„Es hat ja keinen Sinn“

Merkels nächster Corona-Gipfel steht vor der Tür - Söder spricht jetzt schon von Lockdown-Verlängerung

Die Corona-Zahlen in München sinken weiter. Kommende Woche wird über neue Maßnahmen entschieden. CSU-Chef Markus Söder sieht keine Alternative zur Lockdown-Verlängerung.

  • CSU-Chef Markus Söder hat sich für eine Verlängerung des Lockdowns ausgesprochen (siehe Update vom 7. Februar, 18.41 Uhr)
  • Eine neue Impfstoff-Lieferung ist in Bayern angekommen (siehe Update vom 6. Februar, 19.55 Uhr).
  • Unser Corona-Newsticker ist beendet.

+++ Dieser Ticker ist beendet. Über alle weiteren Informationen rund um die Corona-Pandemie in München, Bayern und Deutschland informieren wir Sie hier in unserem neuen Corona-Ticker.+++

Update vom 7. Februar, 20.57 Uhr: Die Corona-Fallzahlen in München gehen runter. Für OB Dieter Reiter ein Erfolg, der den Bürgern zu verdanken sei. Der Rathauschef will Lockerungen durchsetzen und hat ein Treffen mit Söder geplant.

Corona-Lockdown: Söder spricht heute schon von Lockdown-Verlängerung

Update vom 7. Februar, 18.41 Uhr: Der Bund-Länder-Gipfel steht vor der Tür. Doch schon vorab hat CSU-Chef Söder jegliche Hoffnungen auf Lockerungen zunichte gemacht. Im ARD-„Bericht aus Berlin“ sagte er: „Ich glaube, grundsätzlich wird der Lockdown erstmal verlängert werden müssen. Es hat ja keinen Sinn, jetzt abzubrechen einfach.“ Bund und Länder hätten im November schon einmal den Fehler gemacht, nicht entschieden genug gehandelt zu haben. Der Stressfaktor für die Menschen sei dennoch zu hoch. „Die Wirtschaftshilfen des Bundes kommen in der Tat zu schlecht und zu spät“, kritisiert Söder.

Update vom 7. Februar, 15.27 Uhr: Die Woche der Entscheidungen steht an. Am 10. Februar treffen sich Bund und Länder wiederholt zu einem Corona-„Gipfel“. Zwischen große Lockerungs-Debatten mischen sich auch zahlreiche Stimmen, die weiter einen vorsichtigen Weg für die bessere Strategie halten. Darunter auch der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Doch für diese Haltung gibt es jetzt Gegenwind. Konkret geht es der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag um die nächtliche Ausgangssperre. Im Freistaat gilt diese seit dem 16. Dezember - in München bereits seit dem 9. Dezember.

Corona-Lockdown: Ausgangssperre in Bayern „rechtswidrig“? Entscheidung steht an

Martin Hagen, Fraktionsvorsitzender der FDP im Bayerischen Landtag, hält eine Verlängerung der Ausgangssperre für „rechtswidrig“. Seine Begründung ist die mittlerweile stark gesunkene Inzidenz in Bayern. Damals lag diese bei über 200 - CSU-Chef Söder begründete die Maßnahme seinerzeit anhand dieser Marke.

Noch ist nicht klar, ob die nächtliche Ausgangssperre in Bayern verlängert wird. Im Laufe der Woche wird die Bayerische Regierung eine Entscheidung treffen müssen.

Update vom 7. Februar, 12.50 Uhr: In München wurden für Samstag (6. Februar) 75 neue Corona-Infektionen und drei weitere Todesfälle gemeldet. Insgesamt sind in der Landeshauptstadt damit bislang 52.354 Infektionen bestätigt. In dieser Zahl enthalten sind 49.708 Personen, die bereits genesen sind, sowie insgesamt 1.009 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz für München beträgt laut RKI 45,7 und liegt somit leicht höher als noch am Vortag (45,1). Die Reproduktionszahl, die angibt, wie viele weitere Menschen ein Infizierter ansteckt, wird derweil unverändert mit 0,85 angegeben. Statistisch gesehen stecken somit 100 Infizierte 85 weitere Personen an. Eine Reproduktionszahl von unter 1 ist laut RKI notwendig, um die Zahl der Neuinfektionen dauerhaft zu senken.

