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Corona: „Notbremse“ greift in München - ab sofort gilt wieder die Ausgangssperre in der Stadt

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Von: Lucas Sauter-Orengo, Lukas Schierlinger

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Corona im News-Ticker: In München greift wieder die „Notbremse“. Bayern verlängert den allgemeinen Lockdown bis Mai.

+++ Dieser Ticker ist beendet. Alle weiteren Entwicklung rund um die Corona-Pandemie in München, Bayern und Deutschland finden Sie hier in unserem neuen Corona-Ticker. +++

Update vom 14. April, 11.20 Uhr: Seit heute greift in München wieder die „Notbremse“. Dies hat einige Konsequenzen für alle Münchner:Innen. Etwa die nächtliche Ausgangssperre greift dann wieder. Was die neuen Maßnahmen etwa für das Einkaufen bedeutet, erfahren Sie hier in einer Übersicht.

Update vom 14. April, 6.15 Uhr: In der Landeshauptstadt München greift ab dem heutigen Mittwoch wieder die Corona-Notbremse. Seit Samstag (10. April) hatte die Sieben-Tage-Inzidenz dort über 100 gelegen. Am Sonntag hatte es zunächst Verwirrung wegen einer Datenpanne gegeben, aufgrund derer eine niedrigere Inzidenz ausgewiesen worden war. Die Stadt berichtigte dies am Montag. Mit der Notbremse gelten nun auch wieder andere Regeln, wie etwa eine Ausgangssperre. Für Mittwoch gab das RKI (Stand 14.4., 3.08 Uhr) eine Inzidenz von 147,1 an. Am Vortag hatte sie bei 134,7 gelegen.

Update vom 13. April, 17.44 Uhr: Ab Freitag gilt an zwei Münchner Hotspots ein zeitlich begrenztes Alkoholverbot. Betroffen sind Gärtner- und Wedekindplatz. Jeweils zwischen 18 und 6 Uhr. Beide Orte hatten sich während der Corona-Pandemie zu besonders beliebten Treffpunkten für Nachtschwärmer entwickelt.

Update vom 13. April, 17.11 Uhr: Das wäre nach der heutigen Kabinettssitzung beinahe untergegangen. Überraschend hat sich die Landesregierung trotz Lockdown-Verlängerung zu einer Lockerung entschlossen: Bei Versammlungen in geschlossenen Räumen wird die absolute Begrenzung auf höchstens 100 Personen gestrichen.

Stattdessen wird ähnlich wie bei Gottesdiensten nun festgeschrieben, dass sich die Zahl der zulässigen Teilnehmer an der Zahl der nach den Hygieneregeln vorhandenen Plätze orientiert, die Versammlung angemeldet werden muss und alle Teilnehmer FFP2-Maske tragen müssen. 

Corona: Nach Söder-Sitzung - Lockdown in Bayern bis in den Mai verlängert - Statement JETZT live

Update vom 13. April, 13.20 Uhr: Zum Abschluss spricht jetzt Gesundheitsminister Holetschek (CSU). In den letzten drei Wochen die die Betten-Belegung um 43 Prozent gestiegen, so der Minister. Die Lage sei „noch beherrschbar“, dennoch könne sich dies in zwei bis drei Wochen nochmals ändern. Dieses Thema dürfe man nicht auf die „leichte Schulter nehmen“. Deshalb sei die Entschlossenheit von Maßnahmen die „einzige Alternative“, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Insgesamt drei Millionen Dosen seien bisher im Freistaat verimpft worden, so Holetschek. Dies sei weiter der einzige langfristige Weg aus der Pandemie. „Wir wollen alles dafür tun, dass wir da noch schneller vorankommen.“ Im Mai werde man die Priorisierung beenden können, um möglichst jedem ein Angebot machen zu können. Damit ist die Pressekonferenz beendet.

