ anzusetzen. „Auf der einen Seite will man natürlich auch Leistungserhebungen, auf der anderen Seiten wollen wir in diesen Zeiten die Schülerinnen und Schüler nicht überfordern“, so Piazolo weiter.

Diese Aufforderung konterte nun die bayerische Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft gegenüber dem BR: „Der Druck an Schulen wird nicht von Lehrkräften erzeugt, sondern von der Unfähigkeit des Kultusministeriums, für angemessene Rahmenbedingungen zu sorgen“, so Martina Borgendale. Mit ihrem Einsatz seit Pandemie-Beginn hielten die Lehrer das Bildungssystem am Laufen und kaschierten so „massive Versäumnisse des Kultusministeriums“. Mit der neuen Aussage wälze Piazolo nun einmal mehr den Druck auf die Lehrer ab: „Das ist schäbig“, so Borgendale.

Auch der Bayerische Philologenverband kritisierte Piazolos Aussage, genauso, wie der Vorsitzende des Bayerischen Realschulverbands. Jürgen Böhm bezeichnete die Aussage als „unverständlich“.

Update vom 18. Januar: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Bayern geht weiter rasant nach oben. Die Gesundheitsämter im Freistaat haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 10.729 neue Corona-Fälle gemeldet, nach mehr als 8 200 am Vortag. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag damit am Dienstag bei 576,3, am Montag hatte sie bei 551,5 gelegen, wie aus dem Zahlen hervorgeht, die das RKI am Dienstagmorgen auf seinem Dashboard veröffentlichte.

Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Corona gezählten Todesfälle im Freistaat stieg um 13 auf 2. 190. Die höchste Inzidenz wurde für die Stadt München berechnet. Sie lag in der Landeshauptstadt bei 883,4. Dahinter folgten die Landkreise Ebersberg (864,7) und Miesbach (844,5). Den niedrigsten Inzidenzwert in Bayern verzeichnete am Dienstag der Landkreis Coburg mit 172,1, gefolgt von den Kreisen Wunsiedel (225,1) und Kronach (245,6). Auf den Intensivstationen sank die Zahl der Corona-Patienten noch einmal leicht. Das Divi-Intensivregister meldete am Montag (Stand 7.15 Uhr) 399 Corona-Patienten auf Intensivstationen im Freistaat, das sind 6 weniger als noch am Montag. 238 von ihnen mussten invasiv beatmet werden.

Corona: Bayerische Regierung verschiebt Lockerungen - München-OB Reiter äußert Bedauern

Update vom 17. Januar, 16.23 Uhr: Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat für die Fortdauer der strikten Corona-Maßnahmen bei Kulturveranstaltungen kein Verständnis. „Ich hielte es für absolut vertretbar, zumindest die Zuschauerkapazität unserer Kultureinrichtungen bei den strengen Hygieneauflagen entsprechend zu erhöhen, um hier wenigstens für ein wenig Entlastung zu sorgen“, sagte Reiter am Montag in München. „Ich bedaure, dass es die Bayerische Staatsregierung versäumt hat, die Ungleichbehandlung von Kulturbetrieben und Gastronomie in Bezug auf die Corona-Maßnahmen zu beenden.“

Update vom 17. Januar, 12.49 Uhr: Die wichtigsten Erkenntnisse des heutigen Statements nun noch einmal im Überblick: Das bayerische Kabinett hat die angekündigten Entscheidungen über neue Hotspot-Regelungen, aber auch über gewisse Erleichterungen vertagt. Man habe aktuell weder Verschärfungen noch Lockerungen beschlossen, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU). Er stellte entsprechende Beschlüsse nun für kommende Woche in Aussicht.

