Trotz Corona-Beschränkungen

Mehrere illegale Partys in München: Gäste flüchten teils aufs Dach - doch die Feuerwehr kann nichts finden

Polizisten stehen am Gärtnerplatz in München, während Passanten auf dem Platz verweilen. (Archiv)
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München: Die Polizei hat alle Hände voll zu tun, die Einhaltung der Corona-Regeln an den Hotspots zu kontrollieren.

In den vergangenen Tagen hatte die Polizei in München wieder mit allerhand Verstößen gegen die Corona-Maßnahmen zu tun. Auch an bekannten Hotspots kam es zu Einsätzen.

München - Die Corona-Zahlen in München sinken, und die Stadt steht vor weitreichenden Lockerungen der strengen Corona-Maßnahmen der bayerischen Staatsregierung. Dennoch hatten auch in den vergangenen Tagen wieder hunderte Menschen in der Landeshauptstadt keine Lust, diese abzuwarten und setzten sich über die geltenden Bestimmungen hinweg - sehr zum Ärger der Polizei, die unzählige Einsätze bei den Uneinsichtigen verbuchen konnte.

Corona-Einsätze in München: Illegale Party in der Maxvorstadt - 26-jähriger aggressiv gegen Beamte

In der Nacht zum Samstag trafen Beamte der Polizei laut Pressemitteilung nach einem Notruf in einem Mehrfamilienhaus in der Schellingstraße (Maxvorstadt) gegen 2.30 Uhr 13 Personen zwischen 22 und 28 Jahren an, die dort miteinander feierten. Die acht Männer und fünf Frauen, von denen lediglich acht in München gemeldet waren und die übrigen aus vier anderen Bundesländern angereist waren, verhielten sich den Beamten gegenüber äußerst unkooperativ. Ein 26-jähriger Münchner weigerte sich, seine Identität preis zu geben. Nachdem er immer aggressiver auf die Beamten reagierte, wurde er von diesem zu Boden gebracht und gefesselt. Erst nachdem er auf die Polizeiinspektion verbracht worden war, konnten die Beamten seine Identität feststellen. Danach wurde er wieder entlassen. Auch die übrigen Party-Gäste wurden erkennungsdienstlich erfasst und wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt.

Illegale Corona-Party in Untersendling: Gäste flüchten auf Dach - Feuerwehr kann nichts finden

Eine weitere illegale Party löste die Polizei in der Nacht zum Sonntag in der Ganghoferstraße (Untersendling) auf. Dort feierten insgesamt zwölf Personen, sieben Männer und fünf Frauen zwischen 20 und 30 Jahren, miteinander. Als sie die Beamten bemerkten, versuchten mehrere der Anwesenden, sich zu verstecken und kletterten auf das Dach des Hauses. Die Feuerwehr wurde schließlich hinzugerufen, um das Dach mit Hilfe einer Drehleiter in Augenschein zu nehmen. Es konnten zu diesem Zeitpunkt jedoch keine weiteren Verdächtigen mehr auf dem Dach entdeckt werden.

Alle Personen wurden wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt und mussten, bis auf die Wohnberechtigten, die Örtlichkeit verlassen. Da die Beamten in der Wohnung einen starken Geruch nach Marihuana feststellten, wurde diese zudem auf Betäubungsmittel untersucht. Nachdem sie mehrere Gramm Haschisch und Marihuana gefunden hatten, erhielt der 25-jährige Anwohner zudem eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Ein weiterer 30-jähriger Partygast erhielt zudem eine Anzeige wegen Sachbeschädigung. Im Vorlauf zu dem Notruf war es zu Streit unter den Anwesenden gekommen. Der 30-Jährige sollte dabei die Wohnung verlassen, wobei er vor Wut von außen gegen die Tür schlug und dort einen Schaden von rund 1000 Euro verursachte.

Corona-Maßnahmen in München: Mehrere Menschenansammlungen - Polizei hat alle Hände voll zu tun

Im Stadtgebiet Münchens kam es am Samstag immer wieder zu kleineren Einsätzen der Polizei, bei denen größere Menschenansammlungen aufgelöst werden mussten. So trafen die Beamten im Bereich des Viktualienmarktes gegen 16:35 Uhr auf ca. 300 Personen, die mit Lautsprecherdurchsagen auf ihr Verhalten angesprochen und dementsprechend sensibilisiert wurden. Diese entfernten sich danach von der Örtlichkeit. Am Nachmittag und am frühen Abend waren auch bis zu 200 Personen am Gärtnerplatz anzutreffen. Sie wurden aufgefordert, die Örtlichkeit zu verlassen. Danach wurde der Gärtnerplatz abgesperrt. Gegen 20:00 Uhr wurden mehrere 100 Personen im Bereich der Akademiestraße festgestellt, die dort ebenfalls die Abstände nicht immer zueinander einhielten. Sie wurden ebenfalls angesprochen und verließen später die Örtlichkeit.

Besonders stark eskalierte die Situation im Englischen Garten,* wo sich mehrere hundert junge Menschen gegen die Polizei solidarisierten und 19 Beamte teils durch Flaschenwürfe verletzten. Ein Video der erschreckenden Szenen kursiert derzeit in den sozialen Medien.

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