Update vom 13. April, 13.14 Uhr: Nun folgt Kultusminister Piazolo (Freie Wähler). „Unser Kurs bestätigt sich, die Sicherheitsbestimmungen einzuführen“, so der Minister. Gemeint ist damit die Testpflicht, die in allen bayerischen Schulen gilt. Aus seiner Sicht habe der Test-Start „positiv funktioniert“. Man habe großes Verständnis dafür, dass es auch Sorgen gebe bezüglich der Schulen. Einige Eltern würden fragen, weshalb man die Kinder nicht zuhause testen könne. „Es gibt dann doch eine nicht kleine Zahl von Eltern und Kindern, die den Test nicht durchführen“, so Piazolo. Deshalb sei es sinnvoll, die Tests in der Schule durchzuführen. Besonderer Dank gelte den Direktor:Innen der Schulen. Das Geleistete sei „großartig“. Man sei zuversichtlich, dass die neue Testpflicht bald etabliert sei. Damit ist das Statement von Kultusminister Piazolo beendet.

Corona: Nach Söder-Sitzung - Lockdown in Bayern bis in den Mai verlängert - Statement JETZT live

Update vom 13. April, 13.05 Uhr: „Die Lage ist besorgniserregend. Die Lage scheint nicht besser zu werden“, beginnt Herrmann sein Statement. Im Vergleich zur Vorwoche habe man in Bayern 80 Prozent mehr Fälle. Man sehe, dass die Fälle mehr und mehr in den jüngeren Altersklassen vorkommen, so Herrmann. Man nähere sich den Höchstständen der Betten-Belegung zum „Höhepunkt“ der zweiten Welle. Außerdem sehe man, dass die Verweildauer von Covid-Patienten in den Krankenhäusern länger sei. Die Sorge um die Belastung der Kapazitäten sei groß, so der Minister. „Die Lage ist nach wie vor besorgniserregend und ernst“, fasst er dann zusammen.

Erfreulich sei, dass das Impfen vorangehe. „Das ist der Lichtblick“, so Herrmann. Die Dynamik müsse nach wie vor hoch bleiben, oder sogar gesteigert werden. Auch beim Testen befinde man sich auf „hohem Niveau“. Die britische Variante, B 1.1.7 sei deutlich infektiöser, die Studien dazu würden mit dem Infektionsgeschehen zusammenpassen. Die gesetzlich verankerte „Notbremse“, also das neu verabschiedete Infektionsschutzgesetz, begrüße man. „Die Regelung einer ‚Notbremse‘ je nach Inzidenz, haben wir ja schon vorher bei uns umgesetzt. Das ganze bundeseinheitlich umzusetzen ist richtig“, so Herrmann. Für Bayern habe man keine weitreichenden Änderungen getroffen, die geltenden Maßnahmen werden aber bis 9. Mai verlängert.

Update vom 13. April, 13.00 Uhr: Die Protagonisten sind da. Staatskanzleiminister Florian Herrmann (CSU) hat das Wort.

Update vom 13. April, 12.50 Uhr: In zehn Minuten treten Gesundheitsminister Holetschek, der Staatskanzleiminister Herrmann (beide CSU), sowie Kultusminister Piazolo vor die Presse. Die Statements können Sie dann hier im Ticker verfolgen.

Corona in München: Drei Tage in Folge! „Notbremse“ in München greift erneut, Ausgangssperre kommt

Update vom 13. April, 10.29 Uhr: Seit 10 Uhr tagt das bayerische Kabinett um CSU-Chef Markus Söder in München. Thema wie so oft: Die Corona-Pandemie. Über die aktuellen Entwicklungen informieren um 13 Uhr Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler), Leiter der Staatskanzlei Florian Herrmann (CSU) sowie Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Die Presserunde können sie hier bei uns im Live-Ticker und-Stream verfolgen.

Update vom 13. April, 7.42 Uhr: In München liegt die 7-Tage-Inzidenz am dritten Tag in Folge über 100. Das RKI meldet am heutigen Dienstag, 13. April, eine Inzidenz für München von 134,7. Damit gilt ab dem morgigen Mittwoch, 14. April, wieder die „Notbremse“. Bereits vergangene Woche hatte diese für kurze Zeit gegolten, wurde jedoch durch eine zwischenzeitliche Inzidenz, die unter 100 lag, wieder aufgehoben. So gilt ab dem morgigen Mittwoch unter anderem wieder die Ausgangssperre ab 22 Uhr.

