„Wichtiger Uhrenvergleich“

Führt Delta-Variante zu völlig neuem Bayern-Plan? Söder sendet bei Live-Statement flammenden Appell

Nach dem Corona-Gipfel sprach der Ministerpräsident live: Markus Söder erklärte bei einem emotionalen Live-Statement, wie sich Bayern auf die Delta-Variante einstellt.

12.40 Uhr: Die wichtigsten Erkenntnisse der heutigen Zusammenkunft: In Bayern soll in dieser Woche auch in den Impfzentren jegliche Priorisierung aufgehoben werden. Das kündigte Ministerpräsident Söder in München an. „Es darf kein Impfstoff übrig bleiben“, erklärte der Ministerpräsident. Sollten Ärzte oder Praxen Impfstoffe nicht benötigen oder abrufen, müsste dies künftig gemeldet werden, damit das Vakzin dann an die Impfzentren weitergegeben werden könne.

Bis zum Beginn der Sommerferien in Bayern Ende Juli sollen laut Söder 70 Prozent der Menschen im Freistaat mindestens eine Corona-Impfung erhalten haben. Zum Impfplan gehöre auch, dass bis Ende Juli 50 Prozent der Bevölkerung bereits die Zweitimpfung erhalten haben sollten. Bis Ende September sollten dann 85 Prozent der über 18-Jährigen einen vollständigen Impfschutz haben.

Söder betonte, dass es im Sommer keine „Impfflaute“ geben dürfe. Ärzte berichteten vermehrt davon, dass die Impfbereitschaft etwas abnehme. Der eine oder andere wolle in den Urlaub fahren, immer wieder würden Termine abgesagt. „Wir spüren bei dem einen oder anderen eine Müdigkeit“, sagte er. Es gelte aber weiterhin: Die Pandemie sei noch nicht vorbei, gerade die Delta-Variante werde für Ungeimpfte in den kommenden Wochen und Monaten eine große Herausforderung bleiben.

Live-Statement aus München: Söder und Holetschek erklären Corona-Fahrplan für Bayern

12.17 Uhr: Nun übernimmt Gesundheitsminister Holetschek. Das System aus Impfzentren, Haus- und Betriebsärzten „arbeite Hand in Hand“, lobt der CSU-Politiker. Schwerpunkt der heutigen Gespräche sei die Zweitimpfung gewesen, da durch sie eine Wirksamkeit gegen die Delta-Variante gegeben sei. Kurz darauf ist das Statement beendet, im Anschluss stellt sich das Duo den Fragen der anwesenden Journalisten.

12.13 Uhr: Im Juli wolle man beginnen, die Abschlussklassen in Bayern zu impfen, blickt Söder voraus. Zunächst sind dabei die Über-18-Jährigen betroffen. „Auch ein spezielles Impfangebot für Studenten ist vorgesehen“, sagt der Ministerpräsident. „Corona ist noch nicht vorbei“ wiederholt er mantraartig.

Corona in Bayern: Söder wirbt für schlüssiges Ferien-Konzept für Urlaubsrückkehrer

„Der Bund sollte jetzt noch einmal deutlich eine Ferienplanung vorlegen, insbesondere was Urlaubsrückkehrer angeht“, spielt Söder den Ball zum Schluss seines Statements nach Berlin. Testkapazitäten seien diesbezüglich kein Problem. Man müsse nun klären, was praktikabel sei.

12.08 Uhr: Bezüglich „liegengebliebenem“ Impfstoff müsse der Austausch unter den beteiligten Stellen besser werden, mahnt der Ministerpräsident. Er streicht diesbezüglich die Bedeutung der Betriebsärzte heraus. Der CSU-Chef wirbt dafür, die Durchführung von Kreuzimpfungen zu erleichtern. So könne man auch die Impfintervalle verkürzen, „das erhöht auch die Bereitschaft für Astrazeneca“.

