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Bayern-Sonderweg nach Corona-Gipfel: Söder will nachschärfen - „de facto Lockdown für Ungeimpfte“

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Von: Tanja Kipke, Lucas Sauter-Orengo, Lukas Schierlinger

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Muss Bayern erneut in den Corona-Lockdown? Ministerpräsident Söder hat sich geäußert. In München gilt eine neue Alarmstufe. Alle News im Ticker.

+++ Dieser News-Ticker ist beendet. Über die weiteren Corona-Entwicklungen im Freistaat halten wir Sie in diesem News-Ticker für Bayern auf dem Laufenden. +++

Update vom 18. November, 19.50 Uhr: Markus Söder hält das beschlossene Infektionsschutzgesetz für „nicht ausreichend.“ Die Ampel habe ihren Gesetzentwurf zwar verbessert. Es seien aber dennoch Systembrüche im Gesetz: „Theater sollen schließen, aber Gastro nicht“, so Söder live im ZDF. Für die nächsten drei Wochen werde man für Bayern daher nochmal ein Paket mit neuen Maßnahmen schnüren (siehe voriges Update). Ob diese Regeln dann ausreichen werden? „Ich bin skeptisch. Wir werden es sehen“, sagt Söder.

Update vom 18. November, 19.15 Uhr: In einem Pressestatement nach dem Corona-Gipfel versprach Markus Söder neue Corona-Regeln für Bayern. Direkt am morgigen Freitag (19. November) wird sich das Kabinett zusammensetzen und alle Möglichkeiten im Rahmen der Gesetze ausschöpfen. „Es werde sich de facto um einen Lockdown für Ungeimpfte handeln“, sagte Söder. Die Regeln sollen dann spätestens Mitte nächster Woche in Kraft treten. Vor allem Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte und eine Personen-Obergrenze für Veranstaltungen werden wohl kommen.

Er kritisierte zudem das beschlossene Infektionsschutzgesetz scharf und bezeichnete es als „nicht ausreichend“. Auf einige wichtige Punkte habe man sich in der MPK dennoch einigen können, wie zum Beispiel einen Pflegeboni, eine flächendeckende 2G-Regel und eine teilweise Impfpflicht. Eine Übersicht der Beschlüssen finden Sie hier.

Corona-Gipfel: Söders Pressestatement nach der MPK zum Nachlesen

18.43 Uhr: Nicht verfassungsgemäß sei eine komplette Einschränkung von Geimpften, so Söder. Man werde nach dem alten und neuen Gesetz überlegen, wo man überall an Regeln nachbessern könne. Dem Gesetz des Bundes habe man zwar zugestimmt, allerdings habe man auch Nachbesserungen gefordert. „Impfpflichten ausweiten und das Booster verstärken“, sei laut Söder von besonderer Wichtigkeit. Zudem habe man einen Pflegebonus von Bundesseite beschlossen. Damit endet das Pressestatement des Ministerpräsidenten.

18.37 Uhr: Bayern habe bisher eine besonders niedrige Impfquote. Viele Menschen seien schlicht genervt von der Situation. Man müsse daher auf Geimpfte Rücksicht nehmen- „Wir werden alles prüfen, was möglich ist“, erklärt Söder. Der Grundsatz sei klar: Verschärfung der Regeln. Kontakte reduzieren und eine Obergrenze bei Veranstaltungen seien oberste Ziele. Dadurch wolle man Pfleger und Intensivmediziner entlasten. „Der Dezember wird ein schwerer Monat“, erklärt der CSU-Boss. Nicht jeder ht die Eigenverantwortung in dieser Situation verstanden, wie Söder betont. Bayern werde einen Zahn zulegen. Man sei auch in enger Abstimmung mit den Kollegen aus Sachsen. „Wegducken“ sei keine Option, zu hoffen, es gehe einfach vorbei, sei naiv.

Söder verspricht Regelverschärfung für Bayern: „De-facto-Lockdown für Ungeimpfte“ komme

18.34 Uhr: Laut Söder werde bei den Maßnahmen nachgebessert werden müssen. Der aktuelle Stand sei aber besser als nichts. Das Gesetz werde man unterstützen, weil es eine Grundlage im Kampf gegen die Pandemie ist. Bayen wird sofort reagieren und man wolle rechtlich versuchen, alles auszuschöpfen, was möglich ist. Bereits morgen treffe man sich in einer Kabinettssitzung und werde neue Maßnahmen beschließen. Auch solle man darüber sprechen, wie man das Tempo beim Booster erhöhen könne. Bis spätestens Mitte nächster Woche werden die neuen Maßnahmen dann greifen. „Es werde sich de facto um einen Lockdown für Ungeimpfte handeln“, verspricht der Ministerpräsident.