Update vom 12. April, 22.05 Uhr: Kein Präsenzunterricht an Schulen ohne wirksames Testkonzept“: Das fordert Backstage-Betreiber Hans-Georg Stocker in einem Brief an die Politik. In seinem Kulturzentrum ist das Corona-Testzentrum-München West untergebracht. Dieses hatte kurzfristig Teams für kostenlose Tests in den Schulen in der Umgebung organisiert. Doch nicht alle Schulen hätten das Angebot angenommen, berichtet Stocker – „unter anderem mit dem Hinweis auf die Vorgaben des Kultusministeriums“.

Generell sei das Testkonzept nicht ausreichend. Im Testzentrum seien im Schnitt bei zehn positiven PCR-Tests zuvor sieben Antigen-Schnelltests negativ ausgefallen. Optimal wäre darum, in Schulen, Kitas, Firmen und sozialen Einrichtungen dreimal in der Woche einen Dualtest mit einem PCR- und einem Antigen-Schnelltest durchzuführen. Als Mindeststandard müsse es montags und freitags einen Dualtest sowie mittwochs einen Antigen-Schnelltest geben. „Wenn wir so weitermachen, wächst die Gefahr, dass unsere ganze Gesellschaft in einer katastrophalen Sackgasse landet“, warnt er. cla

Update vom 12. April, 15.05 Uhr: Der bayerische Handel ist mit den neuen Regelungen zu Ladenöffnungen schlecht in die Woche gestartet. „Ein Händler hat mir gesagt: „Es ist Montag, mieses Wetter und Untergangsstimmung“, fasste der Geschäftsführer des Handelsverbandes Bayern, Bernd Ohlmann, die Lage zusammen. Viele Händler würden angesichts der nun geltenden Regeln „die Hände über dem Kopf zusammenschlagen“.

Seit Montag gelten vor allem zwei Änderungen. Zum einen verlieren Baumärkte, Buchgeschäfte, Blumenläden oder Schuhgeschäfte das Privileg, als Geschäfte des täglichen Bedarfs unabhängig von der Inzidenz öffnen zu dürfen. Das habe am Montag häufig zu Problemen geführt, weil Kunden überrascht wurden. „Die standen dann verwundert vor der Türe und waren wütend, wenn sie nicht rein durften“, sagt Ohlmann. Auch hier sei der Handel vor Ort wieder einmal das Ventil und bekomme den Ärger der Menschen ab.

Corona-Lockdown in Bayern: Neue Regeln seit heute - wenig Euphorie beim Handel

Die andere neue Regel ist, dass bei Inzidenzen über 100 Geschäfte für Kunden mit Termin und aktuellem negativen Schnelltest öffnen dürfen. Bislang war hier nur Abholung erlaubt. „Da würde man zunächst denken, dass das eine Verbesserung ist“, sagt Ohlmann. „Aber dadurch, dass die Messlatte so hoch gelagert ist, ist es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.“

Das Interesse der Kunden sei bisher nur sehr gering, und auch Erfahrungen aus anderen Bundesländern zeigten, dass der Umsatz sinke. „Für viele Unternehmen stellt sich da die Frage, ob der Aufwand den Nutzen wert ist“, sagt Ohlmann.

Corona: Nach maximaler München-Verwirrung endlich Klarheit! „Notbremse“ greift ab Mittwoch wieder

Update vom 12. April, 12.08 Uhr: Jetzt gibt es Gewissheit für die Münchner! Die Datenpanne am Sonntag (siehe unten) wird von der Stadt „ignoriert“, als maßgeblich wird die Zahl des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gewertet. Somit liegt die Isar-Metropole heute den dritten Tage in Folge über der 100er-Marke und ab Mittwoch greift erneut die Corona-„Notbremse“.

Unter anderem gilt dann wieder eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr, Einkaufen ist nur noch mit Termin und aktuellem Corona-Schnelltest möglich und Kontakte im öffentlichen Raum werden weiter begrenzt.

