Warnschuss vor der Totalabsage

Corona-Irrsinn: Flößer sagen Fahrten auf der Isar bis Mitte Juli ab - Verzweiflung wächst täglich

Floßfahrten auf der Isar sind beliebt – doch auch diese Saison droht auszufallen.
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Floßfahrten auf der Isar sind beliebt – doch auch diese Saison droht auszufallen (Archivfoto).

Der Start in die Floßfahrt-Saison auf der Isar ist schon am 1. Mai 2021 ins Wasser gefallen. Und jetzt? Die Corona-Regeln sind für die Flößer sehr kompliziert. Betriebe schlagen Alarm.

München - Seit Wochen wollen die Flößerbetriebe auf der Isar wissen, wie sie die Corona-Regeln auf dem Wasser umsetzen können. Doch noch immer vermissen sie konkrete Ansagen. Die Zeit drängt – wenn sich nichts ändert, fällt auch diese Saison ins Wasser. Bis 11. Juli wurden bereits alle Floßfahrten abgesagt. Die Verzweiflung wächst täglich.

Floßfahrten auf der Isar - Saison 2021 vor dem Aus

„Es ist der Warnschuss vor der Totalabsage“, sagt Monika Heidl-Seitner vom Flößereibetrieb Franz Seitner. Eigentlich hätten die Flößer im Mai den Betrieb aufgenommen. Aber, wie berichtet, fehlt es den Betrieben an Planungssicherheit.

Dabei gab es kurzzeitig Hoffnung: Floßfahrten gelten nach einer neuen Klassifizierung des Wirtschaftsministeriums nicht mehr als „Fluss- und Seenschifffahrt im Ausflugsverkehr“, sondern als „gewerbliche (nicht ortsfeste) Freizeitaktivitäten“. Doch das ändert – nichts.

Hofft auf nächste Saison: Monika Heidl-Seitner.

„Wir sind keinen Schritt weiter, was die Umsetzung der Hygienemaßnahmen für unseren Betrieb betrifft“, sagt Heidl-Seitner. Zwar sind Floßfahrten nicht verboten. Doch welche Corona*-Vorgaben gelten, weiß keiner so genau. Das Gesundheitsministerium teilt mit, dass bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 bis zu 100 Personen auf ein Floß dürfen. Allerdings nur, wenn es sich um „öffentliche Veranstaltungen aus besonderem Anlass“ handelt. Ansonsten gelten die „Allgemeinen Kontaktbeschränkungen“ – nur Gruppen von bis zu zehn Personen sind erlaubt. „Was heißt das jetzt für uns?“, will Heidl-Seitner wissen. Ob eine Veranstaltung vorliege, könne „nicht abstrakt und allgemeingültig beantwortet werden und ist daher im konkreten Einzelfall durch die örtlich zuständige Kreisverwaltungsbehörde zu beurteilen“, teilt das Gesundheitsministerium mit.

Auch wie mit Caterern, Musikern und dem Begegnungsverkehr auf dem Floß umgegangen werden soll, ist nicht genau definiert. Auf den Mindestabstand könne zwar verzichtet werden – aber nur auf dem Platz. „Wir können die Leute doch nicht sechs Stunden auf ihren Plätzen festnageln“, empört sich Heidl-Seitner. Sie rechnet nicht damit, dass die Flöße dieses Jahr noch fahren. „Dafür starten wir nächste Saison voll durch!“  (D. POHL)

Schlauchbootfahrten auf der Isar* nehmen dagegen zu. Hobbykapitäne bringen sich dabei in Lebensgefahr. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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