Nur Ungeimpfte auf Intensivstation

Corona in München: Klinik mit verzweifeltem Appell - „Bitte schützt euch!“

Krankenhausmitarbeiter in einer Behandlung
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Corona: Die München Klinik schlägt Alarm: Nur Ungeimpfte befinden sich auf Intensivstationen - die Zahlen steigen

Die Inzidenz ist zwar unter dem Bundesschnitt, die München Klinik schlägt aber Alarm: Immer mehr Corona-Patienten sind auf den Intensivstationen. Darunter sind auch junge Menschen. Alle Patienten sind ungeimpft.

München - Die Sieben-Tage-Inzidenz in München wächst zwar langsam an, liegt aber noch deutlich unter dem Bundesschnitt: Am Montag gab das RKI bekannt: München liegt auf einem Wert von 65,8. In ganz Bayern liegt diese Zahl deutlich höher - Mit 86,5 beziffert das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit die Kennzahl. Die Krankenhaus-Ampel, ein wichtiger Maßstab für weitere Regelungen in der Corona-Pandemie, strahlt grün. Wer aufgrund dieser Zahlen glaubt, die Lage in den Münchner Krankenhäusern müsste doch eigentlich ziemlich entspannt sein, täuscht sich gewaltig. Das zumindest teilt die München Klinik auf Twitter mit. Fast verzweifelt klingt ein Tweet, in dem die Klinik an alle Menschen appelliert.

Corona in München: Klinik mit verzweifeltem Appell - Nur Ungeimpfte auf Intensivstation

„In der München Klinik erleben wir aktuell eine fünf Mal höhere Hospitalisierung und behandeln fünf mal mehr Intensivpatienten als vor einem Jahr“, schreibt das renommierte Klinikunternehmen. Und das nicht weil es mehr Fälle von Corona gibt, sondern „bei ähnlicher Sieben-Tage-Inzidenz“. Die Klinik füttert diese Behauptung mit Zahlen, die aufhorchen lassen.

München Klinik: Auch junge, gesunde Menschen brauchen Intensivbetten

„Wir behandeln im Moment schwerste Covid-Pneumonien“, schreibt das Unternehmen, „Patienten mit hohem Sauerstoffbedarf“ und - das war im vergangenen Jahr noch anders „teilweise junge Menschen ohne Vorerkrankungen“. Das deckt sich mit Zahlen aus dem Klinikum Nürnberg: Auch hier werden die Corona-Patienten immer jünger.

Allgemein seien Vorerkrankungen nicht mehr der hauptsächliche Grund für eine Intensiv-Behandlung. „Nur in selten Fällen sehen wir aktuell Betroffene, bei denen eine Sars-CoV2-Infektion und eine andere, schwere akut krankenhauspflichtige Erkrankung zusammentreffen.“

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Am vergangenen Mittwoch wurden in der München Klinik 42 Corona-Patienten behandelt. Davon belegten 14 ein Intensivbett. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden bei einer ähnlichen Inzidenz (2021:51,4 ; 2020:41,5) nur acht Erkrankte stationär behandelt, drei davon intensivmedizinisch. Und das obwohl inzwischen Impfungen möglich sind und die Mehrheit der Münchner bereits vollen Impfschutz genießen.

Corona in München: Klinik wirbt für Impfkampagne

Der Impfschutz - das stellt die Klinik klar - sei wirksam. Denn: „Ein aktueller Blick zeigt insgesamt ein sehr deutliches Bild“, schreibt die Klinik. „Auf den Intensivstationen liegen ausschließlich ungeimpfte Personen“, heißt es weiter. Und auch auf den Normalstationen seien fast alle Corona-Patienten noch nicht geimpft.

Die Klinik verknüpft diesen Einblick in die schockierenden Zahlen mit einem eindringlichen, fast verzweifelten Appel: „Bitte schützt Euch!“ Für die Klinik gibt es nur einen Königsweg: Eine Impfung gegen das Coronavirus. „An alle, die eine Impfung ablehnen oder aus medizinischen Gründen ungeimpft bleiben müssen: Bitte haltet Euch an die AHA-Regeln“, schreibt die Klinik.

Klinik rät Impfskeptikern: „Informiert Euch“

Die Ärzte empfehlen aber allen Impfskeptikern: „Bitte informiert Euch genauer. Prüft den Wert von Informationsquellen und bleibt offen für medizinisch-wissenschaftliche Erkenntnisse.“ Laut Experten-Einschätzungen wird eine Impfquote von 80 Prozent benötigt, um die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen. Die Herdenimmunität ist in Gefahr: Von der gewünschten Quote ist die gesamte Bundesrepublik weit entfernt - und die Stadt München ebenfalls: Laut Homepage der Stadt sind erst rund 58 Prozent der Münchner bereits doppelt geimpft.

Corona: Impfquote stagniert - Impfung für Kinder wird erforscht

Die Impfquote stagniert nach einem rasanten Beginn der Kampagne inzwischen bereits seit vielen Wochen. Die Stiko empfiehlt, auch Jugendliche ab 12 Jahren gegen das Virus impfen zu lassen. Die Firma Biontech/Pfizer, die einen Impfstoff entwickelt haben, hat angekündigt, auch an der Schutzimpfung für noch jüngere Kinder zu arbeiten. Die Firmengründer rechnen damit, dass die Impfung für Kinder bald zugelassen wird.

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