Corona-Situation in der Landeshauptstadt

Söder als Zielscheibe auf dem Nockherberg - Münchner Wirte sauer auf Öffnungspläne der Staatsregierung

München nähert sich immer weiter dem Inzidenzwert von 50 an. Ein Grund mehr warum die Gastronomen in der Landeshauptstadt die Öffnungspläne der Staatsregierung kritisch sehen.

  • Bayerns Ministerpräsident warnte in seiner Regierungserklärung vor der Gefahr durch Mutationen (Update vom 5. März, 13.05 Uhr) und schloss einen Oster-Lockdown nicht aus (Update vom 5. März, 13.41 Uhr).
  • Der CSU-Chef war wegen seiner Corona-Politik auch zentraler Bestandteil des Derblecken auf dem Nockherberg (Update vom 5. März, 22.08 Uhr).
  • Münchens Wirte sind von den Lockerungsplänen der Staatsregierung nicht überzeugt (Update vom 6. März, 21.15 Uhr).

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Update vom 6. März, 21.15 Uhr: Die Münchner Gastronomen sind nicht überzeugt vom Öffnungskonzept der Staatsregierung. Diese sieht vor, dass ab frühestens 22. März Gaststätten und Restaurants ihre Außenflächen öffnen dürfen. Jedoch nur, wenn die Inzidenz unter 50 liegt. Bei einem Wert über 50 müssen die Gäste vorher reserviert und einen negativen Corona-Test im Gepäck haben. Liegt er über 100, bleibt die Küche kalt.

Für Edi Reinbold, Chef des „Zum Franziskaner“ und des „Löwenbräukellers“ einfach nur unverständlich. „Theoretischer und weiter vom Leben weg könnte es kaum sein. Fakt ist: Unter den Beratern der Politiker kann nicht ein einziger Gastronom sein“, sagte er der AZ. Sein Kollege Sebastian Kuffler (Seehaus, Spatenhaus, Mangostin, Haxnbauer) pflichtete ihm bei. „Ab einer Inzidenz von 50 sperren wir den Biergarten vom Seehaus gar nicht erst auf. Das ist doch witzlos - und lohnt sich überhaupt nicht.“

Ist nicht überzeugt von den Öffnungsplänen der Staatsregierung: Seehaus-Chef Sebastian Kuffler. (Archivbild)

Und nicht nur die volatile Inzidenz bereitet den Gastronomen Sorgen. Auch das Wetter Ende März könnte der Öffnungs-Euphorie schnell einen Strich durch die Rechnung machen. Reinbold dazu zur AZ: „Selbst wenn wir öffnen dürfen, die Mitarbeiter aus der Kurzarbeit holen, Dienstpläne erstellen - und nach dem zweiten Tag oder nach drei Stunden regnet es, was dann? Alles wieder zusperren, alle wieder in Kurzarbeit und nach Hause schicken? Ich bin mir wirklich noch unsicher, wie das alles werden soll und ob es sich lohnt.“

Corona: In München fand der erste virtuelle Nockherberg der Geschichte statt

Update vom 6. März, 15.30 Uhr: Die Stadt München liefert aktuelle Corona-Zahlen. Und die sind alles andere als beruhigend. Auch mit den Zahlen von Freitag bleibt der R-Wert größer als eins, nämlich bei 1,16. Die Inzidenz bewegt sich sehr knapp unter der 50er-Marke mit 48,3.

Update vom 5. März, 22.08 Uhr: Ministerpräsident Markus Söder durfte sich heute nicht nur Kritik der politischen Gegner nach seiner Regierungserklärung anhören. Auch auf dem Nockherberg, beim ersten digitalen Derblecken der Geschichte, bekam er sein Fett weg. Kabarettist Maxi Schafroth ging nicht zimperlich mit dem CSU-Chef um. „Markus, du Don Juan de Corona. Die Herzen fliegen dir zu. Du bist auf dem Zenit, Markus, und alle machen, was du sagst.“ Weiter fuhr Schafroth in seiner Fastenpredigt fort: „Wie du in Bayern durchregierst, die Gehsteige rauf und runter klappst, mit Hüftschwung um den Landtag rumregierst.“

Am ersten „Distanz-Nockherberg“ konnte wegen der Corona-Krise kein Publikum teilnehmen, es wurden aber immer wieder Spitzenpolitiker aus Bund und Länder wie Söder selbst, CDU-Chef Armin Laschet und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz live zugeschaltet. Das war für Schafroth Anlass genug, einen „Kanzlergipfel“ einzuberufen. Wer dabei am besten abschnitt, können Sie in unserem Nockherberg-Ticker nachlesen.

