„Es bleibt die Hoffnung auf Vernunft“

Demo-Wochenende in München: Polizei zieht Fazit - „Deutlich weniger Demonstranten als erwartet“

Massen zogen am vergangenen Wochenende durch die Innenstadt
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Massen zogen am vergangenen Wochenende durch die Innenstadt.

Bilder von ausufernden Demons wie zuletzt sollen sich in München nicht mehr zeigen. Daher vollzieht die Stadt eine neue Ansage in Richtung Querdenker und Co. Etwa 150 Abtreibungsgegner haben bereits am Odeonsplatz demonstriert.

Update vom 21. März, 17.14 Uhr: Friedlich mit Abstand und FFP2-Masken haben am Sonntag etwa 300 Menschen gegen den Corona-Lockdown in München protestiert. „Es sind deutlich weniger Demonstranten, als wir erwartet haben“, berichtet eine Polizeisprecherin am Sonntagnachmittag.

München: Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen verlaufen friedlich - Teilnehmer halten Abstand und tragen Maske

Ursprünglich hatten die Veranstalter 1000 Teilnehmer angemeldet. Politiker wie der FDP-Fraktionschef Martin Hagen und SPD-Bundestagsabgeordneter Florian Post wollten an der Protest-Veranstaltung ebenfalls teilnehmen.

„Wer mittels eines negativen Testergebnisses nachweisen kann, nicht infektiös zu sein, kann auch in Regionen mit hoher Inzidenz sicher in den Präsenzunterricht, den Handel, zu Kunst oder Sport gehen“, forderte der parlamentarische Geschäftsführer der Freien Wähler, Fabian Mehring, vorab in einer Pressemitteilung. „Schließlich müssen wir nun alles daransetzen, ein gutes Leben mit dem Virus zu organisieren, bis die Pandemie durch Impfung und Therapien final überwunden werden kann.“

Auch am Königsplatz war eine Demo mit rund 200 Teilnehmern gegen die Corona-Maßnahmen angemeldet. Hier kam es nach Angaben der Polizei ebenfalls zu keinen Störungen.

München: Demonstrationszug zieht von Odeonsplatz bis zum Königsplatz - 150 Teilnehmer bei Schlusskundgebung

Update vom 21. März, 11.34 Uhr: Am Samstag wurde zwischen 13 und 15 Uhr eine Versammlung in der Münchner Innenstadt durchgeführt. Dazu zog die Polizei München in ihrem Pressebericht vom Sonntag Bilanz: Demnach zog der Demonstrationszug vom Odeonsplatz über die Brienner Straße und den Karolinenplatz bis hin zum Königsplatz. Rund 150 Teilnehmer liefen mit. Die Schlusskundgebung fand bis 15.15 Uhr am Königsplatz statt.

„An der Schlusskundgebung waren letztendlich ca. 600 Personen vor Ort. Aufgrund des sehr konträren Versammlungsthemas gab es noch zwei Gegenversammlungen, die ebenfalls durchgeführt wurden. Hier waren einmal ca. 200 Personen und einmal ca. 150 Personen zugegen“, wie die Polizei berichtet.

Nach jetzigem Kenntnissstand „kam es dann durch dortige Teilnehmer zu versuchten Störaktionen in Bezug auf die erstgenannte Versammlung.“ Störversuche konnten „jedoch durch den Einsatz der Polizei vor Ort rechtzeitig unterbunden werden“, heißt es weiter. „Im Rahmen des Gesamteinsatzes musste in über hundert Fällen unmittelbarer Zwang durch die Polizei in Form von Schieben und Drücken angewandt werden. Dazu kam es nach dem jetzigen Erkenntnisstand zu mindestens zehn Anzeigen (versuchter Raub, Widerstand, Körperverletzung, Verstöße Infektionsschutzgesetz, etc.)“, bilanziert die Polizei abschließend.

Auch für den heutigen Sonntag sind Demonstrationen geplant (siehe Erstmeldung).

Update vom 20. März, 17.31 Uhr: Für das Wochenende sind in München mehrere Demonstrationen angekündigt. Doch nicht nur Gegner der Corona-Maßnahmen wollen dort bei Protestveranstaltungen ihre Meinung äußern. Auch hunderte Gegner und Befürworter von Abtreibungen haben am Samstag in der Landeshauptstadt demonstriert.

Demo in München: Hunderte Abtreibungsgegner ziehen vom Odeonsplatz bis zum Königsplatz

„Immer wenn es brenzlig wurde, konnten wir dazwischengehen“, berichtet ein Polizeisprecher. Den Beamten zufolge habe ein Teilnehmer am Königsplatz einen Rauchkörper gezündet. Insgesamt um die 150 Abtreibungsgegner zogen nach Schätzung der Polizei vom Odeonsplatz bis zum Königsplatz. Rund 600 Demonstrierende hätten sich dort anschließend zu einer Kundgebung der Organisation „Stimme der Stillen“ versammelt.

An verschiedenen Orten hätten sich ebenso Gegendemonstranten versammelt, so der Polizeisprecher. Die Beamten hätten eine unangemeldete Demonstration mit rund 150 Teilnehmern aufgelöst. „Es hat auch die eine oder andere Anzeige gegeben“, sagte der Sprecher. Rund 350 Polizisten waren im Einsatz.

München: Demos gegen Corona-Maßnahmen geplant - Stadt zieht nach letzter Veranstaltung Konsequenzen

Ursprünglicher Artikel vom 19. März:

München - Menschen tanzen ohne Masken und Abstand auf dem Marienplatz Polonaise – und der Polizei auf der Nase herum. Bilder wie bei der jüngsten Demo gegen die Corona-Maßnahmen (wir berichteten*) wollen die Beamten dieses Wochenende vermeiden.

Deshalb zieht die Stadt nun Konsequenzen: Bei den angemeldeten Corona-Demos sind Umzüge verboten. Für Samstag ist in München* ein Autokorso angekündigt sowie Kundgebungen am Harras und am Rotkreuzplatz.

Corona-Demos in München: Einige Veranstaltungen werden die Polizei auf Trab halten

Für Sonntag zugelassen ist auf dem Königsplatz von 12 bis 14 Uhr eine Demo mit 100 Teilnehmern, die sich gegen die Kritiker des Gesundheitsschutzes richtet. Danach ist auf dem Königsplatz von 16 bis 19 Uhr ein Protest gegen die Corona-Maßnahmen mit maximal 200 Teilnehmern geplant. Auf der Theresienwiese ist von 15.30 bis 18.30 Uhr eine Demo gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen des Gesundheitsschutzes mit maximal 1000 Teilnehmern.

Ein aus der Querdenker-Szene* angemeldeter Demozug durch die Innenstadt wurde untersagt und als stationäre Versammlung von 10 bis 13 Uhr mit 450 Teilnehmern auf die Theresienwiese verlegt. Dagegen wollen die Veranstalter eventuell noch klagen. Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle: „Eine gewaltvolle Eskalation will niemand. Diesmal versuchen wir es mit Königsplatz und Theresienwiese. Es bleibt die Hoffnung auf Vernunft.“ (LAF) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Welche Lockdown-Strategie schlägt Deutschland ein? Beim heutigen Merkel-Gipfel legen Bund und Länder den Corona-Fahrplan fest. Alle News live.

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