Holetschek äußert sich

Minister stellt klar: Corona-Änderung in Bayern gilt jetzt schon - Kritik an neuer Strategie

Bayern ändert seine Corona-Strategie erneut. Kritik an der Krankenhausampel wehrt Gesundheitsminister Holetschek ab.

München - Der Freistaat Bayern verkürzt die Corona-Quarantänezeiten und stellt die Kontaktnachverfolgung neu auf. Enge Kontaktpersonen von Corona-Infizierten müssen jetzt zehn Tage in Isolation oder können sich nach fünf Tagen mit einem PCR- oder nach sieben Tagen mit einem Antigenschnelltest freitesten, wie Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Freitag (17. September) in München sagte. Für vollständig Geimpfte und Genesene ist keine Quarantäne vorgeschrieben.

Corona-Quarantäne in Bayern wird verkürzt - Änderung bei der Kontaktnachverfolgung

Bei der Kontaktnachverfolgung wird künftig priorisiert: Situationen mit einem hohen Übertragungsrisiko, wie etwa Feiern, werden zuerst behandelt. Auch Fälle, bei denen Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf involviert sind wie in Altersheimen, sollen schneller bearbeitet werden.

„In Situationen mit geringem Übertragungsrisiko und ohne Gefährdung von Risikogruppen können die Gesundheitsämter die Kontaktpersonen-Nachverfolgung nachrangig behandeln“, heißt es in der Mitteilung. Die Änderungen, die auf Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) beruhen, sind bereits seit dem gestrigen Donnerstag in Kraft.

Krankenhausampel kein belastbarer Corona-Indikator? Holetschek weist Kritik zurück

Die jüngste Kritik an der bayerischen Krankenhausampel hatte Gesundheitsminister Holetschek zurückgewiesen: „Mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) als Ampelwächter und Wissensknotenpunkt in Bayern haben wir ein so umfassendes und weitreichendes Monitoring aufgesetzt, dass wir die Corona-Lage Bayern sowohl kurz- wie mittelfristig verlässlich einschätzen können.

Zuvor hatte unter anderem der Statistikprofessor Helmut Küchenhoff (LMU München) bemängelt, dass die der Ampel zugrunde gelegten Werte wie die 7-Tage-Fallzahl der Covid-Patienten in Krankenhäusern und die Anzahl der durch Corona-Patienten belegten Intensivbetten ungenau berechnet werden und die tagesaktuellen Werte für Bayern bis zu 80 Prozent zu niedrig liegen. Ursache soll der Übermittlungsverzug bei den Fallzahlen sein, mit denen die Kenngrößen berechnet werden. (lks mit dpa)

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Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

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