Update vom 7. Februar 11.50 Uhr: Angesichts der noch immer hohen Infektionszahlen in Bayern scheint eine Lockerung des derzeit geltenden Corona-Lockdown* nach dem 14. Februar vorerst unwahrscheinlich. CSU*-Generalsekretär Markus Blume warnte gegenüber der Bams vor verfrühten Lockerungen: „Wir müssen beim aktuellen Kurs von Vorsicht und Umsicht bleiben. Wir sind nicht über den Berg. Wir müssen alles tun, um eine dritte Welle zu vermeiden.* Zudem haben wir die zunehmende Bedrohung durch neue Virus-Mutationen. Deshalb kann es keine überstürzten Öffnungen nach dem 14. Februar geben.“

Corona in München: Gesundheitsämter und Bürgermeister machen Hoffnung

Mehrere Experten hatten immer wieder davor gewarnt, dass ein Inzidenzwert von um die 50, wie er bereits in vielen Regionen Bayerns mittlerweile wieder erreicht wurde, nicht ausreichend sei, um größere Lockerungen vorzunehmen. Hintergrund ist vor allem, dass es bislang immer hieß, die Gesundheitsämter in Deutschland könnten Infektionsketten ab einem Wert von über 50 Neuinfektionen gerechnet auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen nicht mehr ausreichend nachverfolgen.

Mehrere Bürgermeister deutscher Großstädte, darunter auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), widersprachen allerdings nun dieser Aussage. Die Welt am Sonntag berichtet von entsprechenden Angaben aus München, Bremen, Köln, Düsseldorf und Leipzig, nach denen auch über einem Inzidenzwert von 50 die Gesundheitsämter mittlerweile in der Lage zur Kontaktnachverfolgung seien. Dies sei vor allem mit der gelungenen Einführung schnellerer IT-Lösungen zu begründen.

Update vom 6. Februar, 19.55 Uhr: Die erste Lieferung des Corona-Impfstoffs des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca ist in Bayern eingetroffen. „Die erste Charge enthält 52.800 Impfdosen“, erklärte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Samstagabend laut Mitteilung. Der Impfstoff solle nun bis auf eine geringe Sicherheitsreserve an die Impfzentren im Freistaat ausgeliefert werden. „Er soll so schnell wie möglich verimpft werden“.

Nach den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna ist der Astrazeneca-Impfstoff der dritte, der in Deutschland verfügbar ist. Die Ständige Impfkommission hat das Vakzin nur für unter 65-Jährige empfohlen. Bei welchen Gruppen der Impfstoff konkret eingesetzt werde, hänge von der neuen Impfverordnung des Bundes ab, die erst Anfang der Woche kommen solle, so Holetschek.

Sofern es bei den Zusagen von Astrazeneca für weitere Lieferungen bleibt, werden im Februar insgesamt rund 270 000 Impfdosen des Herstellers erwartet, wie es in der Mitteilung weiter heißt.

Corona in Bayern: Söder warnt erneut vor Lockerungen

Update vom 6. Februar, 14.55 Uhr: Vor den Bund-Länder-Beratungen zum weiteren Corona-Kurs hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vor überstürzten Lockerungen gewarnt. „Wenn die Zahlen sinken, und das tun sie, dann haben wir mehr Perspektiven, dann gibt es auch Veränderungen und natürlich wieder zu mehr Freiheit und Normalität.“ Das sagte Söder am Samstag auf dem CDU-Landesparteitag im niedersächsischen Hildesheim. wo er zugeschaltet wurde. Lockerungen müssten aber nicht übereilt, sondern in einem moderaten Prozess erfolgen, nötig seien Empathie und Ehrlichkeit gegenüber der Bevölkerung.