18.29 Uhr: Es brauche einen „Wellenbrecher“, erklärt Söder in seinem Statement. Das neue Infektionsschutzgesetz sei ohne Mitsprache der Länder entschieden worden. In der Zeit von Angela Merkel sei dies anders gehandhabt worden, so Söder. „Ich bin der festen Überzeugung, das Gesetz, das heute beschlossen wurde, ist der Lage nicht angemessen“, sagt der CSU-Boss. Die Lage werde täglich schlechter, die Zahl der Infektionen erhöhe sich.

18.27 Uhr: Nach den Bund-Länder-Beratungen äußert sich nun Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zur Lage und den Beschlüssen.

Update vom 18. November, 17.26 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich noch einmal klar positioniert: „Wir brauchen flächendeckend 2G und in der Arbeit 3G, Auffrischungsimpfungen nach fünf Monaten und einen Pflegebonus“, lässt er via Twitter verkünden. Die heutige Zusammenkunft der MPK würde ohne Zweifel „in ernsten Zeiten“ stattfinden. Zudem hat er einen wichtigen Appell: „Lassen Sie sich daher bitte impfen. Nur Impfen hilft.“ Im Anschluss an den Corona-Gipfel gibt Söder ein Pressestatement. Dieses können Sie hier live mitverfolgen.

Corona in Bayern: Dramatische Zahlen - Infektionen gehen rasant nach oben

Update vom 18. November, 16.13 Uhr: Der Corona-Gipfel in Berlin läuft. Schon jetzt sind erste Beschlüsse, wie die Einigung über einen neuen Grenzwert, bekannt geworden. Wie Daniel Cremer, Redaktionsleiter von BILD Bayern, via Twitter berichtet, soll CSU-Chef Markus Söder während des Gipfels einen schnellen Lockdown für Ungeimpfte gefordert haben, sowie „rasch eine partielle Impfpflicht.“ Diese solle „weiter gefasst sein, als zu eng,“ zitiert Cremer den Ministerpräsidenten Bayerns weiter.

Update vom 18. November, 15.30 Uhr: Immer mehr ungeimpfte Menschen in Bayern infizieren sich mit den Coronavirus. Die Inzidenz unter Ungeimpften ist nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom Donnerstag auf 1468,9 gestiegen. Das ist ein Plus von mehr als 500 auf Wochensicht. Unter vollständig Geimpften liegt die Inzidenz der Behörde zufolge mit 109,7 sehr viel niedriger und wuchs mit einem Plus von rund 12 auch sehr viel langsamer.

Die durchschnittliche Inzidenz für den Freistaat gibt das Landesamt für Bayern aktuell mit 613,2 an. Die leichte Abweichung zur Zahl des Robert Koch-Instituts ergibt sich durch einen etwas späteren Stichzeitpunkt des LGL.

Corona: Bundestag hat abgestimmt - Ampel-Pläne setzen sich durch

Update vom 18. November, 12.23 Uhr: Der Bundestag hat abgestimmt, eine Entscheidung ist gefallen: Die „epidemische Lage nationaler Tragweite“ läuft zum 25. November aus. Damit konnten sich die Corona-Pläne der Ampel (FDP, Grüne, SPD) durchsetzen. Dafür können die Länder – auf Landtagsbeschluss hin – auch weiter Maßnahmen wie Maskenpflicht oder Kontaktbeschränkungen ergreifen. Dazu sollen neue Corona-Regelungen, wie etwa eine 3G-Regelung am Arbeitsplatz oder Testpflichten für Beschäftigte und Besucher in Pflegeheimen und Kliniken greifen. Pikant: Auch im ÖPNV soll die 3G-Regelung greifen. Polizei und Gewerkschaften hatten bereits kritisiert, dass derartige Kontrollen nur schwer umzusetzen seien.

