Besitzer schildern Bedenken

Münchner Clubs dürfen wieder öffnen, aber Betreiber noch skeptisch: „Dann werden wir nicht aufmachen“

Ab Oktober darf in den Clubs in München wieder gefeiert werden.
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Ab Oktober darf in den Clubs in München wieder gefeiert werden.

Ab Oktober dürfen auch in München die Clubs wieder öffnen. Die Vorfreude hält sich bei den Betreibern noch in Grenzen. Zu viele Fragen bleiben offen.

München - Die Nachricht hat eingeschlagen: Ab Oktober dürfen Clubs und Diskotheken wieder öffnen*. Auch die bisher noch geltende Sperrstunde (1 Uhr) für die Gastronomie wird abgeschafft. Die von Ministerpräsident Söder angekündigten Lockerungen der Corona-Regeln fürs Nachtleben sorgen in der gebeutelten Branche für Hoffnung. Immerhin hatten Clubs ganze 18 Monate geschlossen.

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München: Einige Clubs machten während der Corona-Pandemie dicht

Und nicht alle haben es durch die Krise geschafft. Wie der Folks Club am Sendlinger Tor zum Beispiel oder der Cord Club an der Sonnenstraße. Die neuen Besitzer dort: Die Gastro-Crew um Robert Benke, unter anderem auch bekannt vom Holzkranich an der Georgenstraße oder dem Bier & Weingarten auf der Praterinsel. Das ehemalige Café Cord hat bereits als Café Kranich wieder geöffnet, doch was wird aus dem Club? „Wir nutzen den Monat, um alles herzurichten“, sagt Mit-Betreiber Robert Benke. Die Basis stehe, ein paar Schrauben müssten noch gedreht werden. Schließlich käme die Öffnungsperspektive für Oktober nun doch überraschend schnell.

Zumindest Licht nach den dunklen Monaten im Münchner Nachtleben. Wie bereiten sich Münchner Club-Betreibern auf den Neustart vor? Die tz hat nachgefragt.

Der Betreiber des Kult-Clubs Harry Klein wusste schon vor den Öffnungsplänen Söders, dass es nicht weitergehen wird. Der Grund ist hier aber nicht Corona.

Überwiegend Freude bei den Münchner Club-Besitzern

Vorfreude im P1, Franz Rauch: Wir freuen uns sehr, dass wir aufmachen dürfen. Natürlich muss man schauen, wann das genau sein wird, ob am ersten oder 31. Oktober, das steht jetzt noch nicht fest. Auch die anderen Regeln, die dann gelten werden. Aber die Vorgaben, die es dann gibt, werden wir umsetzen. Die eine oder andere Hürde wird sicherlich noch kommen, aber Hürden sind schließlich dafür da, dass man sie nimmt. Wir vom P1 sehen das durch und durch positiv. 

Offene Fragen im Pacha, Tom Hilner: In erster Linie freuen wir uns, dass es Licht am Ende des Tunnels gibt. Aber es sind Fragen offen geblieben: Was ist das genaue Datum? Was passiert, wenn die Krankenhaus-Ampel auf Rot oder Gelb geht? Wie sieht es mit Kapazitätsbeschränkungen aus? Lüftungsanlagen sind auch Thema: Welche Lüftungskonzepte brauchen wir? Und wir im Nachtleben brauchen, wie auch die Hotellerie und Gastronomie, die Touristen in München*. Hoffentlich kommen die wieder. Aber im Großen und Ganzen ist es erst mal ein richtiger Schritt. 

Bedenken im Sweet Club, Alexander Spierer: Super, dass wir endlich eine Perspektive haben. Aber ich habe schon Bedenken. Wenn wir nicht mit voller Auslastung fahren dürfen, werden wir nicht aufmachen, weil es wirtschaftlich keinen Sinn macht. Auch nicht, wenn die Leute Abstand halten und Maske tragen müssen. Die 3G-Regel gilt bei uns verschärft, nur PCR-Tests gelten – die werden teuer. Das finde ich für die schwierig, die nicht geimpft werden können. Da würde ich mir Unterstützung von der Politik wünschen. Grundsätzlich freue ich mich – aber die Vorgaben müssen wirtschaftlich und feiertechnisch umsetzbar sein. 

Abwarten im Strom, Frank Bergmeyer: Ich muss erst mal abwarten, wie genau alles geregelt ist. Ich sehe keine Clubabende mit beschränkter Kapazität, wo Leute mit Maske tanzen. Das sind keine Clubabende, wie wir uns sie vorstellen. Es ist schwierig: Bei der 3G-Regel kommen die Leute nur mit PCR-Test rein, der ab Oktober kostet. Die 2G-Regel ist bitter für alle, die nicht geimpft sind. Auf der einen Seite will man, dass es weitergeht, auf der anderen Seite will man niemanden ausschließen, das ist mir wichtig. Die Lockerungen gehen schon mal in eine gute Richtung, aber ich bin mir noch unsicher, wie dann alles genau aussehen wird. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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