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Corona in Bayern: Inzidenz-Entwicklung lässt aufhorchen - doch RKI hat wichtigen Hinweis

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Von: Thomas Eldersch

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Die Corona-Inzidenz und die Infektionen sind an Weihnachten in Bayern stark zurückgegangen.
Die Corona-Inzidenz und die Infektionen sind an Weihnachten in Bayern stark zurückgegangen. © Christophe Gateau/dpa

Infektionszahlen und Inzidenzen gehen in Bayern runter. Söder holt derweil zum Rundumschlag gegen das RKI, die Stiko und Karl Lauterbach aus. Der News-Ticker.

Update vom 26. Dezember, 13.12 Uhr: Der Corona-Inzidenzwert ist in Bayern über die Feiertage weiter gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Sonntag (Stand 3.27 Uhr) für den Freistaat einen Sieben-Tage-Wert von 192,7 - die Zahl lag damit unter dem Bundesschnitt von 220,7. Vor den Feiertagen hatte die Inzidenz in Bayern noch bei knapp 250 gelegen.

Corona in Bayern: Inzidenz sinkt deutlich - doch RKI gibt wichtigen Hinweis

Das RKI wies allerdings darauf hin, dass während der Feiertage wegen einer geringeren Test- und Meldeaktivität die Daten nur ein unvollständiges Bild der Lage geben könnten. In den bayerischen Kliniken wurden am Sonntag (Stand 11.05 Uhr) laut dem bundesweiten Intensivregister Divi 743 Corona-Patienten auf Intensivstationen behandelt, 461 wurden invasiv beatmet. Insgesamt waren an den 198 Krankenhausstandorten 258 Covid-spezifische Intensivbetten unbelegt.

Update vom 25. Dezember, 15.07 Uhr: Ministerpräsident Markus Söder holt in der Welt am Sonntag (WamS) erneut zum Rundumschlag aus - zeigt aber auch Selbstreflexion. „Ich habe die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, überschätzt und den Glauben an Verschwörungstheorien unterschätzt.“ Dennoch gehe der bayerische Landeschef nicht davon aus, dass die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht die Gräben noch tiefer ziehen werde. Im Gegenteil: „Eine Impfpflicht wird die Spaltung der Gesellschaft eher überwinden als vertiefen.“ Die Pflichtimpfung würde eher Vorteile abbauen, als schüren, so Söder in der WamS weiter. Viele Menschen würden feststellen, dass sie gar nicht so schlimm sei - sie sogar schütze und Freiheiten zurückgebe.

Weiter forderte der CSU-Chef das RKI auf, eine Strategie gegen die sich verbreitende Omikron-Variante zu entwickeln. „Die aktuell gültigen Quarantäne-Regeln bedürfen mit Blick auf eine mögliche explosionsartige Verbreitung von Omikron einer Überarbeitung. Wir können nicht das ganze Land in Quarantäne schicken.“ Als Vorschlag brachte er die Einführung der FFP2-Maskenpflicht in ganz Deutschland ein. Und an das Bundesgesundheitsministerium gerichtet: „Ich erhoffe mir von den Experten und dem Bundesgesundheitsminister auch eine Klärung, wie es mit den Genesenen weitergehen soll. Wann sollen sie geboostert werden? Wann braucht es keine Quarantäne? Es gibt derzeit noch viele Fragen und zu wenige Antworten.“

Zum Schluss seines Interviews mit der WamS bekam auch die Ständige Impfkommission (Stiko) erneut ihr Fett ab. „Die Kinder-Impfungen wurden nicht zuletzt durch voreilige Beiträge der Ständigen Impfkommission erschwert. Die Stiko hinkt leider der tatsächlichen Entwicklung oft hinterher. Erst war Boostern nicht so wichtig, dann nur für die über 70-Jährigen, dann nach sechs Monaten, dann für einige nach fünf und jetzt nach drei Monaten. Das verunsichert viele. Dass Stiko-Chef Thomas Mertens dann vor der Entscheidung zu den Kinder-Impfungen selbst erklärte, er würde seine Kinder aktuell nicht impfen lassen, war mehr als unglücklich“, teilte Söder aus.

Corona in München: Holetschek spricht von möglichen Strafen nach der Einführung der Impfpflicht

Update vom 25. Dezember, 14.30 Uhr: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) ist in Sachen allgemeiner Impfpflicht noch einen Schritt weiter gegangen. Nicht nur, dass der CSU-Politiker erneut die Bundesregierung aufgefordert hat, im neuen Jahr zügig an die Umsetzung eben dieser zu gehen. Er bringt bereits mögliche Strafen bei Verstößen dagegen ins Spiel. Es sollen nicht nur Bußgelder verhängt, sondern auch finanzielle Nachteile bei der Krankenversicherung möglich sein. „Wir sollten zusätzlich auch prüfen, ob Malusregelungen im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung möglich und sinnvoll wären“, sagte der amtierende Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland laut Mitteilung vom Samstag. „Denn das Risiko für Ungeimpfte, an Corona schwer zu erkranken, ist deutlich erhöht.“

Holetschek nannte keine Präferenzen. Infrage kämen unter anderem höhere Krankenkassenbeiträge für Ungeimpfte, eine Beteiligung an den Behandlungskosten oder die Streichung des Krankengelds. Die beiden letztgenannten Möglichkeiten sind demnach bereits gesetzlich geregelt - etwa bei Folgebehandlungen aufgrund von Komplikationen bei Schönheitsoperationen, Tattoos oder Piercings.