Corona in Bayern: Krankenhäuser kurz vor neuem Höchststand an Corona-Patienten

Update vom 18. November, 11.41 Uhr: Die Corona-Lage in bayerischen Krankenhäusern spitzt sich weiter zu. Die Krankenhäuser im Freistaat stehen kurz vor einer neuen Höchstzahl an Intensivpatienten. Am Donnerstag lagen 866 Covid-Kranke auf den Intensivstationen, wie aus dem Intensivregister hervorgeht. Seit drei Monaten steigt die Zahl der Intensivpatienten kontinuierlich, am vergangenen Samstag waren es 707. Der bisherige Höchststand in Bayern war mit 910 Intensivpatienten kurz vor dem Jahreswechsel erreicht. Anschließend waren die Zahlen nach dem im Dezember verhängten Lockdown jedoch rasch gesunken. Derzeit ist kein Lockdown geplant, die Krankenhäuser rechnen mit einem weiteren Anstieg der Zahlen.

Corona: Lage in München dramatisch - Stadt mit Aufruf

Update vom 18. November, 11.27 Uhr: Angesichts der dramatischen Corona-Lage, hat die Stadt München erneut eindringlich via Twitter zum Impfen aufgerufen. Dabei werden direkt die wichtigsten Fragen beantwortet, wie etwa die Erinnerung an das Mitbringen von Ausweis und Impfpass. „Natürlich führen unser Impfärztinnen und -ärzte weiterhin auch liebend gerne Erstimpfungen durch“, heißt es.

Update vom 18. November, 8.18 Uhr: Die Corona-Zahlen in Bayern steigen immer weiter. Am Donnerstag erreichte die vom Robert Koch-Institut (RKI) für den Freistaat ausgewiesene Inzidenz den Wert 609,5 (Vortag: 568,4). Binnen eines Tages stieg die Zahl der gemeldeten Covid-19-Fälle in Bayern um 19.141. Hält der Trend an, wird wahrscheinlich bereits am Freitag die Grenze von einer Million gemeldeten Infektionen seit Beginn der Pandemie erreicht. Die Zahl der im Zusammenhang mit Corona verzeichneten Todesfälle stieg um 85 auf 16.810.

Corona-News Bayern: Aktuelle Inzidenzzahlen

Die höchste Inzidenz in Bayern wurde am Donnerstagmorgen mit 1359,6 für den Landkreis Rottal-Inn gemeldet. Dahinter folgen die Kreise Freyung-Grafenau mit 1272,4 und Mühldorf am Inn mit 1138,4. Insgesamt gibt es sieben Landkreise mit Inzidenzen über 1000. Der niedrigste Wert in Bayern wird derzeit aus der kreisfreien Stadt Amberg mit 209,3 gemeldet.

Corona-Zahlen in München weiter gestiegen: Jetzt gilt Alarmstufe Pink

Die Zahlen beruhen auf Daten des RKI vom Donnerstagmorgen. Sie könne sich eventuell nachträglich noch ändern. Zudem kam es in de Vergangenheit in einzelnen Städten und Landkreisen zu Meldeverzögerungen, die die Werte nach unten verzerrten. Unter anderem war davon auch München betroffen. Seit die Bundeswehr in der Isar-Metropole bei der Erfassung hilft, haben sich die gemeldeten Werte rasant erhöht. Am Donnerstag meldete das RKI für die Stadt München eine Inzidenz von 694,8 (gleichbedeutend mit dem höchsten Wert seit Beginn der Pandemie). Damit gilt in der Isar-Metropole nun offiziell RKI-Alarmstufe Pink (Inzidenz über 500). Noch vor Wochenfrist lag der nach unten verzerrte offizielle Wert bei 93,3. Am Mittwoch hatte er bei 496.6 gelegen.

Update vom 18. November, 7.01 Uhr: Vor den Bund-Länder-Beratungen über die Corona-Krise hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder seine Forderung nach strengeren Regeln für Ungeimpfte erneuert. Angesichts der Lage seien Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte absolut sinnvoll, sagte er am Mittwochabend in der ARD-Sendung „Maischberger. Die Woche“. Zudem bekräftigte Söder, Bayern werde die rechtlichen Möglichkeiten, die das neue Bundesgesetz gebe, voll ausschöpfen (siehe vorheriges Update).

An diesem Donnerstag soll der Bundestag Gesetzespläne von SPD, FDP und Grünen zur Bekämpfung der Pandemie beschließen. Söder beklagte erneut, dass die Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstagnachmittag erst nach dem Gesetzesbeschluss im Bundestag zusammenkommen werde. Die Länder könnten somit anders als bei früheren Konferenzen von Bund und Ländern nicht mehr auf das Gesetzesverfahren einwirken.

