Der schnelle Weg zum Pieks

Neuer Corona-Impf-Service in München startet: „Wer sich zuerst meldet, bekommt den Termin“

Mit einem neuen Service, der in München startet, soll es künftig einen schnellen Weg dafür geben, dass keine Corona-Impfdosen mehr weggeworfen werden müssen sondern an Impfwillige verabreicht werden können.

Noch immer warten viele Menschen sehnsüchtig auf die Corona-Impfung*. Abhilfe soll jetzt das Portal www.sofort-impfen.de schaffen. Die von einem Münchner Team eingerichtete Internetseite weist Nutzern den Weg zum schnellen Termin.

Corona in München: Neuer Service soll zu schnellem Impf-Termin verhelfen

Hinter dem Projekt stecken die Münchner Oliver Mayer, Johannes Gerster und Vanessa Sonders sowie Wiebke Nadzeika aus Hamburg, Sophia Probst aus Frankfurt am Main, Alexander Klingstein aus Dresden und Martin Elwert aus Berlin. „Wir wollen alle gerne schnell ins normale Leben zurück und haben uns überlegt, wie wir einen Beitrag dazu leisten können“, sagt Vanessa Sonders. Die meisten der Freunde gehören der Prioritätsstufe vier an und sind selbst noch nicht geimpft. Umso mehr ärgert es sie, wenn Impfstoff* verschwendet wird. „Wir wollen verhindern, dass Impfdosen weggeworfen werden müssen“, erklärt die 35-Jährige.

Das Team hinter „sofort impfen“: Wiebke Nadzeika, Oliver Mayer, Vanessa Sonders, Johannes Gerster, Martin Elwert und Dr. Sophia Probst (v. li.).

München: Impfprojekt ist für die Macher eine Herzensangelegenheit

Alle arbeiten beruflich in unterschiedlichen Branchen, das Impfprojekt ist ihnen eine Herzensangelegenheit. Das Prinzip ist einfach: Jeder Impfwillige kann sich dort mit Namen, E-Mail-Adresse und Postleitzahl registrieren. „Wir wachsen täglich und kratzen an den zwei Millionen Anmeldungen“, berichtet Sonders. „Mit diesem Echo hätten wir gar nicht gerechnet.“ Auch zwischen 500 und 600 Arztpraxen, auch aus München, machen schon mit. Und es werden immer mehr. „Das Feedback ist durchweg positiv, die Praxen kommen auf uns zu“, sagt Vanessa Sonders. Viele seien sehr dankbar für das Angebot: „Das Personal in den Praxen kommt gerade oft an seine Grenzen.“ Da sei es eine große Hilfe, wenn die Mitarbeiter bei kurzfristigen Terminabsagen nicht lange Listen abtelefonieren müssen. Stattdessen loggt sich die Praxis einfach im Portal ein, gibt Datum, Uhrzeit und den freien Impfstoff an – und schon kann jeder Registrierte den Termin buchen.

Einige Impfzentren machen bereits bei der neuen Aktion mit

Einige Impfzentren, zum Beispiel die beiden aus dem Landkreis Dachau, machen bereits bei sofort-impfen mit. Eine Beteiligung des Impfzentrums in Riem ist laut dem städtischen Gesundheitsreferat zunächst nicht geplant. Denn dort gehen die Impfstoffreste sowieso sehr schnell weg: „Da es sich täglich um eine sehr geringe Menge im einstelligen Bereich handelt, ist es kein Problem, diese am Abend an Berechtigte zu verimpfen“, erklärt ein Referatssprecher.

Auf dem neuen Portal dagegen spielt die Priorisierung* keine Rolle. Auch Gesundheitsdaten müssen nicht angegeben werden. „Wer sich zuerst meldet, bekommt den Termin“, sagt Vanessa Sonders. Noch ist die Vermittlung auf fünf Kilometer im Umkreis der Postleitzahl beschränkt. „Der Radius soll aber ausgeweitet werden“, kündigt Sonders an. Nach einer Verzögerung wegen des großen Ansturms geht es heute los: Zunächst läuft ein Test mit einigen ausgewählten Ärzten, manche davon sind aus München. Klappt das gut, startet in einigen Tagen deutschlandweit die Vermittlung im großen Stil. Die Daten werden nach der Impfung wieder gelöscht. *tz.de und Merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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