Interimsquartier als Dauerlösung?

Corona in München: Kippt die Gasteig-Sanierung doch noch?

Der Gasteig - wie er nach der Sanierung strahlen soll: Ob die Vision Wi rklichkeit wird, ist unsicher, nachdem der Stadt die Einnahmen wegbrechen.

Die Sanierung des Gasteigs ist noch nicht ganz in trockenen Tüchern. Am Dienstag tagt der Aufsichtsrat. Offiziell soll dabei der Stand der Planungen der Sanierung vorgestellt werden. Ob der Umbau des Kulturtempels allerdings so wie geplant kommt, ist unklar.

Im Koalitionsvertrag heißt es, SPD und Grüne bekennen sich weiterhin zu einer Sanierung, jedoch ist die Ausgestaltung nicht näher benannt. Und wegen Corona brechen der Stadt Einnahmen weg. „Wir müssen uns schon fragen, was wir da wie finanzieren können“, sagt Grünen-Fraktionschef Florian Roth, der im Aufsichtsrat der Gasteig GmbH sitzt.

Man müsse sich ferner zusammensetzen und entscheiden, welche Kapazitäten mittelfristig für klassische Konzerte benötigt werden. „Der Freistaat scheint seinen Konzertsaalbau zu hinterfragen, was nahelegen könnte, gemeinsam mit der Staatsregierung über notwendige Gesamtkapazitäten in München für klassische Konzerte zu diskutieren.“ München habe den Herkulessaal, den Konzertsaal des Freistaats und die Interimsphilharmonie, die in Sendling gebaut wird. Vorstellbar laut Roth: Die Interimsphilharmonie könnte erhalten bleiben. „Essentiell ist aber, dass auch Bibliothek und Volkshochschule zeitgemäß modernisiert werden.“

Ähnliche Gedanken gibt es wohl auch in Landtagskreisen. Demnach könnte der Freistaat den Gasteig sanieren, das Interimsquartier bliebe erhalten, der Konzertsaal würde nicht gebaut.

Der Münchner Stadtrat jedenfalls entscheidet im Herbst, in welchem Umfang er den Gasteig sanieren möchte. CSU-Chef Manuel Pretzl sagte auf Anfrage: „Es kann tatsächlich passieren, dass die Sanierung nicht in dem vollen Umfang durchgeführt wird.“ Die Geschäftsführung des Gasteigs sei gerade dabei, sogenannte Steckbriefe zu erstellen, quasi Bausteine, über deren Umsetzung einzeln entschieden wird. „Es ist denkbar, dass der Stadtrat von 25 dann nur die Hälfte nimmt“, sagt Pretzl, wobei die CSU an der großen Sanierung festhalten wolle.

Kein Geheimnis ist, dass die SPD schon immer mit einer kleineren Sanierung geliebäugelt hat. Stadtrat und Aufsichtsratsmitglied Klaus Peter Rupp sagte auf Anfrage: „Wir haben aber jetzt eine größere Planungstiefe erreicht. Bisher läuft es ganz gut, der Kostenrahmen ist stabil. Aber vor dem Hintergrund Corona muss man alle Großprojekte noch einmal diskutieren.“

Die Generalsanierung des Gasteigs soll nach derzeitigem Stand zwischen 410 und 450 Millionen Euro kosten. Hinzu kommen Kosten für das Interimsquartier in Höhe von mindestens 108 Millionen Euro. Ende 2021 soll mit der Sanierung begonnen werden. 

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