Corona: München schrammt beim Inzidenzwert knapp an der 50 vorbei

Update vom 5. März, 14.13 Uhr: In der Landeshauptstadt München könnte die aktuelle Entwicklung der Zahlen in den kommenden Tagen noch reichlich Verwirrung bezüglich der gewährten Öffnungen stiften. Heute liegt die maßgebliche 7-Tage-Inzidenz laut RKI-Daten bei 48,7 - und damit hauchzart unter dem Orientierungswert 50.

Derweil verbreitet sich die mutierte Variante des Coronavirus weiter rasant. Die Stadt meldet einen Anteil von 52,8 Prozent - der Wert bei den Neuinfektionen liegt jedoch deutlich höher.

Update vom 5. März, 13.59 Uhr: Nach Söder spricht Katharina Schulze von den Grünen: „Mit Vorsicht und Umsicht“, beginnt sie vorwurfsvoll. Söder würde heute die gleichen Worte nutzen, wie vor Wochen. „Wenn sie eine Kehrtwende machen, dann kommunizieren Sie das auch wenigstens ehrlich“, so die Kritik. „Sie haben den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht“, die Inzidenzwerte würden ansteigen. Man stehe am Beginn der dritten Welle. „Das Impfen geht viel zu langsam voran“, auch Tests gäbe es nicht ausreichend. Im Februar seien das noch Punkte gewesen, die eine Lockerung verhindert hätten - nun werde damit geöffnet. „Das ist eine Kapitulation vor dem Virus“, so Schulze.

Corona-Lockdown in Bayern: Söder über Ostern - „Keine seriöse Prognose“

Update vom 5. März, 13.41 Uhr: Sind Reisen an Ostern möglich? „Eine seriöse Prognose kann man da nicht geben“, gesteht der Ministerpräsident. Jede Impfung erlaube aber einen weiteren Schritt Richtung Normalität. Es ist weder sicher, „dass es ein entspanntes Ostern werden kann“, noch könne man einen „Oster-Lockdown“ ausschließen. Kurz darauf beendet Söder seine Regierungserklärung.

Update vom 5. März, 13.29 Uhr: „Wir brauchen für Mutationsgebiete einen Sonderbereich“: So fordert Söder zusätzliche Impfstofflieferungen für Hotspots. Die besonders von der Corona-Krise betroffenen Regionen an der bayerisch-tschechischen Grenze sollen noch einmal 50.000 zusätzliche Dosen Impfstoff bekommen. Man werde niemandem etwas wegnehmen, aber mit dem Anstieg der Liefermengen etwas mehr in diese Gebiete geben. Dies sei eine Frage der Solidarität, man wolle damit ein Signal setzen. Wo wegen hoher Sieben-Tage-Inzidenzen keine Öffnungen erfolgen könnten, müsse schneller immunisiert werden.

Danach nennt er noch einmal die einzelnen Öffnungsschritte für Bayern im Detail. „Für mich am Wichtigsten: In all den Debatten dürfen wir Kinder und Jugendliche nie außer Acht lassen“, unterstreicht Söder. Das Ziel sei „alle Schüler vor Ostern wieder einmal in der Schule zu haben“. Schulferien sollen aber unangetastet bleiben. Ausgefallenen Unterricht könne man auch anderweitig nachholen.

Update vom 5. März, 13.24 Uhr: Künftig sollen auch bayerische Hausärzte die Corona-Impfung vornehmen können. Für Zweifel sieht Söder keinen Raum: „Wer hat denn sonst die Impfungen vorgenommen?“

Corona-Lockdown: Söder live über „Imageproblem“ bei Astrazeneca

Update vom 5. März, 13.18 Uhr: Rund elf Millionen Schnelltests pro Monat sollen in Bayern künftig zur Verfügung stehen, „solange das nicht konsequent genutzt wird, bringt es aber nichts.“

Impfen sei „die einzige tatsächliche Langzeitstrategie“, wiederholt der CSU-Chef mantraartig, „jeder, der das torpediert, verhindert Normalität“. Im Moment seien gewiss noch nicht genügend Dosen vorhanden, Söder fordert „grundlegend mehr Tempo“. Astrazeneca leide gerade noch an einem „Imageproblem“. Man habe zu spät, zu wenig und zu sparsam bestellt, vermutet er. Andere Länder wie Israel oder Großbritannien seien weiter. Er forderte auch eine schnellere Zulassung der Impfstoffe.