Überstürzte Lockerungen könnten gefährlich werden, wie sich im Nachbarland Tschechien und teils auch in Österreich zeige, so der CSU-Chef. „Sicherheit ist - glaube ich - am Ende der beste Ratgeber.“ Bei der Bewältigung der Corona-Epidemie sei Deutschland im Vergleich mit vielen anderen Ländern der Welt den richtigen Weg gegangen, sagte Söder. „Ich wünsche mir einfach, dass wir diesen Weg jetzt klug und besonnen weitergehen.“

Corona in München: Stadt meldet neue Fallzahlen - Zahl der Toten übersteigt bittere Marke

Update vom 6. Februar, 13.14 Uhr: Jetzt hat auch die Stadt München die aktuellen Corona-Zahlen für die Landeshauptstadt gemeldet. Demnach wurden für Freitag 153 neue Virus-Fälle verzeichnet sowie acht weitere Todesfälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 45,1. Bei diesem Wert bezieht sich die Stadt auf RKI-Angaben. Die Reproduktionszahl liegt aktuell bei 0,85 und damit deutlich unter der kritischen Marke von 1.

Insgesamt steigt die Zahl der Corona-Fälle in München damit auf 52 279 Infektionen. Darin enthalten sind 49 578 Menschen, die bereits wieder genesen sind. Die Zahl der Todesfälle steigt insgesamt erstmals über 1000 und liegt nun bei 1006.

Update vom 6. Februar, 08.32 Uhr: Wie geht es weiter mit den Corona-Maßnahmen in Deutschland? Besonders die Münchner sehnen sich nach dem Inzidenz-Erfolg nach Lockdown-Lockerungen. Dabei kocht ein Thema seit Beginn der Pandemie immer wieder hoch: Die geschlossenen Friseur-Läden. Nach Ansicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer sollten diese bald wieder öffnen dürfen.

„Ich bin in der aktuellen Situation ganz klar für eine Verlängerung der Corona-Schutzmaßnahmen“, sagte der CSU-Politiker dem Spiegel. „Wir sollten aber diejenigen Maßnahmen zurücknehmen, die ganz offensichtlich keine Schutzwirkung entfalten“, fügte er hinzu. Bei den Friseuren habe sich „regelrecht ein Schwarzmarkt“ entwickelt. Immer mehr Menschen würden sich auf anderen Wegen und dann eben auch ohne Hygienekonzepte die Haare schneiden lassen. Das sei viel gefährlicher, als Friseurläden mit einem strengen Hygiene-Konzept die Öffnung zu gestatten.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt äußert sich im Merkur-Interview ähnlich. Schnelle Lockerungen sehe er zwar nicht. „Aber wenn man über die Reihenfolge von Lockerungsmechanismen diskutiert, muss nicht zwingend die Schule zu Beginn stehen. Ich weiß, dass die Forderungen danach besonders stark sind und es dafür auch gute Gründe gibt, aber ein mögliches Infektionsgeschehen in den Schulen stellt aus meiner Sicht kein unwesentliches Risiko dar. Ich könnte mir Lockerungen beispielsweise bei körpernahen Dienstleistungen oder anderen Bereichen zu Beginn eher vorstellen.“

Auch Kanzlerin Angela Merkel hatte am Donnerstag bei RTL und ntv gesagt: „Also, ich freue mich auch, wenn Friseure mal wieder auf machen können.“

Corona in München: RKI nennt neue Zahlen 

Update vom 6. Februar, 7.47 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz in München ist weiter gesunken: An diesem Samstag (Stand: 0 Uhr) meldete das RKI einen Wert von 45,1. Es kamen binnen eines Tages 116 Neuinfektionen sowie 17 weitere Todesfälle an oder mit Covid-19 hinzu.

