Jahreswirtschaftsbericht München

Corona-Folgen treffen München hart: Umsatzeinbrüche von bis zu 80 Prozent - doch eine Branche wächst

Der Corona-Lockdown hat vor allem der Gastronomie und dem Handel geschadet.
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Der Corona-Lockdown hat vor allem der Gastronomie und dem Handel geschadet.

Corona hat Münchens Wirtschaft erwartbar geschadet. Einzelhandel und die Gastronomie verzeichnen teils Umsatzeinbrüche von 80 Prozent. Doch manche Branche ist auch gewachsen.

München - Corona hat Münchens Wirtschaft erwartbar geschadet. Das geht aus dem Jahreswirtschaftsbericht hervor. Demnach verzeichneten der Einzelhandel und die Gastronomie mitunter Umsatzeinbrüche von bis zu 80 Prozent. Doch es gibt auch Branchen, die sogar gewachsen sind. München* hat die Krise durch Corona stark getroffen, doch nicht überall. „Es gab viel Schatten, das haben wir ja schon oft genug gehört“, sagte Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) am Montag bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts. „Es gibt aber auch viel Licht.“

München kann generell darauf verweisen, wirtschaftlich breit aufgestellt zu sein. Es gibt Handwerksbetriebe, Dienstleister und Handel aber auch produzierendes Gewerbe und High-Tech-Firmen. Corona hat nicht alle gleichermaßen getroffen. Am meisten unter dem Lockdown litten aber der Handel und das Gastgewerbe.

Corona in München: Umsatzeinbrüche bei Gastro und Handel - doch eine Branche wächst

Letztgenanntes verzeichnete 2020 bayernweit durchschnittlich Umsatzeinbrüche von rund 40 Prozent. In den Monaten März, April und November lagen die Umsatzausfälle sogar bei 80 Prozent. Ähnlich schlecht erging es dem Einzelhandel. Insgesamt stieg der Umsatz bayernweit im Jahr 2020 zwar um 6,4 Prozent an.

Doch das Bild trügt, denn während der Lebensmittel-Einzelhandel (6,2 Prozent) und ganz besonders der Internethandel (23,9 Prozent) ihre Umsätze steigerten, brachen sie bei den stationären Händlern ein. In den Monaten des harten Lockdowns lagen auch hier die Umsatzausfälle zum Teil bei bis zu 80 Prozent. Im Einzelhandel macht sich vor allem das Ausbleiben der Touristen bemerkbar: Vor Corona wurden jährlich rund drei Milliarden Euro auf diesem Sektor umgesetzt. Das Geld entfiel nahezu komplett.

Corona-Pandemie trifft Münchens Wirtschaft: Auch Kunst und Kultur schwer getroffen

Auch für die Kultur- und Kreativwirtschaft war 2020 kein einfaches Jahr. Sie ist ferner sogar immer noch von den den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen: Live-Festivals, Theater, Messen, Auftritte, Konzerte sind nach wie vor nur in stark eingeschränktem Umfang möglich.

Erholung zeichnet sich derweil beim verarbeitenden Gewerbe ab. Im Lockdown kam es zu Einbrüchen im Außenhandel, Lieferengpässen bei Vorleistungen, teilweise Produktionsstilllegungen, die zu massive Umsatzeinbrüchen von bis zu 35 Prozent auch bei Münchner Unternehmen führten. Ab Juni 2020 jedoch stellte sich eine Erholung der Branche ein. Und zum Jahresende wurde das Vor-Corona-Niveau erreicht.

Wirtschaftsschäden durch Corona in München: Eine Branche wächst trotz aller Widrigkeiten

Nicht geschadet hat die Krise derweil dem Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)-Sektor. Dort arbeiten mittlerweile rund 93 000 Beschäftigte, das entspricht mehr als zehn Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Jobs in der Landeshauptstadt. Hinzu kommen über 47 000 Beschäftigte im Umland. Allein im Corona-Jahr 2020 stieg die Beschäftigung um weitere 4,8 Prozent oder 4225 Beschäftigte; in den vergangenen fünf Jahren lag damit der Beschäftigungszuwachs bei 31 Prozent oder 22 000 Stellen. Die Umsatzrückgänge insgesamt wirken sich auch auf die Beschäftigungssituation aus: Die Arbeitslosenquote stieg von 3,3 Prozent (2019) auf 4,5 Prozent, und damit auf den höchsten Wert seit 2015. Dabei hat die Kurzarbeit wohl ein einschneidenderes Ergebnis verhindert. Im April 2020 waren zwischenzeitlich über 183 000 Kurzarbeiter gemeldet. Das sind etwa 20 Prozent aller Beschäftigten.

Baumgärtner rechnet damit, dass auch in diesem Jahr die Gewerbesteuer noch nicht so fließen werde wie vor Corona. Der Kämmerer kalkuliert derzeit mit einem Fehlbetrag von über 600 Millionen Euro und über 1,4 Milliarden Euro neuen Schulden. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer lagen in München zuletzt bei rund 2,7 Milliarden Euro. Baumgärtner: „Ich denke, dass wir uns wohl erst 2024 oder 2025 den alten Zahlen annähern werden.“

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