Impfdosen bleiben liegen

Corona in München: Impfbereitschaft in Landeshauptstadt lässt nach – Delta-Variante breitet sich weiter aus

Während noch vor wenigen Wochen die Nachfrage nach der Corona-Immunisierung höher war, als die verfügbaren Impfdosen, sieht es nun – zumindest bei bestimmten Impfstoffen – anders aus.
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Die Impfnachfrage in München lässt nach – zudem ist ein großes Gefälle zwischen den Stadtteilen zu sehen

Bis vor Kurzem gab es noch weniger Corona-Impfdosen als Impfwillige. Das scheint sich nun zu ändern – während sich die Delta-Variante weiter ausbreitet.

München - Noch vor wenigen Wochen war es das typische Bild: Lange Schlangen vor den Impfzentren, begleitet von Schlagzeilen, wonach ständig zu wenig Impfdosen für zu viele Menschen, die sich gegen Corona immunisieren lassen wollen, zur Verfügung stehen. Seit nunmehr rund sechs Monaten wird in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft, und während vor allem der Start eher holprig verlief, sah es zwischendrin recht gut aus – die Zahl der täglich verabreichten Impfdosen war hoch, es ging voran. Dieser Schwung scheint nun aber abzuebben.

Corona in München: Impfbereitschaft sinkt – vor allem ein Vakzin bleibt problematisch

Schaut man auf die derzeitigen Impfzahlen, bewegt sich München und Umgebung im landesweiten Mittelfeld. 52,7 Prozent der Gesamtbevölkerung haben – Stand 8. Juli 2021 – laut der Stadt München ihre erste Impfdosis erhalten, die zweite Impfung erhielten 39,7 Prozent. Weiterhin ein Problem: Der Impfstoff von Astrazeneca*. Ihm gegenüber ist die Skepsis unter den Bürgern Münchens ungebrochen hoch. Seit nun auch die Ständige Impfkommission (Stiko) Menschen, die Astrazeneca als Erstimpfung erhalten hatten, als Zweitimpfung den sowieso schon begehrteren Impfstoff von Biontech erhalten sollen, ist ein starkes Gefälle spürbar, wie auch das städtische Gesundheitsreferat der Süddeutschen Zeitung zufolge berichtet. Während die Nachfrage nach dem Biontech-Vakzin* weiter hoch ist, bleiben Impfdosen von Astrazeneca liegen – so zumindest auch die Befürchtung von Oliver Abbushi, dem Münchner Bezirksvorsitzenden des Bayerischen Hausärzteverbands, wie er gegenüber der SZ bestätigt.

Corona-Impfung: Mehraufwand für die Hausärzte, Gefälle zwischen den Münchner Stadtteilen

Ein weiteres Problem der Stiko-Empfehlung zur Kreuzimpfung zwischen Astrazeneca und Biontech: Die Hausärzte müssen über zwei verschiedene Vakzine aufklären, ein deutlicher Mehraufwand für die eh schon an der Belastungsgrenze arbeitenden Ärzte. Peter Sandmann, Vorstandsmitglied des Bayerischen Apothekerverbandes, erkennt gegenüber der SZ immerhin eine grundsätzlich solide laufende Impfkampagne an. Ihn besorgt aber, dass es zwischen den Stadtteilen Münchens ein immer deutlicher werdendes Gefälle gibt, was die Impfquoten angeht. Je besser situiert das Viertel, desto mehr Anwohner sind auch geimpft, das zeigen Statistiken. Um dem entgegenzuwirken, sind vermehrt mobile Impfteams im Einsatz.

Coronavirus: Delta-Variante breitet sich aus, Inzidenz bleibt stabil

Derweil bereitet die Delta-Variante, eine deutlich ansteckendere Mutation des Coronavirus*, weiter Sorge. Waren am 3. Juli noch 170 Delta-Fälle in der Landeshauptstadt München registriert worden, gab das Robert-Koch-Institut am Mittwochabend bekannt, dass die hochansteckende Virusmutation erstmals dominierend in Deutschland ist. So wurde die Variante in 59 Prozent der untersuchten Proben nachgewiesen. Dafür bleibt die Inzidenz auf einem stabilen, niedrigen Niveau: Für den 8. Juli beziffert das RKI diese mit 10,6. Für Mittwoch, den 7. Juli, wurden 31 neue Coronafälle und kein neuer Todesfall gemeldet. Damit haben sich in München insgesamt 73.720 Menschen mit dem Virus infiziert, die Todeszahl liegt bei 1.262.

Schwerwiegende Corona-Folgen für München und Münchner

Während die Inzidenz also weiter im niedrigen Bereich bleibt, fürchten Behörden und Politiker um eine durch die Delta-Variante begünstigte vierte Welle im Herbst. Vor allem neuerliche Maßnahmen, um die Verbreitung des Coronavirus wieder einzuschränken, treiben den Menschen Sorgenfalten ins Gesicht. Kein Wunder, sorgten die Corona-Folgen doch für Umsatz-Einbrüche von bis zu 80 Prozent. Und für fast alle Münchner spürbar: Sogar die Bierpreise schießen in die Höhe. Immerhin: Beim derzeitigen Wetter in München gibt es eh kaum die Möglichkeit, im Biergarten unter diesen Preisen zu leiden. *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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