Söder mit bitterer Prognose kurz vor MPK: Lockdown für Bayern wieder eine Option?

Update vom 17. November, 19.22 Uhr: CSU-Chef Markus Söder äußerte sich am Tag vor der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) in Berlin nochmals zur aktuellen Corona-Lage. Zum Brechen der vierten Corona-Welle braucht es aus seiner Sicht strengere Regeln für Ungeimpfte. Angesichts der Lage seien Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte absolut sinnvoll, sagte der CSU-Chef am Mittwochabend in der ARD-Sendung „Maischberger. Die Woche“. Bayern werde die rechtlichen Möglichkeiten, die das neue Bundesgesetz gebe, voll ausschöpfen.

Corona in Bayern: Söder fordert strengere Regeln für Ungeimpfte - und sieht bei Weihnachtsmärkten schwarz

Mit Blick auf den Infektionsschutz am Arbeitsplatz sei es wichtig, dass die Arbeitgeber ein Informationsrecht zum Impfstatus der Mitarbeiter erhielten. Sollten sich Mitarbeiter den 3G-Regeln, also Zugang nur für Geimpfte, Getestete oder Genesene, verweigern, müssten sie im Homeoffice arbeiten. Für besondere Berufen, etwa im Gesundheitswesen, brauche es zudem eine Impfpflicht.

Angesichts der hohen Infektionszahlen und extremen Dynamik bei den Neuansteckungen sieht Söder Weihnachtsmärkte kritisch: „Ich würde empfehlen, sie abzusagen.“ Sollten sie doch stattfinden, ginge das nur mit Maskenpflicht und ohne Alkohol. Für Großveranstaltungen brauche es ferner „dringend Obergrenzen“, betonte Söder.

Corona in Bayern: Söder will Gesetzt „voll ausschöpfen“ - neuer Lockdown?

Brisant: Damit könnte nach aktuellem Stand ein neuer Lockdown auf den Freistaat zuzukommen, denn: In einer Beschlussvorlage des Kanzleramtes für den Gipfel am Donnerstag heißt es nun, dass die Länder auch über den 25. November hinaus laufende Lockdowns verlängern können.

Das geht aus der Beschlussvorlage für den Bund-Länder-Gipfel an diesem Donnerstag hervor, die dem Tagesspiegel (Donnerstagausgabe) vorliegt: „Die Länder werden bei besonders hohem Infektionsgeschehen mit besonders hoher Belastung des öffentlichen Gesundheitssystems im jeweiligen Land (Hotspot) von den weitergehenden Möglichkeiten des Infektionsschutzgesetzes konsequent Gebrauch machen“, heißt es darin.

Update vom 17. November, 16.10 Uhr: Wegen der vielen Corona-Patienten müssen auf behördliche Anordung hin viele Kliniken in Ober- und Niederbayern vorerst alle nicht dringend nötigen stationären Behandlungen verschieben. Die beiden Regierungsbezirke teilten am Mittwoch mit, planbare Eingriffe wie Knie- oder Hüftoperationen bei Arthrose seien vorerst untersagt. Man wolle so sicherstellen, dass Patienten bei Notfällen vor Ort versorgt werden können. Aus Niederbayern müssten schon Corona-Intensivpatienten in andere Regionen verlegt werden, in Oberbayern seien die Intensivbetten zu 94 Prozent ausgelastet.

Corona-News aus Bayern: Situation in Hotspot-Gebiet äußerst angespannt

Update vom 17. November, 13.29 Uhr: Es sind dramatische Schilderungen aus Bayerns größtem Corona-Hotspot. „Bereits am vergangenen Freitag haben die Rottal-Inn Kliniken 23 Patienten mithilfe von rund 50 teils auch ehrenamtlich tätigen Helfern und 19 Fahrzeugen des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Nordbayerische Kliniken verlegt“, heißt es in einem Instagrambeitrag des Klinikverbunds. Insgesamt fünf Stunden habe der Einsatz gedauert; auf den beigelegten Fotos ist eine Armada von Rettungsfahrzeugen zu sehen.

Lage in bayerischem Corona-Hotspot ist dramatisch: Großer Einsatz erforderlich, um Versorgung zu gewährleisten

Die Verlegung sei erforderlich gewesen, da „die Rottal-Inn Kliniken durch die hohen Inzidenzzahlen im Landkreis an die Grenze der Versorgungsmöglichkeiten von Covid-19-Patienten stießen.“ Man habe neue Handlungsmöglichkeiten vor Ort schaffen müssen, um die Versorgung der Patienten sicherzustellen, hieß es.