Wenn die Inzidenz in der Stadt mindestens sieben Tage lang unter der Marke von 50 liegt, denkt die Politik über Lockerungen nach (siehe Update vom 5. Februar, 7.35 Uhr).

Update vom 5. Februar, 19.57 Uhr: Der Betrieb im Impfzentrum in Riem nimmt Fahrt auf: Nachdem am Mittwoch 150 Münchner ihre Impfung in der Messehalle C3 bekamen, stockte die Stadt die Termine am Donnerstag und Freitag auf jeweils 450 auf – eine Verdreifachung. Für Samstag und Sonntag gibt’s sogar jeweils 800 weitere Termine.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagt: „Ich bin sehr froh, dass wir nun endlich auch außerhalb der Alten- und Pflegeheime unseren besonders gefährdeten Seniorinnen und Senioren die Schutzimpfung gegen Corona anbieten können. Der reibungslose Impfstart im Impfzentrum hat gezeigt, dass wir bestens vorbereitet sind und auch an Tempo noch deutlich zulegen können, wenn wir entsprechende Impfstoffmengen zur Verfügung gestellt bekommen. Hierzu bleibe ich auch weiter im intensiven Austausch mit dem bayerischen Gesundheitsminister.“

Corona-Impfungen nur mit vorheriger Terminvereinbarung

Seit 27. Dezember hat die Stadt rund 37.900 Impfdosen bekommen. Davon haben die städtischen Impfteams bis einschließlich Donnerstag insgesamt rund 21.800 Impfungen durchgeführt. Wichtig: Impfungen gibt’s in Riem nur mit vorheriger Terminvereinbarung und derzeit auch nur für die höchste Prioritäts-Gruppe.

Ab kommenden Montag, 8. Februar, fährt die MVG-Sonderlinie 99 „Impfzentrum“ von der U2-Haltestelle Messestadt West (Willy-Brandt-Platz, Höhe Lift) über die U2-Haltestelle Messestadt Ost (Haltestelle der Buslinie X400 Richtung Parsdorf) zum Impfzentrum, Messehalle C3 (Eingang Nord). Die Busse fahren ab Montag von 8.30 bis 18.30 Uhr. An diesem Wochenende fährt noch – wie in den letzten Tagen – ein Shuttle- Service des Impfzentrums die beiden U-Bahnhöfe Messestadt Ost und West an. Die Anreise mit dem Auto erfolgt über die Autobahn A 94, Anschlussstelle 5 „München-Riem“, Zufahrt zum Impfzentrum über Paul-Henri-Spaak-Straße, Tor 17.

Söder warnte erneut vor zu frühen Lockerungen der Corona-Maßnahmen

Update vom 5. Februar, 14.28 Uhr: Mit Blick auf die Debatte um Lockerungen ab Mitte Februar hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bei einer Videoschalte mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron erneut vor überhasteten Festlegungen gewarnt: „Es ist wichtig, nicht überstürzt zu handeln, sondern einen klugen Weg umsichtig fortzusetzen“.

Aufgabe sei jetzt, die Kraft aufzubringen, um die Therapie ohne einen erneuten Rückfall beenden zu können. „Keiner, der jetzt für Lockerungen eintritt, handelt falsch. Aber wir müssen den Zeitpunkt richtig definieren“, sagte Söder vor dem nächsten Merkel-Gipfel am 10. Februar. Bayerns Ministerpräsident sieht in einem weiteren Punkt neues Gefahrenpotenzial: Nicht nur eine „dritte Welle“ sei möglich, sondern auch die Weigerung der Menschen, die verordneten Schutzmaßnahmen mitzutragen.