Mögliche Corona-Lockerungen für Bayern: Söder-Minister nennt konkrete Beispiele

Es gebe derzeit noch keine klare Antwort auf die Frage, wie sich die schnell steigende Sieben-Tage-Inzidenz auf die Situation in den Kliniken auswirke. Deshalb wolle man die Entwicklung der Lage in dieser Woche noch einmal genau beobachten und dann gegebenenfalls kommende Woche Entscheidungen treffen. Für die nächste Woche gebe es in einigen Bereichen eine „klare Perspektive“, wenn sich die Lage nicht verschlechtere.

Als Beispiele für denkbare Lockerungen nannte Herrmann erleichterte Zugangsregelungen in der Jugendarbeit und Kapazitätserweiterungen bei den Zuschauerzahlen in Kultur und Sport. Die Regelung, wonach in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 1000 eigentlich viele Bereiche geschlossen werden müssten, bleibt laut Herrmann bis zur Kabinettsentscheidung darüber ausgesetzt

Update vom 17. Januar, 12.33 Uhr: Holetschek zur ausgesetzten Hotspot-Regel: „Die Regel war ein Stück weit die Möglichkeit, um strengere Maßnahmen einführen zu können.“ Diese Werte der 1000-er-Inzidenz aus der Delta-Welle könnten nicht einfach so auf Omikron übertragen werden. Daher sei es wichtig, diese Woche nochmal auszusetzen und im „Lichte neuer Daten“ nochmal darüber zu diskutieren.

Update vom 17. Januar, 12.30 Uhr: Zu den PCR-Test-Möglichkeiten sagt Holetschek, man werde am Montag in der MPK auch über eine Priorisierung der Tests diskutieren.

Update vom 17. Januar, 12.19 Uhr: Zum Schluss der Pressekonferenz hat Klaus Holetschek das Wort. „Omikron trifft auf die Maßnahmen, die bei Delta schon da waren“, so Holetschek. Der Minister ist froh, dass man sich diese Woche nochmal Zeit nimmt, um die Lage zu beobachten. Er unterstütze aber „ausdrücklich“ die Lockerungen, die man in der nächsten Woche beschließen will. Er halte aber nichts davon, die 2G-Regel abzuschaffen und stattdessen 3G einzuführen.

Laut Holetschek „muss die allgemeine Impfpflicht“ kommen. „Wir brauchen unmittelbar und schnelle Signale aus Berlin“. Er fordert die Regierung in dieser Hinsicht zum Handeln auf.

Update vom 17. Januar, 12.11 Uhr: Nun spricht Michael Piazolo. „In dieser Woche sind die Zahlen noch nicht so klar“, sagt Piazolo. In der nächsten Woche werde man Entscheidungen treffen können und die gewünschten Lockerungen bestimmter Branchen umsetzten. Der Schulbeginn nach den Weihnachtsferien sei reibungslos verlaufen. „Der Präsenzunterricht wurde von vielen begrüßt“. Auch geimpfte Schüler müssen einen negativen Test vorweisen. 3,2 Prozent der Pooltests seien am ersten Schultag positiv gewesen. „Wir werden sehen, wie es sich in nächster Zeit entwickelt“, so Piazolo. Die Quarantäneregeln haben sich in der letzten Woche geändert. Nach fünf Tagen können sich Schüler und Schülerinnen nun freitesten. Das Programm der mobilen Luftreiniger habe man nochmals verlängert. „Über 70 Prozent der Klassenräume verfügen über einen Luftreiniger“.

Corona-Lage in Bayern: Söder-Minister kündigt Lockerungen für kommende Woche an

Update vom 17. Januar, 12.08 Uhr: Die Belastungen in bestimmten Bereichen, wie zum Beispiel der Jugendarbeit, seien momentan sehr hoch, das wisse man, so Herrmann. Sobald es die Corona-Lage erlaubt, wolle man in bestimmten Bereichen Lockerungen vornehmen. Man wolle bei der Jugendarbeit dann 3G einführen. Im Kulturbereich wolle man die Kapazitätsbeschränkung lockern. „Von 25 Prozent auf 50 Prozent.“ Bereits in der nächsten Woche könnten diese Lockerungen greifen.