Update vom 5. März, 13.10 Uhr: Ist die Inzidenz ein überholter Wert? Söder wehrt sich: „Er ist mit Abstand der beste und vergleichbarste Wert.“ Wer auf Todesraten warte, habe die Zeit verpasst, zu handeln. Der CSU-Chef kündigt zusätzliche Wirtschaftshilfen an, die Basis allen Handelns bleibe die „Stimme der Medizin“.

Alle Öffnungsschritte werden „akribisch genau beobachtet, wir werden im Zweifel gegensteuern“. Es seien jedoch Sicherheitsschranken im Konzept etabliert. Zwei neue Instrumente könnten die Öffnungen erleichtern: Testen und Impfen. „Die bayerische Teststrategie funktioniert“, lobt Söder.

Neue Corona-Regeln in Bayern: Sind sie auch „mutationssicher“? Auch Söder zweifelt

Update vom 5. März, 13.05 Uhr: „Die dritte Welle rollt und wird immer stärker“, sagt Söder, „gerade in den Grenzregionen. Die Mutation mache die Lage „viel gefährlicher“. Durch sie ergebe sich eine deutlich erhöhte Ansteckungsgefahr. Wenn sich die Lage verschärfe, müsse man sich überlegen, ob die getroffenen Anpassungen auch „mutationssicher“ seien.

„Die Zahlen beginnen auch in Bayern wieder hochzugehen“, warnt der CSU-Chef und rückt die Lage an der tschechischen Grenze in den Fokus. Dadurch erkläre sich auch die vergleichsweise hohe Durchschnittsinzidenz im Freistaat. „Es ist jetzt ganz wichtig, die Verhältnismäßigkeit zu bewahren“, mahnt der Ministerpräsident. Der Wunsch nach Öffnungen sei zuletzt immer lauter geworden, es sei aber noch keine Zeit für einen „Gamechanger, einen Paradigmenwechsel“. Wenn das System nicht gelingt, „geht manches wieder zurück“.

Corona-Lockdown in Bayern: Söder erklärt Lockerungen jetzt live

Update vom 5. März, 13.01 Uhr: Einigermaßen pünktlich geht‘s los, Landtagspräsidentin Ilse Aigner eröffnet die Sitzung. Markus Söder ergreift sogleich das Wort: „Schwere Zeiten erfordern schwere Entscheidungen, immer wieder. Es geht in den nächsten Wochen um den richtigen Weg. Viele Menschen sind am Limit und wollen ihr Leben zurück.“ Für diesen Wunsch habe er vollstes Verständnis, Corona sei aber noch nicht besiegt.

Update vom 5. März, 12.31 Uhr: In etwa 30 Minuten beginnt Markus Söders Regierungserklärung in München. Im Anschluss an seine Einschätzung wird sich der CSU-Chef kritischen Nachfragen der Opposition stellen müssen. Wir berichten im Live-Ticker und -Stream.

Update vom 5. März, 6.49 Uhr: Nach dem bayerischen Kabinett muss am Freitag (13 Uhr) auch noch der Landtag der neuen Corona-Strategie zustimmen. Vor der Aussprache der Fraktionen in der Sondersitzung will Ministerpräsident Markus Söder die neue Strategie in einer Regierungserklärung erläutern.

Lockerungen des Corona-Lockdowns: Shopping-Tourismus? Söder äußert sich

Update vom 4. März, 20.56 Uhr: Endlich sind die heiß ersehnten Lockerungen des Corona-Lockdowns beschlossen worden. Vor allem der Handel kann sich in vielen Teilen Bayerns darauf freuen, endlich wieder Kunden in den Läden empfangen zu dürfen. Doch nicht überall geht es am Montag (8. März) mit dem Shopping wieder los. Nur in Städten und Landkreisen mit einer Inzidenz unter 50 öffnen die Geschäfte ihre Türen für jedermann. Liegt der Wert darüber, ist nur Termin-Shopping möglich.