„Wir ändern die Verordnung“: Spahn verrät neue Corona-Strategie für Deutschland - und gesteht Hürde ein

Update vom 5. Februar, 11.05 Uhr: Der Start der Impfkampagne war schwierig“, eröffnete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) seine Rede in der heutigen Bundespressekonferenz (BPK). Aber man habe nun das Mittel, „das Virus im Laufe des Jahres zu besiegen“. Drei Millionen Impfdosen seien in Deutschland bereits verabreicht. 800.000 Menschen bundesweit hätten bereits die zweite Dosis erhalten - das sei EU-weit eine „hohe Quote“ für die Zweitimpfung, so Spahn. 80 Prozent der Pflegeeinrichtungs-Bewohner hätten bereits die Erstimpfung.

Spahn erwähnt auch, dass der AstraZeneca-Impstoff eher an Jüngere verimpft werden solle, während ältere Menschen die Vakzine von Biontech oder Moderna erhalten sollen: „Wir ändern die Impfordnung leicht.“

Update vom 5. Februar, 10.09 Uhr: Die Debatte um die Isolation des österreichischen Bundeslandes Tirol wegen der vermehrt aufgetretenen Südafrika-Variante des Coronavirus geht weiter. Die Virologin Dorothee von Laer von der Medizinischen Universität Innsbruck bekräftigte am Freitag ihre Forderung nach einer Quarantäne zumindest für die wohl besonders betroffenen Teile Tirols zwischen Innsbruck und der Grenze zu Bayern. Währenddessen müsse intensiv daran gearbeitet werden, diese Variante auf fast null zu bringen, sagte die Expertin im ORF-Fernsehen. „Vor einem Jahr hat die Quarantäne wahnsinnig gut geholfen“, erinnerte sie an die Einschränkungen für alle 279 Tiroler Gemeinden im Frühjahr 2020.

Tirol wegen Corona-Mutation in Quarantäne? Debatte schwelt weiter

Andere Experten wie der Innsbrucker Infektiologe und Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin, Günter Weiss, sprachen sich gegen eine solchen Schritt aus. Die Virus-Variante habe sich in Europa schon ausgebreitet. Das werde man nicht mehr verhindern können. Auch das Land sieht keine Notwendigkeit für einen solch drastischen Schritt. Landeschef Günther Platter (ÖVP) mahnte die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen an. Die südafrikanische Variante sei in Tirol bisher 75 Mal identifiziert worden - nur fünf Betroffene seien aktiv positiv. Das Land intensiviere die Kontaktnachverfolgung und das Testen. 

Die Bundesregierung in Wien will spätestens am Sonntag entscheiden, ob eine Quarantäne nötig ist. Aktuell ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Tirol nicht auffällig.  Kritik an der Situation in Tirol kam jetzt auch aus Deutschland: „Das hätte vermieden werden können, wenn nicht Tausende Skifahren gegangen wären“, erklärte RKI-Chef Lothar Wieler.

Corona-Lockdown: RKI gibt entscheidendes München-Update schon heute früh

Update vom 5. Februar, 7.35 Uhr: Sieben Tage lang muss der Inzidenzwert in München unter 50 liegen, dann könne man über Lockerungen sprechen. So hatten es Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gestern in einem Telefongespräch vereinbart. Zumindest heute scheint die Landeshauptstadt weiter auf einem guten Weg. Am zweiten Tag in Folge wird die „magische“ Marke geknackt. Aktuell vermeldet das Robert-Koch-Institut (RKI) für München eine 7-Tage-Inzidenz von 46,9.

Update vom 5. Februar, 6.40 Uhr: Trotz immer weiter sinkender Inzidenzzahlen bleiben die harten Lockdown-Maßnahmen in Bayern weiter bestehen. In der Landeshauptstadt liegt die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen gerechnet auf 100.000 Einwohner derzeit bei 48 (Stand. 4. Februar). Doch selbst in Regensburg, wo die Inzidenz mit knapp 24 nur halb so hoch ist, bleiben die Maßnahmen inklusive Ausgangssperre und geschlossenen Läden bestehen.

