1. tz
  2. München
  3. Stadt

Söders radikale Lockerungen kommen bei Wirtschaft gut an - doch ein Bereich bleibt wieder auf der Strecke

Erstellt:

Von: Tanja Kipke

Kommentare

Markus Söder verkündete neue Lockerungen am Freitag.
Markus Söder verkündete neue Lockerungen am Freitag. © Frank Hoermann/SVEN SIMON via www.imago-images.de

Ministerpräsident Markus Söder verkündete neue Lockerungen für den Freistaat. Innengastronomie, Geburtstage, private Treffen - was ab Montag gilt.

Update vom 4. Juni, 20.44 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat am Freitag weitreichende Lockerungen für den Freistaat bekannt gegeben. Unter anderem betrifft dies auch die Öffnung der Innengastronomie, Veranstaltungen und die Kontaktregelungen. Der Schritt trifft auf positive Resonanz. Alle ab Montag geltenden Regeln gibt es hier in der Übersicht.

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA begrüßt die neuen Maßnahmen. „Das war ein extrem wichtiger Schritt für das Gastgewerbe“, wird DEHOGA-Präsidentin Angela Inselkammer in einer Pressemitteilung zitiert. Die Lokale erhielten nun endlich die nötige Planungssicherheit, die Sommersaison auch wetterunabhängig einzuläuten. Inselkammer sagte außerdem: „Wir haben bewiesen, dass wir wirksame Schutz- und Hygienekonzepte erfolgreich umsetzen. Das Gastgewerbe war nachweislich nie ein Pandemietreiber. Gastgewerbliche Betriebe waren und sind Teil der Lösung und nicht des Problems.“

Auch die Industrie- und Handelskammern in Bayern zeigt sich zufrieden mit Öffnungsschritten. Die Öffnungen bringen „lang ersehnte Schritte in Richtung Normalität“, erklärt BIHK-Präsident Eberhard Sasse in einer Pressemitteilung. Besonders in den Wegfall der Testpflicht und vorheriger Terminvereinbarungen setzt er große Hoffnungen für Einzelhandel, Gastronomie, Beherbergungsbetriebe und Fitnessstudios. Sasse kritisiert allerdings, dass es für Clubs, Bars und Discos noch immer keine Perspektive gebe. In diesen Betrieben herrsche „seit über einem Jahr die pure Angst um die wirtschaftliche Existenz“, weshalb die Politik einen Plan vorlegen müsse, wann diese Bereiche mit guten Konzepten wieder öffnen dürften. Außerdem müssten deren Umsatzeinbußen bis dahin weiterhin über die Corona-Hilfsprogramme finanziell ausgeglichen werden.

13.20 Uhr: Sebastian Horsch vom Münchner Merkur möchte wissen, ob im Sommer auch Hochzeiten ohne Maske im Innenbereich möglich sind. Das könne man noch nicht sagen, so Söder. Mit jeder Impfung mehr gäbe es mehr Freiheiten. „Impfen schafft Freiheit und Normalität“. Man werde das weitere Geschehen genau verfolgen und danach entscheiden, ob es weitere Lockerungen im Sommer geben wird.

Pressekonferenz zu Corona-Lockerungen: Piazolo über Regelungen in Schulen

13.14 Uhr: Klaus Holetschek hat das Wort und lobt - wie zuvor Markus Söder - wie gut das Impfen vorangehe. Er lobt außerdem die Notbremse, nur durch die seien jetzt Öffnungen möglich. Für ihn sei ein „ganz wichtiger Wert“, die Belegung der Intensivbetten. Diese sei stark gesunken im Vergleich zum Anfang der „dritten Welle“.

13.11 Uhr: Bezüglich der Abiturfeiern werde man sich noch Gedanken machen, so der Kultusminister. Es sei eine wichtige Veranstaltung für die Abschlussschüler, die man nicht vergessen dürfe. Das gelte genauso für den mittleren Abschluss. Das Anliegen der jungen Leute, nach dem Abschluss „feiern“ zu können, sei dem Ministerium bewusst und man werde Möglichkeiten dazu besprechen.

13.10 Uhr: Kultusminister Michael Piazolo springt in die Freude mit ein. Für die Schulen bedeuten die Lockerungen, dass die meisten bayerischen Schüler wieder im Präsenzunterricht sein werden. Es sind nur noch neun Landkreise, die über 50 liegen, so Piazolo. Über 90 Prozent der Schüler werden also wieder in den Präsenzunterricht gehen können. Dies bedeutet auch eine Entlastung für die Eltern. Er bedankt sich an dieser Stelle bei den Eltern und Lehrern, die geholfen haben, diese schwierigen Monate zu überbrücken. Durch Programme für Schüler sollen entstandene Lerndefizite aufgeholt werden.

