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Aggressive Stimmung nach abgesagter Corona-Demo in München: Etwa 5000 Querdenker „spazieren“ durchs Uni-Viertel

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Von: Thomas Eldersch

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Im Univiertel und am Odeonsplatz in München haben sich zahlreiche Demonstranten versammelt.
Im Univiertel und am Odeonsplatz in München haben sich zahlreiche Demonstranten versammelt. © Oliver Bodmer/Archivbild

Mehrere hundert Menschen haben sich am Mittwochabend zu einer nicht genehmigten Demo auf der Ludwigstraße getroffen. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort.

Update vom 22. Dezember 2021: Am Mittwochabend haben in München etwa 5000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Laut Angaben der Polizei soll es teils zu gewaltsamen Auswüchsen gekommen sein, die Stimmung sei aggressiv gewesen. Neben Angriffen auf Polizisten, bei denen Pfefferspray und Schlagstöcke zum Einsatz kamen, gab es auch einen Angriff auf einen Medienvertreter. Der mutmaßliche Täter sowie insgesamt elf Personen wurden festgenommen. 14 Straftaten wurden zur Anzeige gebracht.

Erstmeldung vom 21. Dezember 2021: München - Es hätte eigentlich ein ruhiger Abend für die Beamten der Münchner Polizei werden können. Eine große Demonstration von Gegnern der Corona-Maßnahmen mit geplant rund 5000 Teilnehmern wurde kurzfristig abgesagt, berichtet der BR. Dennoch ließen es sich zahlreiche Menschen nicht nehmen, auf die Straße zu gehen. Rund um das Münchner Univiertel an der Ludwigstraße haben sich am Mittwochabend mehrere 100 Menschen zum „Spazierengehen“ getroffen. Die Polizei ist mit rund 500 Einsatzkräften vor Ort.

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Corona-Demo in München: KVR untersagte Demonstration - Veranstalter zog Anmeldung zurück

Während es vor allem im Osten Deutschlands die Corona-Maßnahmen-Gegner am Montag auf die Straßen treibt, haben sich die Münchner wohl den Mittwoch zum Demonstrieren ausgesucht. Bereits am vergangenen Mittwoch waren schon zahlreiche sogenannte Querdenker auf der Ludwigstraße in der Maxvorstadt unterwegs gewesen. Für den heutigen Mittwoch, 22. Dezember, war erneut eine Demo zum Thema „Für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft ohne Impfpflicht“ laut KVR-Angaben angekündigt worden. Da die Teilnehmer aber durch die Stadt ziehen wollten, gab es keine Erlaubnis. Als Alternative stand die Theresienwiese im Raum. Doch dort hätten nur 2000 Personen teilnehmen dürfen. Deshalb wurde die Anmeldung am Dienstag zurückgezogen.

Über soziale Netzwerke und Chatgruppen schlossen sich trotzdem zahlreiche Menschen zusammen und zogen ohne Anmeldung los. Annähernd 3000 Gegner der Corona-Maßnahmen sollen unterwegs sein. Die Polizei schätzt sogar, es könnten 5000 Teilnehmer sein. Auf der Ludwigstraße und im Viertel rund um Siegestor und Universität versuchten nach Polizeiangaben rund 500 Beamte, die sogenannten Spaziergänge zu unterbinden. Der Autoverkehr auf der Ludwigstraße sei zeitweise gestoppt worden, weil die Demonstranten auf der Fahrbahn liefen, sagte eine Polizeisprecherin.

Corona-Demo in München: Gegen-Demonstration am Odeonsplatz

Während am einen Ende der Ludwigstraße zahlreiche Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren, haben sich am Odeonsplatz mehr als 150 Menschen zu einer Kundgebung einer Jugendorganisation der Grünen und anderer Gruppen versammelt, berichtet die Abendzeitung. Die Aktion steht unter dem Motto „Solidarität statt Schwurbel“. Bei der Veranstaltung sollte unter anderem den Opfern der Corona-Pandemie gedacht werden. Schon zu Beginn sollen aber Gegendemonstranten die Redner gestört haben, heißt es weiter. (tel)

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