12.01 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt, Söder eröffnet und spricht von einer „derzeit sehr stabilen“ Corona-Lage in Bayern. Schnell kommt er jedoch auf die Delta-Variante zu sprechen: „Sie zu ignorieren wäre ein großer Fehler. Wir bleiben nicht davon verschont, dürfen trotzdem nicht in Panik geraten.“ Vor allem die Jüngeren seien von der Mutation betroffen.

Söder warnt wegen Delta-Variante in Bayern: „Aufpassen, dass wir nicht in vierte Welle steuern“

Abstandsregeln und auch Maske bleiben ein zentrales Schutzinstrument, unterstreicht der CSU-Chef: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in eine vierte Welle steuern.“ Des weiteren gelte es nun, das Impftempo zu erhöhen. Die Zweitimpfung sei nötig, um die Bevölkerung wirksam vor der Delta-Variante zu schützen.

„Ganz entscheidend: Nicht immer wird der vorhandene Impfstoff auch genutzt“, erklärt Söder in Bezug auf eine gewisse Impfmüdigkeit in der Bevölkerung. Bis zum Beginn der Sommerferien wolle man 70 Prozent der bayerischen Bevölkerung erst- und 50 zweitgeimpft haben. Im Sommer (bzw. den Ferien) selbst sei es nicht so leicht, viel zu impfen. Deshalb brauche es schon im Juli eine signifikante Tempoverschärfung. Dafür benötige man jedoch „deutlich mehr Impfstoff“. An die Adresse des Bundes gewandt plädiert Söder für eine faire und regionalspezifische Verteilung.

Update vom 28. Juni, 11.30 Uhr: Seit etwa eineinhalb Stunden laufen die Beratungen. Wie will die Staatsregierung das Tempo bei Erstimpfungen im Freistaat erhöhen und wie reagiert sie auf die Gefahr durch die Delta-Variante? Um 12 Uhr treten CSU-Chef Söder und Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek vor die Presse; wir begleiten die Statements im Live-Ticker.

Söder lädt zu Corona-Gipfel: Tempo bei Erstimpfungen soll erhöht werden

Ursprungsmeldung:

München - In der Hoffnung auf mehr Tempo bei den Corona-Impfungen in Bayern lädt die Staatsregierung am Montag (28. Juni) ab 10 Uhr Experten und Kommunalpolitiker zum Impfgipfel.

Bei der Videokonferenz geht es vor allem darum, wie in Bayern wieder mehr Erstimpfungen durchgeführt werden können. In den vergangenen Wochen hatte es wegen des Mangels an Vakzinen in den Impfzentren vor allem nur Zweitimpfungen gegeben. Nachdem aber für die kommenden Wochen wieder von den Herstellern mehr Impfstoff in Aussicht gestellt wurde, soll das Tempo nun wieder erhöht werden.

„Ein halbes Jahr nach dem Start der Corona-Impfungen ist dieser zweite Bayerische Impfgipfel ein wichtiger Uhrenvergleich aller beteiligten Gruppen“, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München. Die Ausgangslage nach sechs Monaten sei positiv. „Wir können heute sagen, dass jeder zweite Bewohner Bayerns mindestens einmal geimpft ist, jeder dritte hat schon den vollen Impfschutz.“

Corona-Gipfel mit Söder: Erfordert Delta-Variante neue Maßnahmen?

Eingeladen zur Videokonferenz sind neben Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (beide CSU) den Angaben zufolge etwa 20 Vertreter der Ärzteschaft, der Apotheken, der Kommunen, der Wissenschaft und der Wirtschaft. Die Ergebnisse sollen im Anschluss auf einer Pressekonferenz in München erläutert werden. Wir berichten ab 12 Uhr live.

Bei den Gesprächen geht es dem Sprecher zufolge auch um strategische Fragen: „Grundsätzlich wollen wir schauen, wo wir stehen und wo wir Weichen stellen müssen für die kommende, wichtige Phase der Impfkampagne und beim Ziel, der sich weiterverbreitenden Delta-Variante wo immer es geht Einhalt zu gebieten.“

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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