Leben in der Covid-19-Pandemie

Münchner erzählen aus dem Joballtag: So hat der Corona-Wahnsinn unseren Alltag verändert

Postbote Felice Iannone glaubt, derzeit einen der sichersten Jobs zu haben
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Postbote Felice Iannone glaubt, derzeit einen der sichersten Jobs zu haben.

Die Corona-Pandemie stellt das Berufsleben der Münchner auf den Kopf. Bei uns sprechen Betroffene, wie sie beruflich mit den Auswirkungen der Viruserkrankung zu tun haben.

  • Seit Wochen bestimmt das Coronavirus das Leben der Menschen in München.
  • Wie sehr haben sie in ihrem Alltag mit den Auswirkungen der Pandemie zu tun?
  • Wir haben uns mit vier Personen unterhalten: Postbote, Krankenschwester, Schüler und Friseur
  • Mehr zum Thema erfahren Sie in unserer tz-App. Wie der Download funktioniert, erklären wir in diesem Artikel.

München - Das Coronavirus hat uns alle fest im Griff - vom Kindergartenkind bis hin zum Pflegeheimbewohner. Was vor ein paar Monaten noch undenkbar gewesen wäre, ist mittlerweile Realität. Alltag, eine neue Normalität - so verrückt sie stellenweise auch sein mag! Die Protagonisten unseres Corona-Tagebuchs geben dem Ausnahmezustand ein Gesicht und lassen das Unbegreifliche greifbar werden. Tag für Tag.

Postbote in München: Mein Job vielleicht einer der sichersten weltweit

Der Postbote: Ich kann mich noch ganz genau an den Tag erinnern, an dem die Ausgangsbeschränkungen verkündet wurden - und ich muss sagen: Ich bin so froh, dass sich mein Alltag dadurch nicht allzu sehr verändert hat. Meine Arbeit ist eigentlich dieselbe geblieben, verändert haben sich vielmehr die Menschen, die mir auf meinem Weg begegnen. Eine Situation war besonders skurril: Ein Kunde hat mir drei Euro Trinkgeld gegeben - eingelegt in einen Becher voll Desinfektionsmittel. Verrückt, oder?! Aber ich muss sagen: Auch wenn meine Tage im Moment wahnsinnig voll und stressig sind - ich find’s toll, dass ich nach wie vor in die Arbeit gehen kann. Mein Job ist momentan vielleicht sogar einer der sichersten weltweit. Und wir stellen nach wie vor ein.

Felice Iannone (49), Postbote in München

Münchner Krankenschwester: Gute Nachricht für alte Menschen und Angehörige

Die Krankenschwester: Die Stimmung wird von Tag zu Tag wieder lockerer. Gestern hat mir eine Patientin vorgeschwärmt, wie sehr sie es genießt, endlich wieder im Wald spazieren zu gehen. Zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen hat sie sich noch nicht so recht getraut, das Haus zu verlassen. Man darf aber nicht vergessen: Es gibt immer noch viele ältere Menschen, die derzeit nicht nach draußen können. Die Altenheime sind weiterhin geschlossen. Da war es für viele Angehörige und Bewohner eine gute Nachricht, dass endlich wieder Besuch in den Einrichtungen erlaubt ist.   

Gaby Scheinpflug (64), Krankenschwester, Ambulante Krankenpflege Tutzing 

Schule während Corona: Vier Stunden Mathe am Stück

Der Schüler: Auch wenn mein (Schul-)Alltag gerade Kopf steht - es gibt tatsächlich Dinge, die sich zum Positiven gewendet haben. Zugegeben: Am Anfang habe ich mich ein bisschen alleingelassen gefühlt, weil vieles noch sehr vage war. Aber inzwischen haben wir uns alle ganz gut arrangiert. Richtig gut finde ich zum Beispiel den Blockunterricht. Vier Stunden Mathe am Stück - das mag vielleicht erst einmal abschreckend klingen. Ist aber eigentlich sehr sinnvoll, weil man wirklich mal intensiv an einem Thema arbeiten kann.

Gianluca Loch (20), Abiturient am Adolf-Weber-Gymnasium, Nymphenburg 

Friseur in München: Kunden mit mehr Lust auf Typveränderung

Der Friseur: Zeiten des Umbruchs bieten oft neue Chancen - auch beim Haarschnitt! Meine Kunden kommen mit längeren Haaren oder auch herausgewachsener Farbe und haben plötzlich Lust auf eine Typveränderung. Wenn man sich kreativ austoben kann, macht die Arbeit natürlich noch mehr Spaß. Super ist auch, dass die Kunden schon mit Maske und eigenen Getränken in unseren Laden kommen. Nur das Telefon, das bestimmt zehn Mal pro Stunde klingelt, überfordert uns noch leicht. Die Termine im Mai werden schon langsam knapp. Die Kunden zeigen aber Verständnis, auch wenn sie jetzt teilweise noch drei Wochen auf ihren Termin warten müssen. 

Daniel Krannich (39), stellvertretender Filialleiter vom Pony Club Gräfelfing 

Friseur Daniel Krannich bemerkt in der Corona-Pandemie zunehmende Lust auf Typenveränderung.

tz/mm

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