In einem weiteren Beitrag bitten die Rottal-Inn-Kliniken aufgrund der dramatischen Entwicklung dringend um Unterstützung. Pflegekräfte und Ärzte werden aufgefordert, sich für „eventuell notwendige Unterstützungsleistungen“ zu melden. Um Kontaktaufnahme (auch via WhatsApp) unter der Telefonnummer 08721 983 2111 wird gebeten.

Update vom 17. November, 11.28 Uhr: Und noch eine Ausnahme von der 2G-Regel (vgl. Update von 10.43 Uhr) gilt seit Mittwoch: In Hotels wird sie nicht „für zwingend erforderliche und unaufschiebbare nichttouristische Beherbergungsaufenthalte“ angewendet. Für Aufenthalte etwa zu unaufschiebbaren beruflichen oder geschäftlichen Zwecken gilt stattdessen die 3G-plus-Regel: Zugang können also nicht nur Geimpfte und Genesene bekommen, sondern auch Gäste mit einem negativen PCR-Test. Der negative Testnachweis muss bei der Ankunft vorliegen und muss bei längeren Aufenthalten alle 72 Stunden erneuert werden.

Corona-Regeln in Bayern: 2G-Ausnahme seit heute offiziell

Update vom 17. November, 10.43 Uhr: Für minderjährige Schülerinnen und Schüler, die regelmäßig in der Schule auf Corona getestet werden, gilt in Bayerns Gastronomie, in Hotels und Ferienwohnungen ab sofort eine Ausnahme von der 2G-Regel. 12- bis 17-Jährige dürfen damit bis auf Weiteres auch dann Gaststätten und Hotels besuchen, wenn sie nicht geimpft oder genesen sind. Das geht aus einer Änderungsverordnung des Gesundheitsministeriums hervor, die am Mittwoch in Kraft trat.

„Ohne diese Ausnahme könnten geimpfte Eltern nicht zusammen mit ihren nicht geimpften Kindern gastronomische Betriebe besuchen oder Beherbergungsleistungen in Anspruch nehmen“, heißt es in der Begründung. Für Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren gebe es erst seit 16. August eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission.

Angespannte Corona-Lage: München vor Alarmstufe Pink

Update vom 17. November, 6.45 Uhr: Die Inzidenz in Bayern beträgt am Mittwoch 568,4. Das geht aus aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Bayerns Hotspot ist der Kreis Rottal-Inn. Mit einer Inzidenz von 1298,0 liegt er deutschlandweit auf Rang zwei. Nur der Landkreis Meißen hat derzeit einen höheren Wert. Freyung-Grafenau (1276,2) folgt auf dem dritten Rang. Auch Mühldorf am Inn (1067,1), der Kreis Berchtesgadener Land (1043,9) sowie Dingolfing-Landau (1010,9) weisen aktuell eine Inzidenz über 1000 auf.

München ist auf der RKI-Warnkarte derzeit noch dunkelrot eingefärbt. Die Inzidenz liegt bei 496,6. Bald könnte die Isar-Metropole auf der Warnkarte jedoch pink leuchten - pink eingefärbt sind die Kreise und Städte, die über der Inzidenz von 500 liegen. Jüngst hatte die Stadt eingestanden, dass die Inzidenz aufgrund von Meldeverzögerungen wochenlang viel zu niedrig angegeben worden war.

Söder glaubt nicht an normales Weihnachtsfest: Heiligabend wie 2020?

Erstmeldung vom 16. November: München - „Es droht ein Kollaps, es droht Triage“, warnt Söder in einem Video auf Facebook. Die Corona-Lage in Bayern sei ernst. Auf der Facebook-Seite der Staatsregierung hat sich Söder live Fragen aus der Bevölkerung gestellt. Dabei ging es hauptsächlich um die Corona-Krise und die neu beschlossenen Regeln. Der Ministerpräsident schloss in diesem Zusammenhang weitere Maßnahmen nicht aus. Zudem gab er einen Einblick in sein Privatleben.