Update vom 17. Januar, 12.05 Uhr: Weder Verschärfungen, noch Lockerungen werden diese Woche für den Freistaat kommen, sagt Herrmann. Man wolle ein „Hü und Hott“ in der Strategie vermeiden. Es bleibt erstmal bei der aktuellen Rechtslage. Die Aussetzung der Hotspot-Regel bleibt weiterhin bestehen. Man werde in der nächsten Woche die Lage nochmal neu bewerten.

Update vom 17. Januar, 12.04 Uhr: Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in den Krankenhäusern sinkt weiter. Bei den zu behandelnden Patienten in den Kliniken sei allerdings ein leichter Anstieg zu verzeichnen. „Eine etwas unklare Lage, was die Hospitalisierung betrifft“, so Herrmann. Die Zahlen habe man in der heutigen Sitzung bewertet. Es gebe derzeit keine klare Antwort auf die Frage, wie sich die Infektionszahlen auf die Hospitalisierungsrate auswirken werden. Das Fazit sei im Kabinett daher gewesen, man werde keine Änderungen an den Beschränkungen vornehmen.

Update vom 17. Januar, 12 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt pünktlich. Zuerst hat Florian Herrmann das Wort. Die „besorgniserregende“ Corona-Entwicklung hat sich weiter fortgesetzt, so der Minister. Die Neuinfektionen steigen nach wie vor stark an. Sechs Todesfälle habe es heute in Bayern gegeben. Mittlerweile habe man 22 Landkreise und kreisfreie Städte, die eine Inzidenz von 600 aufweisen. „Omikron ist dabei die beherrschende Variante“, sagt Herrmann. Mehr als 75 Prozent der Varianten-Proben seien der neue Mutation zuzuweisen.

Update vom 17. Januar, 11.53 Uhr: In wenigen Minuten treten Kultusminister Michael Piazolo, Staatskanzleichef Florian Herrmann sowie der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek vor die Presse, um die Ergebnisse der Kabinettssitzung bekannt zu geben. Die Pressekonferenz können Sie hier live mitverfolgen.

Erstmeldung vom 17. Januar, 10 Uhr: München - Die Corona-Inzidenz ist in Bayern am Montag (17. Januar) erneut gestiegen. Die Gesundheitsämter im Freistaat haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages mehr als 8200 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Corona gezählten Todesfälle im Freistaat stieg um 7 auf 20.177. Montags sind die Zahlen in der Regel niedriger, weil über das Wochenende weniger getestet und gemeldet wird.

Corona-Zahlen in München weiter gestiegen, aber neuer Bayern-Hotspot

Als freistaatweiter Corona-Hotspot wurde München (859,7; 829,4 am Vortag) verdrängt. Ingolstadt (866,0) hat sich inzwischen an die Spitze des unangenehmen Tableaus gesetzt.

Auf den Intensivstationen sank die Zahl der Corona-Patienten weiter. Das Divi-Intensivregister meldete am Montag (Stand 7.05 Uhr) 405 Corona-Patienten auf Intensivstationen im Freistaat, das sind 3 weniger als noch am Sonntag. 245 von ihnen mussten invasiv beatmet werden.

Corona-Lockerungen für Bayern? Pressekonferenz heute live

Unter diesen Voraussetzungen tagt ab 10 Uhr das bayerische Kabinett. In einer Pressekonferenz will Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) die Ergebnisse mitteilen, wir berichten ab 12 Uhr im Live-Ticker.

Druck kommt vor allem vom Team Lockerung. „Im gesamten Kulturbereich sind dringend sinnvolle Verbesserungen möglich und erforderlich: Bei 2G plus und Maske sowie Einhaltung von geeigneten Abständen wollen wir wieder 50 Prozent der Zuschauerinnen und Zuschauer zulassen“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Ruth Waldmann. Der Bayerische Musikrat drängt sogar auf eine Auslastung bei Kulturveranstaltungen bis maximal 75 Prozent - bisher sind nur 25 Prozent erlaubt.

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