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Virologe wegen Situation in München alarmiert: „Kann monatelang gehen“ - Daten lassen aufhorchen

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Von: Franziska Konrad

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Corona Intensivstation
Für den Münchner Virologen Oliver Keppler ist klar: Die Lage auf den Intensivstationen wird sich noch weiter verschlechtern. © Fabian Strauch/dpa

In ganz Bayern wird auf Intensivstationen um das Leben von Corona-Patienten gekämpft. Virologe Oliver Keppler aus München weiß: Die Lage wird sich erst mal nicht verbessern.

München - In ganz Bayern füllen sich die Intensivstationen immer mehr mit Corona-Patienten. Besonders dramatisch ist die Lage derzeit in München. Oliver Keppler, Leiter der Virologie an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, schlägt nun Alarm. Er ist sich sicher: Aller Voraussicht nach wird sich diese Situation in den nächsten Wochen weiter verschlechtern.

Corona in München: Intensivstationen immer voller - Virologe warnt eindringlich

„Die Lage spitzt sich zu“, stellt der Virologe im Bayerischen Rundfunk klar. „Es muss uns allen klar sein: Die hohen Inzidenzen, die wir die letzten ein bis zwei Wochen sehen, die schlagen auch erst in ein bis drei Wochen wirklich auf unsere Intensivstationen durch.“ Doch das ist noch nicht alles. Keppler warnt weiter. „Wir kommen in einen Überlastungsmodus hinein, der monatelang gehen kann, wenn wir nichts dagegen machen.“

Corona-Impfung: Wirkung lässt schneller nach als gedacht - Impfdurchbrüche folgen

Besonders fatal: Die Wirkung der Corona-Impfungen lässt Keppler zufolge schneller nach, als von Medizinern erhofft beziehungsweise erwartet. Daher gebe es auch schwerwiegende Impfdurchbrüche. „Die Daten (...) zeigen, dass nach vier Monaten nach der zweiten Impfung gerade bei älteren Menschen die Immunität wieder abnimmmt“, erklärt der Wissenschaftler. „Die Kombination aus schwer erkrankten ungeimpften Menschen und geimpften Menschen, die bereitet diese große Welle, die wir so in dieser Vehemenz vielleicht nicht haben kommen sehen.“

Wegen steigender Corona-Patientenzahlen sind die Intensivbetten mittlerweile in über der Hälfte der größeren Städte und Landkreise Bayerns knapp. Insgesamt waren am Sonntag in 50 der 96 kreisfreien Städte und Kreise weniger als zehn Prozent der Intensivbetten frei, wie aus dem Intensivregister hervorging. In 20 bayerischen Städten und Kreisen war kein einziges Intensivbett mehr frei.

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