Corona-Lockdown München: Inzidenz „explodiert“ nach Datenpanne - maximale Verwirrung um „Notbremse“

Update vom 12. April, 8.32 Uhr: Heute explodiert die München-Inzidenz förmlich. Laut RKI-Angaben vom Morgen lag sie bei 126,9. Unklar ist, was das nun für die „Notbremse“ in der Landeshauptstadt bedeutet. Unter Berücksichtigung der „wahren“ Zahlen läge München heute zum dritten Mal in Folge über der 100er-Grenze (und damit würde ab Mittwoch wieder die Notbremse mit verschärften Regeln greifen).

Nach einer Datenpanne hatte das RKI den Inzidenzwert am Sonntag mit 94,4 jedoch wesentlich geringer angegeben (Update vom 11. April, 14.48 Uhr). Somit wäre heute zumindest offiziell der erste Tag über der „magischen“ Grenze. Definitive Ansagen zur Thematik hat die Stadt bislang nicht getroffen.

Update vom 11. April, 21.43 Uhr: CSU-Chef Söder hat die volle Unterstützung seines Landes und der CSU für die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes angekündigt. „Er (der Entwurf) wird gerade noch abschließend beraten und natürlich werden wir sowohl als Bayern als auch als CSU in der Bundesregierung da sogar Mittreiber sein, dass es beschlossen wird“, sagte Bayerns Ministerpräsident am Sonntag in der ARD-Sendung Bericht aus Berlin.

Corona: Söder kündigt Gesetzesänderung an - Aiwanger spricht von „Folterfantasien“

Der CSU-Chef begründete die Notwendigkeit der Gesetzesänderung mit der Tatsache, dass einige Bundesländer die Notbremse in Regionen mit Inzidenzen von mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche nicht konsequent umsetzen würden. Dies hatte auch Kanzlerin Angela Merkel wiederholt kritisiert. „Die Pandemie ist ja keine regionale Frage, sondern die nationale Herausforderung“, sagte Söder. Für eine erfolgreiche Bekämpfung sei ein bundeseinheitlicher Rahmen wichtig. Er hoffe sehr, dass die Opposition im Bundestag bereit sei, das Gesetzgebungsverfahren mit zu beschleunigen.

Söder stellt sich damit direkt gegen die Ablehnung seines Koalitionspartners in der bayerischen Regierung, der Freien Wähler, die im Bundestag nicht vertreten sind. Deren Parteichef Hubert Aiwanger hatte zuvor der Passauer Neuen Presse erklärt, die Freien Wähler würden einer „Machtverlagerung von Bayern nach Berlin“ nicht zustimmen.

Aiwanger hatte auch betont, die Diskussion hierzu sei noch nicht abgeschlossen, auch nicht in der Koalition mit der CSU unter Söder. „Und ich hoffe noch auf ein vernünftiges Ergebnis.“ Die Machtverlagerung von den Ländern nach Berlin werde ja auch interpretiert als „die Länder und Landkreise an die Kette nehmen“: „Wir brauchen Problemlösungen, keine Folterfantasien.“

Update vom 11. April, 14.48 Uhr: Es war zu schön, um wahr zu sein. Die Stadt München hat bestätigt, dass es bei der Übermittlung der aktuellen Corona-Zahlen zu einer Datenpanne gekommen ist. Am Sonntag weist das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) den „wahren“ Inzidenzwert mit 116,4 (RKI: 94,4, siehe Update vom 11. April, 7.34 Uhr) aus. In der detaillierten Auflistung des RKI fand sich lediglich ein neuer Infektionsfall, beim LGL kommt man für den gestrigen Samstag auf 279.

Damit wäre München den zweiten Tag in Folge über dem Grenzwert 100. Rückt die „Notbremse“ nun doch wieder näher? Eigentlich sind für die Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung die gemeldeten Zahlen des RKI relevant. Nun will die Stadt mit den „zuständigen Stellen“ ermitteln, welche Folgen die Datenpanne für die Inzidenzeinstufung hat.

Update vom 11. April, 11.33 Uhr: Das schöne Wetter zog die Münchner am Wochenende nach draußen. Nicht alle wollten sich dabei an die aktuell geltende Infektionsschutzverordnung halten.