Die Gefahr von Shopping-Tourismus zwischen den Kreisen und Städten sieht Ministerpräsident Markus Söder (CSU) allerdings nicht.  „Die Regeln gelten für jedes Geschäft“, sagte er dem BR. In Bayern müsse eine FFP2-Maske getragen werden und es seien Quadratmeterzahlen für Kunden festgelegt, um den Abstand zu gewährleisten. Da müssten die Kommunen auf die Kontrollen achten. Das mag vielleicht außerhalb von Ballungsräumen möglich sein. Wenn aber beispielsweise Menschen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck (Inzidenz laut RKI: 68,9) nach München (45,6) zum Einkaufen fahren, wird das wohl kaum kontrollierbar sein.

Außerdem ist noch nicht sicher, ob diese Zergliederung auf Grundlage von Inzidenzwerten rechtskonform ist. Natürlich stelle sich die Frage, ob eine „regionale Spreizung zulässig“ sei, gab Söder zu. Aber Grundrechtseingriffe müssten angemessen sein und in dem Moment, wo in einer Region die Inzidenz unter 35 liege und in der anderen über 200, sei ein Lockdown für alle das nicht mehr.

Corona in München: Inzidenzwert und Fallzahlen steigen wieder

Update vom 4. März, 17.08 Uhr: Die Corona-Infektionszahlen in München steigen wieder an. Ein Trend der sich auch deutschlandweit beobachten lässt. So haben sich in den vergangenen 24 Stunden 153 Münchner neu mit dem Coronavirus angesteckt. Zuletzt lagen die Neuinfektionen zumeist unter 100. Und auch die 7-Tage-Inzidenz nähert sich der für Lockerungen entscheidenden Marke von 50 an. Sie lag am 3. März bei 45,6.

Wenn man den R-Wert von 1,14 dazu betrachtet, wird sich wohl die Inzidenz in den kommenden Tagen noch weiter nach oben verschieben. Denn bei diesem Wert stecken 100 Personen 114 weitere an. Auch die Verbreitung der Corona-Mutation in der Landeshauptstadt gibt wenig Grund zum Optimismus. Von 1290 getesteten Fällen konnten 704 auf die Mutation zurückgeführt werden. Damit liegt ihr Anteil bei 54,6 Prozent. Erfreulich ist jedoch, dass es in den vergangen 24 Stunden in München keinen Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 gab.

Corona-Gipfel: OB Reiter äußert sich zu den Beschlüssen

Nach der großen Runde in Berlin am Mittwoch und der etwas kleineren Runde am heutigen Donnerstag im Bayerischen Kabinett, sind jetzt die Beschlüsse auch auf Kommunalebene angekommen. Am Donnerstagnachmittag äußerte sich Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zu den Öffnungsplänen und der Verlängerung des Lockdowns.

Obwohl er es begrüßt, dass „über Lockerungen nachgedacht wird“, empfindet Reiter die Maßnahmen als „schon sehr komplex und sehr diffizil“. Vor allem die Einführung einer dritten Inzidenzstufe (100), welche noch einmal neue Regelungen auslöse, machen das Maßnahmen-Paket schwer verständlich. Reiter hoffe, dass die letztendliche Umsetzung der Beschlüsse für die Verwaltungen leicht ausführbar und für die Bürger leicht nachvollziehbar seien. Beispielsweise bestünden noch Unklarheiten, was mit dem Wort „stabil“ im Hinblick auf die Inzidenzwerte gemeint sei. Er würde sich des Weiteren auch wünschen, „dass zumindest bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin Ende März konkrete Schritte für eine bundesweite Test-Strategie und deren Finanzierung getroffen werden.“

Update vom 4. März, 15.14 Uhr: In der bayerischen Wirtschaft überwiegt die Enttäuschung über die beschlossene Öffnungsstrategie in der Corona-Krise. Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) sah am Donnerstag „wenig Licht und viel Schatten“. Viele Fragen seien ungeklärt, sagte Präsident Eberhard Sasse. „Da sich die Öffnungen an den ständig schwankenden Inzidenzwerten orientieren, sind viele Unternehmen nach wie vor ratlos und frustriert.“

Corona: Lockerungen beschlossen - Handel „nach wie vor ratlos und frustriert“

Der Landesgeschäftsführer des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA), Thomas Geppert, sagte, die Beschlüsse seien „enttäuschend und nicht nachvollziehbar. Kontaktbeschränkungen im Privaten zu lockern und zeitgleich geschützte Bereiche geschlossen zu halten, halten wir angesichts der Erfahrungen der letzten Monate für fahrlässig.“

Update vom 4. März, 13.44 Uhr: Zum Schluss spricht jetzt noch Gesundheitsminister Klaus Holetschek von der CSU. Tests und Impfungen werden in Zukunft immer zahlreicher zur Verfügung stehen, verspricht der Minister. Besonders die Tests seien ein wichtiger Bestandteil bei kommenden Öffnungs-Schritten.