Unter dem Motto „Die Hütte brennt“ haben nun Wirtshausbetreiber in ganz Bayern am Donnerstagabend das Licht in ihren Betrieben angeknipst. Sie folgten damit einem Aufruf des Vereins zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) und soll die Forderung der Öffnungen von Wirtshäusern in Bayern ab dem 1. März unterstreichen.

Corona in München: Wirtshausbetreiber fordern Öffnung - „Die Hütte brennt“

Die Gastronomiebetriebe sind für Gäste bereits seit über drei Monaten geschlossen und haben seit dem ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr stets mit strengen Regeln zu kämpfen gehabt. Nun sei die Die Gastronomiebranche am Ende, sagte VEBWK-Geschäftsführerin Ursula Zimmermann. „Viele Gastronomen denken bereits ans Aufgeben.“ Dies betreffe allerdings nicht nur die Wirte sondern auch Angestellte, Verpächter, Reinigungsservices und viele weitere Branchen.

Corona: „Gastronomie ist am Ende“ - Viele Betreiber denken ans Ausgeben - doch Söder macht wenig Hoffnung

„Resignation, Wut, Hoffnungslosigkeit und enorme Zukunftsängstebestimmen seit nun fast einem Jahr das Leben aller, die direkt oder indirekt mit der Gastronomiebranche verbunden sind“, sagte Zimmermann. „Wir brauchen jetzt eine Öffnungsperspektive.“ Wie viele Gastronomen sich beteiligten, ist nicht genau bekannt.

Der Verein selbst zählt rund 7000 Mitglieder. Ob es ab 1. März oder sogar schon ab 15. Februar zu einer Lockerung der Corona-Maßnahmen in Bayern kommen könnte ist derzeit unklar. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hatte am Abend Hoffnungen gemacht. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte bislang jedoch stets abgewunken und betont, man solle keine falschen Hoffnungen machen. Eine zu frühe Lockerung der Maßnahmen hält Söder für unvorsichtig.

Update vom 4. Februar, 22.03 Uhr: München hat es geschafft und die magische Grenze von 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen unterschritten. Doch folgen nun Lockdown-Lockerungen? OB Reiter, will die nächsten Sieben Tage abwarten. Markus Söder hatte zuvor allgemein abgewunken. Doch Hubert Aiwanger von den Freien Wählern sah am Donnerstag Spielraum für Lockerungen (siehe Update vom 4. Februar, 19.19 Uhr).

Das hörte man bei der CSU um Ministerpräsident Söder offenbar nicht sehr gerne. „Das ist nicht die Haltung der Staatsregierung. Wir entscheiden nach der Konferenz der Ministerpräsidenten (am 10. Februar, d. Red.)“, sagte der Chef der Staatskanzlei und Corona-Koordinator Florian Herrmann der Deutschen Presse-Agentur in München. Mit Blick auf die wiederholte Forderung Aiwangers nach Lockerungen betonte er: „Und täglich grüßt das Murmeltier.“ Für den Freistaat bleibe es weiter bei dem Weg der Vorsicht. „Die Lage ist noch viel zu instabil.“

Corona-Lockerungen? Merkel mit knallharten Ansagen

Update, 4. Februar, 20.33 Uhr: Das Interview ist zu Ende. Die Kanzlerin hat wie erwartet tief gestapelt und ist gleichzeitig ungewöhnlich persönlich geworden. „Ich liege nachts oft wach“, sagt sie abschließend. Beim Thema Impf-Chaos antwortet sie ausweichend. Indirekt versteckt sie sich auch hinter der EU mit dem Satz: Es sei eine wichtige Entscheidung gewesen, die Bestellung über die EU laufen zu lassen. Dass Deutschland damals die Ratspräsidentschaft innehatte, als man hätte mehr bestellen können, sagt sie nicht.

Update, 4. Februar, 20.30 Uhr: Thema Impfungen. Da spielt Merkel den Schwarzen Peter in Richtung USA. Das Land habe viel mehr Produktionsstätten als die EU und exportiere nichts.