Am Freitag traf die Polizei am einschlägigen Hotspot Gärtnerplatz auf etwa 250 Menschen, die die Abstände zueinander nicht immer einhielten. Der Platz wurde geräumt - am Samstag erneut. Dieses Mal mussten sich ungefähr 400 Münchner „verabschieden“, gleiches galt für den Schwabinger Wedekindplatz.

Corona-Lockdown in München: Aggressive Stimmung an Bahnhofsplatz - zahlreiche Streifen rücken aus

Gereizt war die Stimmung am Freitagabend am Pasing. Meldungen gingen bei der Polizei ein, wonach „sich etwa 40 jüngere Personen am Bahnhofsplatz aufhielten, die oftmals keine Abstände zueinander einhielten und sich untereinander auch teilweise sehr aggressiv verhalten würden.“

Über 15 Streifen rückten aus, es hagelte Platzverweise. Dazu wurden 17 Personen (zwei Frauen und 15 Männer, 16-23 Jahre alt, mit Wohnsitzen in der Stadt und im Landkreis München) wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt, wie es im Pressebericht der Polizei heißt.

Update vom 11. April, 7.34 Uhr: Gute Nachrichten gibt es am Sonntag für die Einwohner der Stadt München. Die Landeshauptstadt liegt, offiziellen Angaben des RKI von 3.08 Uhr zufolge, heute bei einer Inzidenz von 94,4. Am gestrigen Samstag hatte München eine Inzidenz über dem Grenzwert von 100 ausgewiesen. Wäre dies heute und morgen ebenfalls der Fall gewesen, hätte ab Mittwoch wieder eine „Notbremse“ gegolten - diesmal noch deutlich verschärfter als zuvor.

Corona in München: Doch keine Notbremse? RKI-Zahlen mit überraschender Wende

Der Wert von 94,4 am Sonntag ist vermutlich, wie an jedem Wochenende, durch weniger Tests und weniger Meldungen durch die Gesundheitsämter bedingt. Dennoch verschiebt er den Beginn der Notbremse in München noch um einige Tage. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Landeshauptstadt - beim aktuellen Infektionsgeschehen - auf lange Sicht erneut die „Notbremse“ wird anziehen müssen.

Update vom 10. April, 18.16 Uhr: Ein „totales Chaos“ hatte IHK-Chef Bernd Ohlmann für Montag vorausgesagt (s. Update vom 9. April, 14.03 Uhr). Zu Beginn der neuen Wochen gelten neue Regeln für den Einzelhandel in Bayern. Kunden dürfen nur noch mit Termin und unter Vorlage eines negativen Corona-Tests begrüßt werden.

Nun stellt die Staatsregierung einige Details klar. Gilt auch ein Selbsttest vom Discounter? Bedingt. „Unter Aufsicht des Betreibers“ seien Selbsttest eine Möglichkeit, schreibt das Wirtschaftsministerium. So dürften mitgebrachte Tests der Kunden genutzt werden. Einzelhändler können aber auch Schnelltests vor oder im Laden anbieten.

Eine Möglichkeit, die Testung zu protokollieren, besteht aktuell nicht. Einkaufsbummel sind dadurch schier unmöglich. Kunden müssen jedes Mal einen neuen Selbst- oder Schnelltest machen, wenn sie ein anderes Lokal betreten wollen. „Das ist ein enormer bürokratischer Aufwand“, schimpft Ohlmann, „leider ist es so, dass das Einkaufen dadurch noch schwieriger gemacht wird.“ Die Tests seien aufwendig und abschreckend, schließt er.

Das Ministerium versicherte allerdings bereits, es werde daran gearbeitet, Schnelltests mit digitalem Nachweis zu kombinieren. Bis dahin ist bei jedem Besuch eine erneute Testung notwendig. Das gilt ab Montag auch in Baumärkten, Blumenläden, Schuhgeschäften und Buchhandlungen.

Coronavirus: München knackt erneut wichtigen Grenzwert - Notbremse am Mittwoch?