Damit ist die Pressekonferenz beendet. Nun haben die anwesenden Journalisten die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen.

Update vom 4. März, 13.35 Uhr: Jetzt ist Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) an der Reihe. Er erzählt von einer Begegnung auf dem Weg zur laufenden Pressekonferenz. Eine Person habe ihn kurz angehalten, um mitzuteilen, dass der Distanzunterricht an seiner Schule sehr gut funktioniere. Der Minister nimmt das als Beispiel, dass dieser durchaus gut funktioniere. Trotzdem sei es sehr erfreulich, mit den neuen Beschlüssen mehr Möglichkeiten zu haben.

Lockerungen als „Übergang“ zu nächstem Lockdown? Söder erklärt Beschlüsse - strenge Regel bleibt

Update vom 4. März, 13.33 Uhr: Nun ist Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger von den Freien Wählern an der Reihe. Er zeigt sich über die Lockerungs-Schritte erfreut. Er hoffe, dass auch Regionen mit Inzidenzen über 100 Ende des Monats in die Lockerungen mit einbegriffen werden könnten. Besonders erfreulich sei es auch, dass die Außengastronomie in Zukunft eine Perspektive habe. „Summa summarum glaube ich, richtige Öffnungs-Schritte“, fasst der Söder-Vize die Beschlüsse zusammen. Damit ist das überraschend kurze Statement auch schon wieder beendet.

Update vom 4. März, 13.27 Uhr: „Was an Ostern wird, ist noch unklar“, blickt CSU-Chef Söder in die Zukunft. „Ein schlechtes Gewissen braucht man nicht zu haben, aber auch kein sorgloses Gefühl. Corona ist nicht vorbei - null. Deshalb gehen wir schrittweise, öffnen mit Vorsicht. Es gibt Hoffnung, wenn die Menschen so mitmachen, wie wir uns das vorstellen“, fasst Söder die neuen Maßnahmen zusammen. Es bleibe eine Phase des Übergangs, ab April gebe es mehr Tests und mehr Impfungen. „Ehrlicherweise habe ich Hoffnung und Zuversicht. Wir tun alles dafür, dass wir diesen Weg gehen können, aber wir passen auch sehr auf.“ Damit ist das Statement des Ministerpräsidenten beendet.

Update vom 4. März, 13.25 Uhr: Die Schulen öffnen, bei einer Inzidenz von unter 50, erst ab dem 15. März. Dazu gehören Grundschulen und Abschlussklassen. Für alle anderen gelte dann Wechsel-Unterricht. Bei einer Inzidenz von 50-100 seien alle Klassen dann im Wechsel-Unterricht. Ab Inzidenz 100 bleibe es beim Distanz-Unterricht. Man werde die Osterferien in Bayern auch nicht kürzen.

Corona: Söder-PK JETZT live - „Kardinalfehler der gesamten Pandemie“

Update vom 4. März, 13.21 Uhr: Das Prinzip der Öffnung orientiere sich jetzt weiter an der Inzidenz. Für 87 Prozent der Bayern könne man mit den neuen Maßnahmen „deutliche Verbesserungen“ garantieren. So viele Bayern leben derzeit in Landkreisen und Städten, die eine Inzidenz unter 100 haben - den neuen Beschlüssen nach also „wenig genug“, um Lockerungen umzusetzen. Dann erklärt der Ministerpräsident die neuen Beschlüsse, die Öffnungen bei bestimmten Inzidenzen vorsehen.

Update vom 4. März, 13.16 Uhr: „Das Testen ist keine Wunderwaffe“, geht der CSU-Chef dann über zum nächsten Punkt. Auf deutscher Ebene habe man noch zu wenig Tests, in Bayern habe man „100 Millionen Tests bestellt“, so Söder. Das Ziel sei, in Schule und Kita zwei mal pro Woche zu testen. Es werde keine Test-Pflicht geben, dennoch richte man einen dringenden Appell, das Angebot anzunehmen. Ziel sei es, einen „Test-Pass“ zu etablieren, um mit einem negativen Test „entsprechende Freiheiten“ anzunehmen.