Update, 4. Februar, 20.28 Uhr: „Wir werden noch eine ganze Weile mit diesem Virus leben müssen“, sagt die Kanzlerin auf die Frage, wann denn endlich wieder Normalität einkehre. Und nennt die Jahreszeit Herbst als Perspektive für Deutschland. „Ganz normal wird es erst werden, wenn alle in der Welt ein Impfangebot erhalten.“

Die RTL- und ntv-Moderator:innen versuchen auch Merkels persönlichen Bezug zur Pandemie deutlicher aufzudecken. Sie fragen, ob die Kanzlerin Menschen kenne, die etwa ihre Existenz verloren haben. Merkels Antwort ist deutlich: „Ich kenne sehr schwere Schicksale“.

Merkel sieht in Corona-Krise „leichtes Licht am Horizont“

Update, 4. Februar, 20.20 Uhr: Merkel verklausuliert ihre Sätze ja gerne. Eine Aussage lässt sich aber trotzdem heraushören. Lockerungen sieht Merkel erst, wenn die 7-Tage-Inzidenz deutschlandweit unter 50 sinkt. Und zwar deutlich. Davon ist das Land allerdings noch weit entfernt. Hinzu kommt: Merkel fürchtet die Virus-Mutante aus Großbritannien. „Schnelles Öffnen hilft niemandem“, sagt sie.

Dennoch sieht Merkel auch ein „leichtes Licht am Horizont“, da die Fallzahlen allmählich zurückgehen. „Jetzt geht es um Wochen, die wir noch durchhalten müssen“, stellte die Kanzlerin fest - vorausgesetzt, dass die Mutationen nicht für einen neuen Rückschlag sorgen.

Corona-Lockerungen? Merkel dämpft Erwartungen in Interview

Update, 4. Februar, 20.15 Uhr: Das Interview mit Angela Merkel auf RTL und ntv hat begonnen, wir halten Sie mit den wichtigsten Aussagen der Bundeskanzlerin auf dem Laufenden.

Update, 4. Februar, 19.49 Uhr: Während Aiwanger schon träumt (siehe vorheriges Update), überschlägt sich die Kanzlerin mit Mahnungen und Zurückhaltungs-Parolen. Im einem Interview mit RTL und ntv, das heute um 20.15 Uhr in voller Länge ausgestrahlt wird, sagt sie Sätze, die alle Lockdown-Überdrüssigen verzweifeln lassen. „Ein schnelles Öffnen hilft uns auch nicht“, so Angela Merkel (CDU). So toll sich die Gastro und die Einzelhändler vor dem zweiten harten Lockdown, bemüht hätten - „Wir sehen doch, wenn sie alle zuhaben, gehen die Zahlen runter.“

Wir sehen doch, wenn sie alle zuhaben, gehen die Zahlen runter.

Angela Merkel über die Gastronomie und Corona

Also gar keine Hoffung auf Lockerungen? Nicht für Cafés, Bars, Restaurants, nicht mal für Skigebiete? Sagen könne sie jetzt erstmal noch gar nichts, sagt die Bundeskanzlerin. Am 10. Februar kommen die Ministerpräsidenten wieder mit ihr zusammen. Die Zeit will sie sich noch nehmen, auch, um zu sehen, wie weit die Mutation im Land schon vorgedrungen ist. Bis dahin allerdings will sie „keine falschen Hoffnungen wecken“.

Update, 4. Februar, 19.19 Uhr: Hubert Aiwanger, seines Zeichens bayerischer Wirtschaftsminister und Söders Stellvertreter, kann es nicht lassen. Während Söder und OB Reiter telefonieren und ausmachen, erstmal keinerlei Lockerungen für die Münchner zuzulassen, denkt Aiwanger laut im Landtag nach - und zwar - genau - über Lockerungen. Während einer Fragestunde im Landtag bewertet Aiwanger die Zahlen durchaus so, „dass eher Öffnungen möglich sind als alles völlig unverändert geschlossen zu lassen“. Ob das seinem Ministerpräsidenten gefällt? Wohl kaum.