Update vom 10. April, 15.15 Uhr: Seit Samstag liegt Münchens Inzidenz wieder bei über 100 (siehe Update von 8.52 Uhr). Bleibt die bayerische Landeshauptstadt auch die nächsten beiden Tage über dem entscheidenden Grenzwert, gilt ab kommenden Mittwoch wieder die Notbremse. Diese beinhaltet etwa strengere Kontaktbeschränkungen und eine nächtliche Ausgangssperre.

Corona in München: Notbremsen-Gesetz - Bald verfrühte Ausgangssperre ab 21 Uhr?

Bisher galt die Ausgangsbeschränkung ab 22 Uhr. Geht es allerdings nach Kanzlerin Merkel und Ministerpräsident Söder, könnte diese auch bald in München - wie während der ersten und zweiten Welle auch schon - erneut auf 21 Uhr vorgezogen werden. Da der Corona-Gipfel mit den Ministerpräsidenten abgesagt wurde, soll ein einheitliches Gesetz zur Notbremse für ganz Deutschland verabschiedet werden. Der Entwurf dazu ist inzwischen durchgesickert.

Doch nicht nur die Ausgangssperre ist dort der Gegenstand für ein neues Infektionsschutzgesetz. Eine Änderung gäbe es ebenso für den noch zugelassene Einzelhandel (Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien, Getränkemärkte, Reformhäuser, Apotheken und Tankstellen). Er müsste eine bundeseinheitliche Begrenzung der Kundenzahl je Quadratmeter umsetzen.

München: Ab Montag neue Corona-Regeln im Einzelhandel

Unabhängig von Merkels Notbremsen-Gesetz, gilt bereits ab Montag für den bayerischen Einzelhandel eine neue Corona-Regel: Geschäfte dürfen künftig nur noch für Kunden mit einem negativen Testergebnis öffnen.

Update vom 10. April, 8.52 Uhr: Keine guten Nachrichten für München zum Start ins Wochenende: Erneut hat die bayerische Landeshauptstadt bei der Sieben-Tage-Inzidenz die 100er-Marke geknackt. Am Samstag meldet das RKI einen Wert von 102,5. Zum Vergleich: Am Vortrag lag die Inzidenz noch bei 95,5. Im Landkreis München beträgt sie derzeit 89,0.

Lockdown in München: Inzidenz bei 102,5 - Bald wieder Ausgangssperre und Kontaktbeschränkungen?

Wirklich überraschend kommt diese Entwicklung nicht. Bereits am Donnerstag meldete München mit insgesamt 426 Corona-Fällen den höchsten Wert seit dem 8. Januar. Bleibt die Inzidenz in der Landeshauptstadt drei Tage hintereinander über 100, tritt die Notbremse mit verschärften Corona-Regeln in Kraft, unter anderem mit einer nächtlichen Ausgangssperre und strengeren Kontaktbeschränkungen.

Update vom 9. April, 21.17 Uhr: Der Freistaat Bayern ist deutschlandweit nach wie vor mit am stärksten von der Pandemie gezeichnet. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt im Süden derzeit bei 129 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Laut aktuellem Lagebericht des Robert Koch-Instituts wird dies nur von Sachsen (151) und Thüringen (187) überboten. Mit dem Stadt- und Landkreis Hof stellt Bayern zudem Deutschlands absoluten Corona-Hotspot. Vor Ort herrscht eine Inzidenz von 571,7 beziehungsweise 451,5.

Die Lage Bayerns wird unterdessen dadurch erschwert, dass immer mehr Regionen und Städte volle Intensivstationen melden. Im schwäbischen Kempten und in Memmingen sind bereits alle Betten belegt, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. Covid-Patienten müssten nach Augsburg gebracht werden. In der Fuggerstadt stünden allerdings nur noch 14 freie Betten zur Verfügung.