Corona-PK mit Söder JETZT live: Einschneidende Maßnahme in Bayern bleibt bestehen

Die zweite wichtige Säule ist weiterhin das Impfen, die „die einzige Langzeit-Strategie“, so Söder. Deshalb sei man wohl im Winter in einer „ganz anderen Situation“ als jetzt. „Es bleibt ein echter Kardinal-Fehler in der gesamten Pandemie“, kritisiert der Ministerpräsident nochmals deutlich die Impf-Bestellung der EU. Jetzt sei es wichtig, das Beste aus den vorhandenen Mitteln zu machen. Dazu zähle etwa, die Erst-Dosis vermehrt zu verimpfen, und länger auf die zweite Impfung zu warten. Auch das verstärkte Impfen in Hot-Spots gehöre zur neuen Strategie. Auch eine Veränderung der Impf-Bürokratie müsse jetzt organisiert werden. „Deswegen habe ich mich gestern sehr dafür eingesetzt, dass wir dann rasch auf Ärzte umstellen können“, erklärt der CSU-Chef die Impf-Strategie in den nächsten Wochen. So könne man an Tempo gewinnen.

Update vom 4. März, 13.12 Uhr: „Ungeduld darf nicht zur Gefährdungs-Lage führen“, warnt der Ministerpräsident weiter. Die neuen Beschlüsse seien der Versuch, Sicherheit und Freiheit in eine neue Balance zu bringen. Weiterhin sei jedoch die Inzidenz, an denen sich Öffnungs-Schritte orientieren, das Maß aller Dinge. „Für alle Entscheidungen brauchen wir die Akzeptanz der Menschen“, erklärt Söder die Lockerungs-Schritte der neuen Beschlüsse. In der Abwägung habe man dies für richtig gehalten, da es entscheidend sei „jetzt Zeichen zu setzen“. Die Ausgangssperren in den bayerischen Hot-Spots würden bleiben, die integrierte Notbremse sei ein wichtiger Mechanismus. Dies alles sei die Säule der Vorsicht. Zweitens sei das Vertrauen in die Menschen entscheidend, aus dem die Verantwortung aller resultiere. Diese drei Punkte seien die elementaren Bausteine der nächsten Phase in der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Trotz Einigung bei Merkel-Gipfel: Nächster Lockdown schon im April? Söder-PK JETZT live

„Es ist unklar, wie es sich entwickelt. Gibt es einen entspannten Oster-Urlaub, oder gibt es einen Oster-Lockdown?“, skizziert der Ministerpräsident die Wichtigkeit des Monats März.

Update vom 4. März, 13.07 Uhr: „Wir stehen vor wichtigen Weichenstellungen in einer ganz sensiblen Phase der Pandemie“, beginnt Markus Söder sein Statement. Es sei besonders jetzt wichtig, klug abzuwägen und in ein vernünftiges Konzept zu bringen. „Das Herz sagt: Öffnen so viel es geht. Der Verstand sagt: Achtung, die Zahlen steigen,“ erklärt Söder weiter. Positiv sei, dass der R-Wert im Augenblick sinke, wenn auch die Inzidenzen steigen. „Die dritte Welle der Corona-Mutation rollt“, fasst der CSU-Chef die aktuelle Lage zusammen.

Update vom 4. März, 13.02 Uhr: Die Protagonisten sind da, mit wenigen Minuten Verspätung geht es jetzt los.

Corona: Söder-PK zu Lockdown-Beschlüssen - JETZT live

Update vom 4. März, 12.50 Uhr: In zehn Minuten beginnt die Pressekonferenz mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Sie können das Geschehen sowohl im oben eingebetteten Stream verfolgen als auch hier im Live-Ticker.

Update vom 4. März, 11.03 Uhr: Die Kabinetts-Sitzung in München hat begonnen. Seit 11 Uhr beraten CSU und Freie Wähler, wie die neuen Corona-Beschlüsse für Bayern umgesetzt werden. Um 13 Uhr ist dann eine Pressekonferenz angesetzt. Neben CSU-Chef Markus Söder werden dann auch Wirtschaftsminister Huber Aiwanger, Kultusminister Michael Piazolo (beide Freie Wähler) und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) ans Podium gehen. Wir berichten ab 13 Uhr live hier in unserem Ticker und Stream.