Corona-Lage in Bayern angespannt: Söder stellt sich Fragen auf Facebook

Die größte Herausforderung als Ministerpräsident sei zu entscheiden, so Söder. Im Juli habe er bereits gesagt, wenn sich alle impfen lassen, sei man im September durch. Die Impfquote in Bayern zeigt jedoch ein anderes Bild. Er verstehe, dass sich Geimpfte darüber ärgern, in ihrer Freiheit eingeschränkt zu sein. Daher sei Rücksichtnahme auf andere umso wichtiger. Dazu gehöre aber auch das Impfen.

Auf die Frage, warum in Bayern so wenige geimpft sind, sagt Söder: „Es ist leider so, dass der Süden Deutschlands schlechtere Impfquoten hat“. Das sei schon immer so gewesen. „Das ist übrigens auch in Österreich und in der Schweiz so.“ Man würde auch innerhalb des Freistaats einen Unterschied erkennen. Die Inzidenzen in Franken seien daher nicht so hoch wie im Südbayern. In diesen Bereichen gebe es mehr Querdenker, Reichsbürger und auch Esoteriker. Daher habe man bald „eine Art Lockdown für Ungeimpfte“. Man müsse auch Kontaktbeschränkungen angehen, anders würde man die Welle nicht brechen, so Söder.

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Fragen zur Impfung aus der Bevölkerung: Söder versucht Leuten die Angst zu nehmen

Wird die Impfung auf einen Zeitraum beschränkt? Söder antwortet, er halte es für sinnvoll, den Impfstatus auf neun Monate zu beschränken, spätestens dann müsse man sich Boostern lassen. Auf die Frage, ob man an der Impfung sterben könne, sagt er: „Solche Fälle sind kaum bekannt. Die Impfreaktionen sind sehr gering.“ Da müsse man sich keine Sorgen machen.

Warum so viele Geimpfte auf der Intensivstation seien, fragt ein anderer. Söder gibt zu bedenken, dass der Großteil nach wie vor ungeimpft sei. Es gäbe Impfdurchbrüche, aber wenn, hätten diese Personen meist vorher schon eine Immunschwäche gehabt, so der Ministerpräsident. Eine Impfung für unter 12-Jährige? „Ich bin dafür“, bekräftigt Söder den Vorschlag. „Man sollte die Impfung für Jüngere zulassen“.

Kann Bayern Impfpflicht beschließen, will der Nächste wissen. „Nein, die Gesetzgebung liegt beim Bund“, antwortet Söder. „Was tun sie, um Kita Kinder zu schützen?“ lautet die nächste Frage. Söders Antwort: „Wir führen wieder feste Gruppen ein. Wir machen dort jetzt dreimal die Woche einen Test, um den maximalen Schutz zu haben.“ In der nächsten Antwort schließt Söder nicht aus, dass man bei Präsenzveranstaltungen an Hochschulen auf 2G umstellen würde.

Video: Söder warnt erneut: „Wenn 10 Apokalyspe ist, stehen wir bei 9“

Corona in Bayern: Ministerpräsident Söder glaubt nicht an ein normales Weihnachtsfest

Ein nächster Nutzer fragt nach Weihnachten mit Corona. Söder sagt, er glaube nicht, dass es so wird, „wie wir es gewohnt sind“. Man werde die Regeln nachbessern müssen. Droht also ein Heiligabend wie 2020, als es Ausgangssperren ab 21 Uhr gab?

Die Absage zahlreicher Weihnachtsmärkte befürwortet er. Erst heute hat der Münchner Oberbürgermeister den Christkindlmarkt in der Landeshaupstadt abgesagt.

Eine persönliche Frage beantwortete Markus Söder ebenfalls. Wie er nach einem Arbeitstag runterkommt, will jemand wissen. „Ehrlicherweise, wenn ich etwas anschaue, dass mir Freude bereitet“. Er habe gerade die Serie Narcos zu Ende geschaut. Und wenn es „ganz besonders schwer“ ist, schaue er auch mal „Vater der Braut“, erzählt der Ministerpräsident und lacht. Sport oder mit dem Hund spazieren bringe ihn aber ebenfalls runter.

Am Ende des Live-Videos antwortet Söder noch auf die Frage von „heute-Show“ Komedian Fabian Köster. „Können wir darauf hoffen, dass sie demnächst auch mal eine Tanne umarmen?“, wollte dieser wissen. „Ich finde Bäume umarmen generell wichtig“, so Söder. Bei der Tanne sei es jedoch wesentlich schwerer, aber er werde zu Weihnachten eine aufstellen. (tkip)

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