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Exklusiv: Clubs dicht, alle Weihnachtsmärkte abgesagt, Sperrstunde droht - die Söder-Maßnahmen im Überblick

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Von: Christian Deutschländer

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Sperrstunde, Kontaktlimits, Disco-Verbot: Neue Corona-Maßnahmen sollen die exorbitanten Zahlen in Bayern senken. Ein Überblick.

München - Neuer Corona-Schock: Bayern geht in den Lockdown light. Nächste Woche werden alle Diskotheken, Bars und Schankwirtschaften wieder geschlossen. Alle Weihnachtsmärkte werden abgesagt. Darauf hat sich die Koalition aus CSU und Freien Wählern vor wenigen Minuten verständigt, wie der Münchner Merkur schon vor der Pressekonferenz mit Markus Söder exklusiv erfahren hat. Der Christkindlmarkt in München wurde bereits zuvor gestrichen.

Corona: Bayern geht in Lockdown light - Alle Weihnachtsmärkte abgesagt

Bayern nutzt eine Öffnungsklausel im Infektionsschutzgesetz. Weil Inzidenzen und Hospitalisierung dramatisch steigen, die Impfquote aber niedriger ist als in vielen anderen Ländern, geht der Freistaat deutliche Schritte über die Bundesregelung hinaus. Intern schilderte Ministerpräsident Söder (CSU) die Lage am Freitag als dramatisch. Auch sein Koalitionspartner, bisher bei schärferen Regeln immer skeptisch, geht den Weg mit.

Neben der Schließung von Weihnachtsmärkten will Bayerns Koalition die Kontakte ab Mitte nächster Woche wieder beschränken. Folgende Kontaktbeschränkungen gelten für Ungeimpfte: Es dürfen maximal fünf Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen. Kinder unter zwölf sowie Geimpfte zählen nicht mit dazu.

Corona-Regeln in Bayern: Sperrstunde, Clubs und Speiselokale

Für alle – ob Geimpfte oder Ungeimpfte – droht eine neue Sperrstunde. Speiselokale bleiben geöffnet, allerdings nur für Geimpfte und Genesene. Schankwirtschaften, Diskos, Clubs sowie Bordelle schließen hingegen.

Die Großveranstaltungen werden verkleinert. Künftig sind nur noch maximal 25 Prozent der Zuschauer erlaubt. Sie sollen eine Maske tragen. Das dürfte vor allem Fußballstadien treffen, aber auch die Kultur. Schließungen in der Kultur (sofern kein Hotspot-Gebiet) sind aktuell nicht vorgesehen.Für Sport- und Kulturveranstaltungen sowie Freizeiteinrichtungen und Messen gilt allerdings die 2G-Plus-Regel.

Bayern: Hochschulen und körpernahen Dienstleistungen droht 2G

Zusätzlich soll die 2G-Regel erweitert werden. So sollen zu körpernahen Dienstleistungen wie Friseuren sowie an Hochschulen nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt haben. Ausnahmen der 2G-Regel gilt für den Handel, sofern sich pro zehn Quadratmeter nur eine Person aufhält, und für Dienstleistungen im medizinischen, therapeutischen und im Pflegebereich.

Corona in Bayern: Diese Regeln gelten für Hotspot-Gebiete

In Corona-Hotspots, in denen die Lage komplett außer Kontrolle geraten ist – also mit einer Inzidenz über 1000 – soll es weitere Maßnahmen geben. So sollen Freizeit-, Sport- und Kulturveranstaltungen in diesen Gebieten untersagt werden. Gastro, Sport- und Kulturstätten und auch der Gastronomie und Beherbergungsbetrieben droht die Schließung. Die Vorlesungen an Hochschulen soll nur noch digital erfolgen. Der Handel bleibt geöffnet, allerdings mit einer Beschränkung auf 20 Quadratmeter pro Person. Die Schutzmaßnahmen sollen beendet werden, wenn die Region fünf Tage eine Inzidenz von unter 1000 vorweist und die Tendenz des Corona-Wertes nach unten geht, wie der Münchner Merkur erfahren hat.

Schulschließungen in Bayern? - Das sind die geplanten Regeln

Flächendeckende Schulschließungen sind nach der Absprache der bayerischen Koalition aber derzeit nicht geplant. Es bleibt beim Präsenzunterricht. Auch die Kindertagesstätten und Kindergärten bleiben geöffnet, hier sollen die Tests aber weiter ausgebaut und verbessert werden. Zudem soll im Schulsport eine Maske getragen werden.

Corona in Bayern: Söder verkündet neue Regeln

Man brauche einen „Wellenbrecher“, hatte Söder am Donnerstagabend gesagt. Für Bayern heißt das, dass zwar strenge Maßnahmen gelten, die auch mit verstärktem Polizeieinsatz kontrolliert werden sollen. Aber ein harter Lockdown für alle, wie ihn Österreich soeben auf den Weg gebracht hat, ist das nicht. Hier hat die Staatsregierung verfassungsrechtliche Bedenken. Der Landtag soll am Dienstag über die neuen Maßnahmen abstimmen. Eine Mehrheit durch CSU und Freie Wähler gilt dort als sicher, bisher haben auch die Grünen viele Maßnahmen mitgetragen – trotz erheblicher Kritik an Details und an der Kommunikation.

All diese Maßnahmen gelten bis 15. Dezember. Der Katastrophenfall bleibt. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte: „Das Corona-Drama geht weiter. Die Lage ist erdrückend und spitzt sich immer weiter zu.“

Von Christian Deutschländer

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