LGL nimmt Stellung

Neue Zahlen zur Delta-Variante: München besonders im Fokus - Bericht lässt jetzt aufhorchen

In München ist die Delta-Variante auf dem Vormarsch. Aktuelle Zahlen zur Corona-Mutation wurden nun veröffentlicht; das LGL äußert sich.

München - Die hochgradig ansteckende Delta-Variante des Coronavirus breitet sich in Bayern weiter aus. Die mit Abstand meisten registrierten Fälle gibt es in München. Der Statistik des Landesamtes für Gesundheit (LGL) zufolge wurden bis Samstag (3. Juli) 170 Delta-Fälle in der Landeshauptstadt festgestellt. Bis 1. Juni waren es noch 29 Fälle gewesen. Bayernweit stieg die Zahl der Delta-Fälle allein im Juni von 95 auf 481.

Corona: Delta-Variante breitet sich in München rasant aus - Behörden-Sprecher äußert sich

Zu berücksichtigen sei, dass nicht alle positiven Coronatests daraufhin ausgewertet würden, um welche Virusvariante es sich handelt, zum Beispiel weil die Menge des Virusmaterials für eine Gesamtgenomsequenzierung nicht ausreicht, unterstrich ein LGL-Sprecher.

Zudem gebe es eine Zeitverzögerung, da es sich um ein aufwendiges Laborverfahren handele: Teilweise werde den Behörden zunächst lediglich ein positives Testergebnis mitgeteilt und die konkrete Auswertung der Variante nachgemeldet. Bei mehreren Tausend PCR-Testergebnissen gebe es Hinweise darauf, dass es sich um eine Variante handelt - ohne Spezifizierung, welche Variante es ist.

Meiste Delta-Fälle in München, aber auch auf dem Land breitet sich die Corona-Mutation aus

Nicht nur in großen Städten wie München, Nürnberg oder Augsburg wird die Delta-Variante inzwischen häufiger festgestellt, sondern auch in ländlichen Regionen wie zum Beispiel in den Landkreisen Kitzingen, Ostallgäu, Aschaffenburg und Ebersberg. Mancherorts waren laut LGL-Tabelle bis Mittwoch keine Delta-Fälle bekannt, etwa in Bayreuth, Kempten, Straubing sowie den Landkreisen Lichtenfels und Hof.

Die Delta-Ausbreitung in München (die 7-Tage-Inzidenz lag dort am Sonntag bei 12,2) dürfte unter anderem an der dichteren Besiedelung liegen. Je mehr Menschen, desto mehr Ansteckungen seien möglich, sagte der LGL-Fachmann. Umso höher sei folglich auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich unter den Infektionsfällen Virusvarianten fänden.

Corona-Delta-Variante: Doppelte Impfung soll vor schweren Erkrankungen schützen

Die Delta-Variante des Coronavirus wurde erstmals in Indien festgestellt und gilt als besonders ansteckend. Virologe Christian Drosten hatte kürzlich von ersten Hinweisen darauf berichtet, dass Menschen, die mit der Delta-Variante infiziert sind, eine noch höhere Viruslast haben als Infizierte mit der Alpha-Variante. Zudem gebe es Signale, dass Delta etwas schwerere Verläufe verursache, so Drosten.

Eine zweifache Impfung soll einen guten Schutz vor schweren Erkrankungen nach einer Infektion mit der Delta-Variante des Coronavirus bieten. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geht - wie er bei verschiedenen Veranstaltungen sagte - davon aus, dass die Delta-Variante bald das Corona-Infektionsgeschehen in Bayern bestimmen wird.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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