Bei einer Inzidenz bis 50 gilt ab Montag voller Präsenzunterricht. Bei einer Inzidenz über 50 gibt es Wechselunterricht oder Präsenzunterricht, wenn der Mindestabstand gewährleistet werden kann. Ab 21. Juni wird es auch bei einer Inzidenz bis 100 Präsenzunterricht geben. Piazolo geht aber davon aus, dass die meisten Schüler schon vorher zurück in die Schule kommen können. Auch bei den Berufsschulen kann gelockert werden. Wer sich in der Berufsschule oder Hochschule testen lässt, erhält ab sofort einen „Selbsttestausweis“, damit man den Nachweis auch in der Freizeit nutzen kann.

13 Uhr: „Die Freizeitparks sind sehr, sehr wichtig als Tourismusland Nummer eins in Deutschland“, sagt Aiwanger. Umso mehr freut er sich, dass auch diese wieder öffnen dürfen ohne Maskenpflicht im Außenbereich. Er kommt nochmal auf das Thema EM zu sprechen. Die Entscheidung mit den 15.000 Zuschauern „tue gut“. Das wichtigste für die EM-Spiele in München sei somit gerettet.

12.56 Uhr: Nun hat Hubert Aiwanger das Wort. Er spricht von „Lebenslust statt Lebensfrust“. Beim Handel habe man das „Click & Meet“ kaum angenommen und auch bei der Testpflicht seien viel weniger Menschen in die Läden gekommen. Daher freut es den Wirtschaftsminister sehr, dass es in diesem Bereich nun zu Lockerungen kommt.

Pressekonferenz: Söder verkündet Lockerungen für den Freistaat - Was ab Montag gilt

12.53 Uhr: Söder erklärt, es seien deutliche Lockerungen für den Freistaat. Jedoch immer mit einem Konzept. Warum das derzeit möglich sei? „Es gibt momentan keine neuen Mutationen“, so Söder. Solange klar sei, dass die Impfung gegen die Mutationen wirke, können man diesen „Weg der Normalität“ gehen. Man gebe den Menschen die Freiheiten, die sie sich verdient haben. Söder betont noch einmal, wie wichtig die Impfungen im Kampf gegen die Pandemie seien. Er warnt auch, dass man die Freiheiten mit Vernunft und Freude entgegennehmen soll. „Aber bitte nicht übertreiben“.

12.50 Uhr: Nun kommt Söder zum Wirtschaftsbereich. Beim Handel gilt ab sofort unter 100 keine Terminvereinbarung mehr. Im Bereich Gastronomie darf die Innengastronomie öffnen - voraussichtlich die Inzidenz liegt unter 100. Die Restaurants dürfen innen, sowie außen, ab Montag bis 24 Uhr geöffnet bleiben. Ähnliches werde für Freizeiteinrichtungen gelten, wie zum Beispiel Therme und Freizeitparks. Unter 50 ohne Test, über 50 mit Test. Auch bei der Kultur wird es mehr Öffnungsmöglichkeiten geben. Bis zu 500 Zuschauer können bei einer Kulturveranstaltung im Außenbereich teilnehmen. Zuvor waren es nur 250 Personen.

Der Sport orientiere sich stark an der Kultur. Hier unterscheidet Söder zwischen aktiv und passiv. Unter passiv versteht er Zuschauer. Auch hier dürfen 500 Personen bei einer Sportveranstaltung. Bei aktivem Sport wie Fußball ist keine Begrenzung mehr an Mitspielern gegeben. Die Fußball-EM sei eine besondere Situation. Sie wird ein Pilot- und Probelauf für weiteren Profisport sein. Mit einem strengen Hygienekonzept, Tests und Masken können bis zu 20 Prozent der Zuschauer in der Allianz Arena zugelassen werden. Das entspricht ungefähr 15.000 Zuschauer für das EM-Spiel zwischen Frankreich und Deutschland.

12.46 Uhr: Bei den Schulen gibt es auch einige Änderungen. Ab 21. Juni gilt bei einer Inzidenz unter 100 normaler Regelbetrieb. Über 100 Distanz- und Wechselunterricht. Maskenpflicht gilt weiterhin, nur beim Schulsport dürfen die Masken abgenommen werden. In den Kitas gilt eine ähnliche Regelung. Unter 100 die normale Betreuung, über 100 eingeschränkter Regelbetrieb.

Corona in Bayern: Lockerungen der Kontaktbeschränkungen ab Montag

12.44 Uhr: Die Bundesnotbremse wird weiterlaufen. Über 100 regelt alles weiterhin der Bund. Unter 100 die bayerischen Regeln. Ab Montag wird der Katastrophenfall aufgehoben. Bei den Kontaktbeschränkungen wird es deutliche Erleichterung geben. Zwischen 50 und 100 dürfen sich ab sofort 10 Personen aus drei Haushalten treffen. Unter 50 sei dies mit beliebig vielen Haushalten möglich. Genese und Geimpfte zählen weiterhin nicht dazu. Zu Geburtstagen, Hochzeiten: Bei Inzidenz über 50 dürfen sich 50 Personen im Außenbereich treffen, 25 im Innenbereich, beides mit Test. Unter 50: 100 außen und 50 innen - das ganze ohne Test. „Es ist eine Rückkehr zur Normalität und zu mehr Lebensfreude“, so Söder.

