Gaststättenbetreiber musste 10.000 Euro zahlen

Corona-Kontrollen: 1000 Polizisten im Einsatz - München nimmt Millionenbetrag für Verstöße ein

Auch in München wurde am Aktionstag intensiv kontrolliert, ob Masken-Muffel unterwegs waren. In der Corona-Krise nahm die Stadt über Strafen wegen Verstößen einen Millionenbetrag ein.

München - Eine U-Bahn* fährt am Odeonsplatz ein. Gedankenverloren schaut ein Fahrgast aus dem Fenster und zuckt plötzlich zusammen: Auf dem Bahnsteig stehen mehrere Polizisten*. Schnell greift der Mann zum heruntergerutschten Mundschutz* und zieht ihn wieder über die Nase. Er kommt gerade noch so mit dem Schreck davon: Die Polizei hat ihn nicht gesehen. Wie ihm, ging es am Montag wohl vielen Masken-Muffeln: Denn die Polizei führte eine Schwerpunktkontrolle zur Einhaltung Maskenpflicht durch. Etwa 1000 Beamte waren unterwegs und auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) ließen sich einen prüfenden Blick am Odeonsplatz nicht nehmen.

Sie appellierten: „Zur Eindämmung der Corona-Pandemie* muss die Maskenpflicht unbedingt eingehalten werden.“ Und: „Wichtig ist ein kontinuierlicher Kontrolldruck, um Masken-Muffeln einen Denkzettel zu verpassen.“ Bereits im August und Oktober wurden bayernweite Kontrollaktionen mit insgesamt 2100 geahndeten Verstößen durchgeführt.

Achtung, Polizei! Die Ordnungshüter waren am Montag bei den umfangreichen Masken-Kontrollen im Einsatz.

Masken-Kontrolle in der Corona-Krise: In München schon 1,75 Millionen Euro Strafe wegen Verstößen

Sicher ist: In München* wird sich der eine oder andere schon über seinen Leichtsinn und die damit verbundene Strafe ärgern. Im Kreisverwaltungsreferat verzeichnet man inzwischen etwa 14.000 Anzeigen zu „Corona-Verstößen“. Einen positiven Nebeneffekt hat das Ganze zumindest für die Kassen der Stadt: Die festgesetzten Corona-Bußgelder belaufen sich mittlerweile auf 1.750.000 Euro und fließen in den allgemeinen Verwaltungshaushalt.

In München wurden die häufigsten Bußgelder übrigens im Frühjahr während des ersten Lockdowns verhängt. Damals wurde man für das „Verlassen der eigenen Wohnung ohne triftigen Grund“ mit 150 Euro bestraft. Gleich teuer war das „Nichteinhalten der Kontaktbeschränkung“. „Verstöße gegen die Maskenpflicht im ÖPNV“ kosteten 250 Euro Bußgeld. Kurse, die auch aktuell gelten. Die höchste Strafe, die ein Münchner bisher wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz zahlen musste, ging an einen Gaststättenbetreiber. Dort fehlte das Hygienekonzept, es waren zu viele Leute im Lokal, die nicht die Abstände einhielten und auch die Masken selbst wurden falsch getragen. Bußgeld: 10.000 Euro! (S. Mercier) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Marcus Schlaf

Mehr zum Thema:

Kommentare