Corona-Lockerungen für München: Reiter lobt die Münchner, aber...

Update 4. Februar, 13.05 Uhr: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ist voll des Lobes, nachdem München als erste deutsche Metropole die 50er-Grenze in Sachen Inzidenz geknackt hat: „Erst einmal ist es sehr erfreulich. Ich bedanke mich vor allem bei den Münchnerinnen und Münchnern“. Nun gelte es, den Trend auch zu halten.

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Corona-Lockerungen für München? OB Reiter telefoniert mit Söder

Wird die Zahl 50 bei der 7-Tage-Inzidenz auch in den kommenden sieben Tagen nicht überschritten, scheinen auch Lockerungen nicht ausgeschlossen. Die derzeitige Verordnungslage verlangt allerdings eine Absprache mit dem Freistaat. „Heute habe ich mit dem Ministerpräsidenten (Markus Söder, d.Red.) telefoniert und vereinbart, dass wir die weitere Entwicklung abwarten und uns vor der Ministerpräsidentenkonferenz nächste Woche noch einmal besprechen, um die Entwicklung aus Münchner Sicht in die Konferenz einbringen zu können“, erklärte Reiter. Am 10. Februar kommen die Länder-Chefs erneut mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen, um eine Lockdown-Bilanz zu ziehen.

Heute sei es allerdings noch zu früh, um über einzelne Maßnahmen zu spekulieren. „Über die aktuelle Infektionslage und die möglichen Maßnahmen berate ich mich mehrfach in der Woche mit meinen Fachleuten“, stellte Reiter klar.

Corona in München: Dieter Reiter macht deutliche Ansage zu Lockerungen - „Erst, wenn ...“

Ursprungsmeldung, 4. Februar, 9.24 Uhr: München - Die Landeshauptstadt hat es geschafft. Die magische Marke der 50 neu gemeldeten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen wurde unterschritten. Damit ist München im Jahr 2021 die erste deutsche Metropole, der das gelingt.

Am Donnerstagmorgen lag die Corona-Inzidenz nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 48,0. So niedrig war die Zahl seit Mitte Oktober nicht mehr. Bayernweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag bei 83,1, in Deutschland bei 80,7. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zeigte sich bereits im Vorfeld erfreut. Als sich abzeichnete, dass die Infektionszahlen im Lockdown Anfang Februar sich endlich dem erzielten Grenzwert annäherten. Das zeige, „dass die unterschiedlichen Maßnahmen offenbar wirken, vor allem, weil sich die allermeisten Menschen auch daran halten“. München mache einen Schritt in Richtung mehr Normalität. Mit Lockerungen dürfte aber vorerst nicht zu rechnen sein.

Corona: Lockdown-Lockerungen in München?

Am Corona-Lockdown, den Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten bis 14. Februar verhängt haben, dürfte sich trotz des positiven Werts auch für München erst einmal nichts ändern. Denn weiterhin gilt in der Corona-Krise das Credo der Vorsicht. „Erst wenn wir diesen Wert auch in den nächsten sieben Tagen halten, können wir über etwaige Lockerungen überhaupt nachdenken“, sagte OB Reiter. Theoretisch wären Lockerungen jedoch möglich.

Denn die kritische Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen gilt als der Wert bei Corona-Neuinfektionen, mit dem die Gesundheitsämter Infektionsketten über Kontaktpersonen nachvollziehen können. Die Kontaktnachverfolgung ist eines der zentralen politischen Argumente für den Lockdown. So steht es auch in der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung: Kreisfreie Städte und Landkreise die unter der kritischen Marke von 50 liegen und deren Inzidenz sinkt, können Lockerungen beschließen. Beides gilt jetzt für München.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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