„Die Kapazitäten zur Behandlung anderer Notfälle werden zunehmend eng“, schreibt auch das Klinikum Nürnberg. Kapazitätsengpässe auf den Intensivstationen melden außerdem Aschaffenburg, der Landkreis Miltenberg, der Landkreis Kitzingen, der Landkreis Landshut sowie die oberbayerischen Kliniken in Erding, Fürstenfeldbruck und Dachau. Aktuell werden laut Diwi-Register 761 Corona-Patienten in bayerischen Krankenhäusern behandelt - das sind mehr als am Zenit der ersten Welle. Am 20. April 2020 wurden 716 Patienten behandelt. Die Lage in Bayern ist ernst - zumal auch die Impfkampagne an einigen Orten nicht richtig anläuft. Ein Münchner Hausarzt sieht sich sogar zum Brandbrief veranlasst.

Corona-Lockdown in Bayern: Neue Söder-Regeln sorgen für Verwirrung - „Wird totales Chaos geben“

Update vom 9. April, 14.03 Uhr: Die neuen bayerischen Test-Vorschriften für die Kunden im Einzelhandel sorgen für große Verwirrung. „Wir wissen heute immer noch nicht, was ab Montag gilt“, sagte Handelverband-Geschäftsführer Bernd Ohlmann am Freitag in München: „Das wird ein totales Chaos geben ab Montag.“

Die Staatsregierung hatte am Mittwoch beschlossen, dass Einzelhändler in Landkreisen und Städten mit einem Corona-Inzidenzwert zwischen 100 und 200 nur noch für Kunden mit Terminvereinbarung und mit einem „aktuellen negativen Test“ öffnen dürfen. Verlangt wird ein „maximal 48 Stunden alter PCR-Test oder maximal 24 Stunden alter Schnelltest“, wie Ministerpräsident Söder unterstrich.

Ob schon ein Selbsttest vom Discounter ausreicht, sei aber nicht geklärt, sagte Ohlmann. Händler fragten, ob sie die Tests durchführen müssen. Ob sie kontrollieren müssen, dass Kunden sich vor Ort selbst testen. Ob sie Tests unter Vorlage des Personalausweises dokumentieren müssen. „Fragezeichen ohne Ende. Hier glühen die Telefone“, sagte Ohlmann. „Wir können die Leute nur vertrösten. Die Händler hängen total in der Luft.“

Die Test-Vorschrift gilt für die meisten Städte und Landkreise in Bayern. Der landesweite Durchschnitt lag am Freitag bei 129 Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Corona-Lockdown in Bayern: Söder-Minister verrät Plan für Schulen

Ursprungsmeldung:

München - Zum Ende der Osterferien hat Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) für die ab Montag geltende Testpflicht an den Schulen geworben. Sie sei angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und ansteckenderer Mutationen „die Chance, Wechselunterricht und Präsenzunterricht aufrechterhalten zu können“, sagte Piazolo am Freitag in München.

Zugleich kündigte er ein dreistufiges Verfahren an, um durch die Pandemie entstandene Lernrückstände auszugleichen.

Spätestens nach den Pfingstferien sollen demnach Brückenkurse, Förderunterricht und Programme mit älteren Schülern als Tutoren starten. In den Sommerferien sollen Referendare und Studierende, aber auch Volkshochschuldozenten zwei Wochen lang Lücken in Mathe, Deutsch und den Fremdsprachen schließen. Im nächsten Schuljahr gebe es dann stark individualisierte Förderungen, erläuterte Piazolo. Insgesamt seien für die Unterstützungsprogramme 20 Millionen Euro eingeplant.

Wenn der Unterricht am Montag wieder losgeht, müssen sich alle Schülerinnen und Schüler unabhängig von der Corona-Infektionslage mindestens zweimal pro Woche selbst in der Schule testen oder einen aktuellen PCR- oder Schnelltest vorlegen. Allerdings gibt es ab einer Inzidenz von 100 in der Regel Distanzunterricht.

Corona-Lockdown: Stichtag in Bayern - Wer darf in den Wechselunterricht?

Nachdem freitags der Stichtag ist, erfüllen laut Pizaolo für kommende Woche nur noch 25 Landkreise und Städte die Voraussetzung für Wechselunterricht. 71 Regionen, in denen 46 Prozent aller Schüler leben, verzeichnen über 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche und bekommen daher mit wenigen Ausnahmen Distanzunterricht.

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