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„Situation zunehmend dramatisch“: Nächste bayerische Region verschärft Corona-Regeln - Ansage an Verweigerer

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Von: Lucas Sauter-Orengo

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Die Corona-Zahlen in Bayern steigen an. Jetzt hat eine weitere Region reagiert - und maßgebliche Regeln entscheidend verschärft.

Update vom 2. November, 16.06 Uhr: Niederbayern verschärft angesichts steigender Infektionszahlen seine Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie. Diese gelten ab Mittwoch in den neun Landkreisen Kelheim, Landshut, Regen, Deggendorf, Straubing-Bogen, Dingolfing-Landau, Rottal-Inn, Passau, und Freyung-Grafenau sowie in den drei kreisfreien Städten Passau, Straubing und Landshut, wie die Regierung von Niederbayern am Dienstag mitteilte.

Zu den Maßnahmen gehört eine FFP2-Maskenpflicht in allen Bereichen, in denen bislang eine medizinische Maske getragen werden musste - also beispielsweise in Supermärkten und dem Einzelhandel, im ÖPNV sowie in Freizeiteinrichtungen. Auch die Zugangsregeln werden verschärft. Wo bislang 3Gplus galt, ist künftig 2G vorgeschrieben. In Diskotheken etwa ist dann also nur noch Eintritt für Geimpfte und Genesene möglich. Die Quarantäne für enge Kontaktpersonen von Infizierten dauert zehn Tage - ohne vorzeitiges Freitesten.

Niederbayern verschärft Corona-Regeln: Verweigerer müssen mit Strafen rechnen

Diese Maßnahmen sind das Ergebnis einer Besprechung von Landräten und Oberbürgermeistern mit Regierungspräsident Rainer Haslbeck. „Die Situation in den niederbayerischen Krankenhäusern wird zunehmend dramatisch. Die medizinische Versorgung von Intensivpatienten steht auf der Kippe. Das betrifft das Opfer eines Verkehrsunfalls genauso wie den Corona-Patienten. Wir stehen vor weiteren harten Monaten dieser Pandemie und müssen handeln.“

Wer sich nicht an die Maßnahmen halte, müsse mit deutlichen Sanktionen rechnen, hieß es.

Update vom 2. November, 13.15 Uhr: Die Corona-Lage in Bayern spitzt sich weiter zu. Die Quarantäne-Regeln wurden bereits verschärft (siehe Erstmeldung), weitere Verordnungen könnten in einer für den morgigen Mittwoch (3. November) angekündigten Pressekonferenz mit CSU-Chef Söder auf dem Plan stehen. Im Freistaat ist die Lage auf den Intensivstationen entsprechend der jüngsten Entwicklungen angespannt.

Corona in Bayern: Krankenhaus-Lage teils dramatisch - kommen weitere Verschärfungen?

Am Dienstag meldeten 40 der 96 bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte, weniger als zehn Prozent freie Intensivbetten zur Verfügung zu haben. In 23 Kommunen war kein einziges Intensivbett mehr frei, wie aus dem täglich aktualisierten Intensivregister hervorgeht. Bayernweit lagen 455 Covid-Patienten auf den Intensivstationen, fast 200 mehr als vor zwei Wochen. Ganz oder nahezu voll belegt sind die Intensivstationen im Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen ebenso wie in weiten Teilen Oberbayerns. Auch im östlichen Niederbayern hat sich die Lage verschärft.

Die hohe Zahl der Corona-Intensivpatienten hat in manchen Krankenhäusern bereits wieder Einschränkungen des regulären Betriebs zur Folge.

Erstmeldung vom 2. November 2021

München - Die vierte Welle rollt. Seit einigen Wochen steigen die Zahlen der Corona-Neu-Infektionen wieder an, die Lage in den Krankenhäusern, wie etwa in München, verschärft sich. CSU-Chef Markus Söder kündigte bereits an, im Rahmen einer außerordentlichen Kabinettssitzung am Mittwoch, den 3. November, die angespannte Lage zu analysieren, einen Lockdown schloss er jedoch aus. Eine Maßnahme wird in Bayern jedoch sicher ab Dienstag, 2. November, wieder verschärft.

Corona: Neue Regel in Bayern gilt ab sofort - Söder-PK mit Spannung erwartet

In Bayern gelten wieder verlängerte Corona-Quarantänezeiten. Enge Kontaktpersonen eines mit dem Coronavirus infizierten Menschen müssen vom 2. November an wieder mindestens sieben Tage isoliert leben, bevor sie sich mit einem PCR- oder Antigenschnelltest freitesten können. Auch dürfen sie keine typischen Krankheitszeichen für Covid-19 haben. Bisher war das freitesten nach fünf Tagen Quarantäne möglich. Als Gründe für die strengeren Regeln wurden unter anderem die sprunghaft gestiegenen Infektionszahlen genannt.

Corona in Bayern: Neue Regel tritt ab sofort in Kraft

Zudem habe sich bei einer Quarantänedauer von fünf Tagen gezeigt, dass sich die Infektionsketten häufig nicht unterbrechen ließen, heißt in der neuen Allgemeinverfügung. „Dies ist darin begründet, dass häufig Infektionen erst nach dem fünften Tag oder später nachgewiesen werden können.“ Die Inkubationszeit betrage bis zu 14 Tage. Für vollständig Geimpfte und Genesene mit einer Impfung, die mittels PCR-Methode positiv auf das Virus getestet wurden, ist nun ebenfalls eine mindestens siebentägige Quarantäne vorgeschrieben. Erst dann sei ein Freitesten möglich, insofern sie keine Symptome hätten.

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CSU-Chef Söder tritt nach der Kabinettsitzung am Mittwoch dann in München vor die Presse, um mögliche neue Beschlüsse, wie etwa die Rückkehr zur allgemeinen FFP2-Maskenpflicht, zu verkünden. Wir halten Sie wie gewohnt über alle Entwicklungen auf dem Laufenden.

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