Erstmeldung vom 4. März 2021

München - Dieser Bund-Länder-Gipfel dürfte wohl „in die Geschichte eingehen“. Um 23.30 Uhr traten Kanzlerin Angela Merkel (CDU), der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller (SPD) und CSU-Chef Markus Söder vor die Presse, um die Ergebnisse nach zehn Stunden Verhandlungen zu präsentieren. Herausgekommen ist die grundsätzliche Lockdown-Verlängerung bis 28. März, gepaart mit einem an Inzidenzen und Zeitrahmen gekoppelten Öffnungs-Plan. Der Bayerische Ministerpräsident fasste den Tenor des Beschlusses mit den Worten „Vorsicht, Vertrauen und Verantwortung“ zusammen. In München berät sich der CSU-Chef knapp elf Stunden nach der Pressekonferenz in Berlin mit seinem bayerischen Kabinett, um den Weg des Freistaats festzulegen. Die anschließende Pressekonferenz ab 13 Uhr übertragen wir hier im Stream und begleiten sie in unserem Live-Ticker.

Nach Corona-Gipfel: Söder erklärt bayerischen Lockdown-Plan - LIVE ab 13 Uhr

Die neuen Beschlüsse von Bund und Ländern zeigen eine deutliche Abkehr der erst eine „Gipfel-Runde“ zuvor beschlossenen Maßnahmen. Damals hieß es, man werde nur dann öffnen, wenn in einer Region, einem Landkreis, eine stabile Inzidenz von 35 herrsche. Nun soll eine 7-Tage-Inzidenz von unter 100 reichen, um beispielsweise Zoos, Galerien oder den Handel mit Auflagen zu öffnen. Kanzlerin Merkel (CDU) erklärte die neue Denkweise auch damit, dass man über einen sehr langen Zeitraum den Bürgern des Landes sehr viel Freiheit genommen habe, wenngleich sie die Maßnahmen als richtig und wichtig einordnete. Es bleibt abzuwarten, inwiefern CSU-Chef Söder die Beschlüsse aus Berlin auf Bayern überträgt. Im Freistaat gelten noch immer die mit strengsten Auflagen - etwa ist die nächtliche Ausgangssperre in Landkreisen mit einer Inzidenz über 100 weiterhin in Kraft.

Corona: Nach Söder-Ausraster - Pressekonferenz zu bayerischen Weg heute live

Der Ministerpräsident sorgte in der gestrigen Gipfel-Runde besonders am Schluss der zähen Verhandlungen noch einmal für Aufsehen. In den letzten Zügen der Gespräche soll es einen Disput mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD) gegeben haben. „Sie sind nicht der König von Deutschland“ soll der Franke seinem norddeutschen Kollegen gesagt haben. Doch das war noch nicht alles: „Da brauchen Sie gar nicht so schlumpfig herumgrinsen“, soll es weitergegangen sein, wie die Bild zuerst berichtete. In der anschließenden Pressekonferenz erklärte Söder dann den Disput mit Scholz als besiegelt, wenngleich er dessen Verhalten als „pointiert“ bezeichnete. Ob es in den bayerischen Verhandlungen mit den Freien Wählern harmonischer zugeht, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Mit Vize Aiwanger trifft Söder auf einen weit expressiveren Verhandlungspartner, als ihn Kanzler-Kandidat Scholz vor den Medien verkörpert.

Corona: Söder-PK aus Bayern heute live - Lockdown-Satz lässt aufhorchen

Auch die Verkörperung von Optimismus wird in München wohl wieder klar verteilt sein. Während Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger stets das Licht am Ende des Tunnels sehen mag, zeigte CSU-Chef Söder auf der Gipfel-PK in Berlin einmal mehr, dass er die Rolle des Mahners noch immer inne haben möchte. „Wir wissen nicht, wie Ostern wird, ob es gut oder schlecht wird,“ so Söder neben Kanzlerin Merkel (CDU). Man werde abwarten, wie sich die Zahlen entwickeln und hoffen, dass ein exponentielles Wachstum ausbleibe. Dies würde einen „nächsten, harten Lockdown“ mit sich bringen. Weder Müller (SPD) noch Merkel (CDU) hatten dieses Szenario in den Mund genommen.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk

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