Update vom 25. Dezember, 10.18 Uhr: Die aktuellen Zahlen des RKI weisen erneut auf einen starken Rückgang der Corona-Infizierten hin. Sie sind allerdings auch mit Vorsicht zu genießen, da an den Feiertagen häufig „mit einer geringeren Test- und Meldeaktivität zu rechnen ist“. Demnach haben sich in den vergangenen 24 Stunden 3226 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Inzidenz sank auf 210,7 (Vortag: 229,1). In Deutschland liegt der Wert bei 242,9. 19 Menschen sind seit Heiligabend an oder mit Covid-19 gestorben.

Die höchste Inzidenz weist am ersten Weihnachtsfeiertag der Landkreis Dillingen an der Donau aus, mit 414,7. In der Landeshauptstadt München liegt der Wert bei 179,3 (Vortag: 198,8). Die niedrigste Inzidenz in Bayern wird aus der Stadt Augsburg gemeldet. Die Inzidenz liegt hier bei 125,7.

Corona in München: Bislang ist Covid-19 kein Dienstunfall bei Polizisten

Dort - genauer gesagt am Verwaltungsgericht Augsburg - wurde im Oktober ein Fall behandelt, der in den Kreisen der Polizei immer noch die Gemüter erhitzt. Hier wurde in einem konkreten Fall einem Polizisten eine Corona-Erkrankung als Dienstunfall attestiert. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. Andere Polizisten, die nach einer Ansteckung mit Corona, ebenfalls einen Dienstunfall geltend machen wollten, wurden bislang alle abgelehnt.

Erstmeldung vom 24. Dezember: München - Die Corona-Lage entspannt sich in Bayern kurz vor den Weihnachtsfeiertagen weiter. Die Zahl der Neuinfektionen ist stark zurückgegangen. Mit der Virusvariante Omikron droht aber bereits neues Unheil. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) spricht sich deshalb, wie auch Parteichef und Ministerpräsident Markus Söder (CSU), für die baldige Wiedereinführung der epidemischen Notlage aus. Auch ein früheres Treffen der Bund-Länder-Runde bringt der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz ins Spiel.

Corona in Bayern: Zahl der Neuinfektionen sinkt deutlich

Zunächst aber pünktlich zum Fest die guten Nachrichten. Die Inzidenz im Freistaat ist erneut gesunken. Von Donnerstag auf Freitag machte sie noch einmal einen größeren Satz. Lag der Wert am 23. Dezember laut Robert-Koch-Institut (RKI) noch bei 246, sank er an Heiligabend auf 229,1. Die Infektionszahlen gehen ebenfalls zurück. Am Freitag sind es noch 4379 Neuinfektionen. Das RKI gibt aber zu bedenken, dass sich die Meldung der Daten im Zusammenhang mit Weihnachten verzögern kann. In den vergangenen 24 Stunden sind 68 Menschen an oder mit Covid-19 verstorben. Damit steigt die Zahl der Corona-Toten seit Beginn der Pandemie in Bayern auf 19.359. Die Stadt Coburg meldete die höchste Inzidenz mit 516,6. Die Landeshauptstadt München ist unter die 200er-Grenze gerutscht und liegt bei 198,8.

Die leichte Entspannung der Corona-Lage im Moment ist nur von kurzer Dauer. Da sind sich viele Politiker und Experten einig. Denn auch in Deutschland steigt die Zahl der Omikron-Fälle immer weiter an. Am Donnerstag wurde der erste Tote gemeldet, bei dem die Virusmutante nachgewiesen werden konnte. Vor diesem Hintergrund betonte Gesundheitsminister Holetschek gegenüber der Rheinischen Post noch einmal, dass er für eine Wiedereinführung der epidemischen Notlage sei. „Ich halte es für einen großen Fehler, dass der Bund die epidemische Notlage hat auslaufen lassen. Falls sich die Befürchtungen der Wissenschaftler in Bezug auf Omikron bewahrheiten, brauchen wir alle Werkzeuge aus unserem Werkzeugkasten“, so der CSU-Politiker.

Corona in Bayern: Holetschek spricht sich für eine frühere MPK aus

Außerdem befürchtet Holetschek eine erneute Be- und möglicherweise Überlastung des Gesundheitssystems. „Und wenn wir eins in der Pandemie gelernt haben, dann, dass wir nichts ausschließen dürfen“, betonte er gegenüber der Zeitung. Zugleich forderte Holetschek, die bisher für den 7. Januar angesetzte nächste Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) vorzuziehen. „Ich plädiere im Übrigen dafür, dass sich die MPK schon vor dem 7. Januar trifft, um die Lage erneut zu bewerten“, sagte er. „Wir sind in einer volatilen Phase der Pandemie - und das Virus hält sich nicht an Feiertage“, betonte der CSU-Politiker. Er plädierte auch für eine schnelle Einführung der allgemeinen Impfpflicht. „Wir dürfen uns kein Zögern erlauben“, sagte Holetschek. (tel mit afp)

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