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Corona-Impfungen: Hausärzte werden überrannt – keine Termine in den Impfzentren

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Von: Phillip Plesch

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Coronavirus - Impfung im Landkreis Hof beim Hausarzt
Viel zu tun haben die Hausärzte nicht nur mit Corona-Impfungen. © Nicolas Armer

Die Nachfrage ist enorm, doch das Angebot an Corona-Impfungen muss in München erst wieder gesteigert werden. Vor allem Hausärzte müssen derzeit darunter leiden.

München – In München* eine Corona*-Impfung zu bekommen, ist derzeit nicht ganz so leicht. Am Impfzentrum Riem sowie den vier Außenstellen (Marienplatz*, Theresienwiese, KVR, Pasing Arcaden - hier ist ein Termin Pflicht) sind aktuell sämtliche Termine über das offizielle Portal des Freistaats vergeben (Stand: 23. November).

„Das Impfangebot der Stadt wird mit Hochdruck wieder hochgefahren, um baldmöglichst wieder rund 30.000 Impfungen in der Woche anbieten zu können“, heißt es vom Gesundheitsreferat um Chefin Beatrix Zurek. Gemäß den Vorgaben des Freistaats waren die Kapazitäten heruntergefahren worden.

Mit dem zunehmenden Ausbau werden auch wieder neue Termine im System zur Verfügung stehen. Nachschauen lohnt sich also! In Riem oder bei den mobilen Impfaktionen kann man sein Glück auch ohne Termin versuchen. Je nach Tag und Uhrzeit sollte man aber Zeit einplanen: Zwei bis drei Stunden Wartenzeit können sein. Und wer Pech hat, kommt am Ende trotzdem nicht dran. Immerhin: Genug Impfstoff steht zur Verfügung.

Corona-Impfungen in München: Die Warteliste reicht bis Januar 2022

Eine andere Möglichkeit, an seine Impfung zu kommen, sind die Hausärzte. Allerdings: „Mittlerweile werden die Praxen durch Impfwillige überrannt“, berichtet Dr. Wolfgang Ritter, Vorstandsmitglied des Bayerischen Hausärzteverbandes. Besonders gefragt: die Auffrischungs-Impfung.

Bei vielen Hausärzten gehen die Wartelisten mindestens bis weit in den Januar hinein, erzählt er. „Wer in meiner Praxis in München-Sendling* online einen Impftermin will, muss bis Mitte Februar warten.“ 15.000 Anrufe im Monat gehen derzeit in der Praxis ein - mehr als fünfmal so viele wie sonst.

Die Folge: „Viele Anrufer kommen nicht mehr durch. Gleichzeitig sind die Sprechstunden auch wegen saisonaler Infektionskrankheiten voll“, sagt Ritter. Impfstoff sei genug vorhanden. Obwohl pro Woche nur noch 48 Biontech-Dosen pro Arzt verimpft werden dürfen. „Die Deckelung kommt zur Unzeit und ist schlecht kommuniziert - sie verunsichert viele Impfwillige“, schimpft der Hausarzt. Die zusätzliche Beratung bleibe wieder an den Ärzten hängen. Ritter betont aber: „Der Moderna-Impfstoff ist genauso gut*.“ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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