Erst Stuttgart, dann München

Münchner Polizei zieht nach Demos zufriedene Bilanz - kleiner Zwischenfall am Rotkreuzplatz

In Stuttgart war die Corona-Demo der Aufreger am Osterwochenende. In München ging es deutlich ruhiger zu. Die Botschaft war dennoch deutlich.

München - Die Bilder aus Stuttgart waren wie ein schlimmer Vorbote. Dort waren am Samstag zigtausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Abstand und Masken? Bei vielen Fehlanzeige. Auch für München waren mehrere Demos angekündigt. Das Kreisverwaltungsreferat legte einen Großteil davon auf die Theresienwiese. Doch die blieb die meiste Zeit leer. Viele Demos wurden gar abgesagt.

München: An Grundrechte-Demo nahmen rund 230 Menschen teil

Die größte Kundgebung war am Ostermontag noch die Grundrechte-Demo. Nach Schätzungen der Polizei nahmen 230 Menschen daran teil. Dort ging’s zwar auch stürmisch zu, aber das lag nur am Wetter. Kein Vergleich zu den Szenen aus Stuttgart, berichtet auch Matthias. Der selbstständige Unternehmer aus dem Münchner Süden war am Samstag nach Stuttgart gereist, um zu demonstrieren. „Ich war begeistert“, sagt er. Innerhalb kurzer Zeit seien die Straßen voll gewesen. „Mit Trommlern sind wir durch einen Tunnel gezogen, das war wie ein Gewitterschwall“, erzählt der Münchner.

Corona-Demo auf der Münchner Theresienwiese.

Ein bisschen enttäuschend fand daher Christoph die Demo in München. Auch er war am Samstag in Stuttgart, um die Friedens- und Demokratiebewegung zu unterstützen. Beide leugnen das Coronavirus nicht, haben aber die Ansicht, dass der Umgang damit völlig falsch ist. Als Vorbild sieht der ehemalige Polizist Christoph die schwedische Corona-Politik. Er schwenkte daher die blaue Fahne mit dem gelben Kreuz. Der Tenor auf der Theresienwiese war trotz der im Vergleich wenigen Demonstranten klar: Die Regierung solle zurücktreten.

Münchner Polizei war mit Großaufgebot angerückt

Die Münchner Polizei war mit einem Großaufgebot angerückt, musste aber nur vereinzelt an die am Osterwochenende auf der Theresienwiese geltende Maskenpflicht erinnern. Ohnehin waren die Feiertage für die Beamten weniger stressig als befürchtet. „Die Demonstrationen am Wochenende waren weitestgehend wenig besucht und daher war es ruhig und friedlich“, teilte ein Sprecher der Münchner Polizei mit. Statt der angemeldeten 1000 Demonstranten kamen am Karsamstag beispielsweise laut Polizei nur rund 100 zur Demo „Osterlockdown nicht mit uns“.

Einen Zwischenfall gab es aber doch. Bei der Demo „Für Frieden, für Wahrheit, für Klarheit“ auf dem Rotkreuzplatz appellierte am Samstagnachmittag laut Polizei ein Redner dafür, sich nicht an die Infektionsschutzmaßnahmen zu halten. Ihm erteilten die Beamten einen Platzverweis. Und zwar für alle Demonstrationen in München.

Rubriklistenbild: © Astrid Schmidhuber

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