12.40 Uhr: Söder gibt einen Überblick über die aktuellen Impfzahlen. Die Impfungen nehmen zu. Jeder fünfte hätte bereits eine Zweitimpfung bekommen. In den letzten vier Wochen haben die Impfungen um 62 Prozent zugenommen. Das wirke sich enorm auf die Inzidenz aus. Aktuell sei die Inzidenz bei 29. Er habe ganz bewusst bis nach den Ferien gewartet, um zu sehen, ob die letzten Öffnungsschritte Wirkung gezeigt haben. Das Motto der Öffnungen sei: „Mehr Normalität, aber dennoch mit Vorsicht“.

12.33 Uhr: Die PK beginnt. Als Erstes hat Markus Söder das Wort. „Es gibt gute Nachrichten. Bayern geht es besser“, beginnt Söder. Er freut sich über die sinkende Inzidenz und spricht von einer „Entspannung der Lage“. Im Kabinett wurde ein umfangreiches Öffnungskonzept beschlossen, welches schon ab kommenden Montag gelten soll. Er bedankt sich bei allen Menschen, die sich an die Regeln gehalten haben in den letzten Monaten. Die Zeit für „mehr Freiheit“ würde kommen. Vor allem das Impfen würde dazu beitragen.

Hier können Sie die gesamte Pressekonferenz noch einmal anschauen (Video)

Update vom 4. Juni, 12.20 Uhr: Wenige Minuten vor Beginn der Pressekonferenz mit Markus Söder (CSU) berichtet die Bild, dass wohl eine Zulassung von bis zu 14.000 Zuschauern für die EM-Spiele in der Allianz Arena geplant sind. Gleich beginnt die Pressekonferenz. Angekündigt sind neben Markus Söder auch Gesundheitsmister Klaus Holetschek (CSU), Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) und Staatskanzleiminister Florian Herrmann (CSU).

München - Am Sonntag (6. Juni) endet die Corona-Verordnung im Freistaat. Ob sie verlängert wird und welche Änderungen für die nächsten Wochen geplant sind, entscheidet das bayerische Kabinett am Vormittag in einer Sitzung. Anschließend tritt Markus Söder vor die Presse und gibt die Ergebnisse bekannt. Die Zeichen deuten auf eine Verlängerung der Verordnung hin - jedoch mit weitreichenden Lockerungen.

Corona-Lockerungen in Bayern: Söder plant wohl Zuschauer in Allianz Arena für EM-Spiele

Ein wichtiger Punkt, den wohl vor allem Fußballliebhaber interessieren könnte, ist die EM 2021. Es geht um die Allianz Arena in München, als Austragungsort. Zuletzt hatte die UEFA überlegt, München ganz zu streichen, weil die Staatsregierung wegen der Pandemie lange keine Zuschauer zulassen wollte. Nun scheint es doch möglich zu sein, zumindest ein Fünftel der Zuschauer zu erlauben. Das wären 15.000 Menschen. Bisher gab es hierzu aber noch keine feste Zusage der Staatsregierung, da man die Corona-Zahlen abwarten wollte. Da sich diese seit Wochen im Sinkflug befinden, stünde der Entscheidung nun nichts mehr im Weg.

Ganz und gar nicht begeistert davon ist die bayerische Polizei, zumindest deren Gewerkschaft. Es sei jetzt schon kaum möglich, die Corona-müden Feiernden auf den Straßen und Plätzen in Bayerns Städten unter Kontrolle zu halten. Siehe jüngstes Beispiel aus München von Mittwochabend. Da sei es ein absolut falsches Signal, jetzt auch noch tausende EM-Fans nach München reinzulassen, sagen die Polizei-Vertreter.

Im Video: Aiwanger will Innengastronomie, Bars und Clubs öffnen

Söder verkündet weitreichende Lockerungen - Öffnung der Innengastronomie schon ab Montag?

Die bayerische Staatsregierung plant wohl auch die Öffnung der Innengastronomie. Und das schon ab kommendem Montag (7. Juni). In anderen Ländern, wie Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen können die Leute schon seit ein paar Wochen wieder drinnen essen gehen. Da die bayerische Inzidenz immer weiter sinkt, wäre die Zeit auf für den Freistaat reif. Ob sich der Ministerpräsident für diesen Schritt entscheidet, erfahren wir um 12.30 Uhr in einer Pressekonferenz. (tkip)

Regelmäßig, kostenfrei und immer aktuell: Wir stellen Ihnen alle News und Geschichten aus München zusammen und liefern sie Ihnen frei Haus per Mail in unserem brandneuen München-Newsletter

Auch interessant

Kommentare