Die vielen Tests bedeuten einen riesigen Aufwand

Neue Maßnahme greift: München vor Corona-Mammut-Aufgabe - sie geht erstmal bis Juni

Ab Montag gilt: Arbeitgeber müssen ihren Beschäftigten regelmäßige Corona-Tests ermöglichen. Die Verordnung der Bundesregierung bringt vor allem eines mit sich: enormen Aufwand.

Auf dem Weg aus der Corona-Pandemie* setzt die Bundesregierung auf eine neue Teststrategie. Dazu hat sie die Arbeitsschutzverordnung um folgenden Punkt geändert: Ab dieser Woche sind Betriebe dazu verpflichtet, ihren Mitarbeitern ein Testangebot* anzubieten. Was einfach klingt, stellt besonders für große (kommunale) Unternehmen eine Mammutaufgabe da – organisatorisch und finanziell. Bei der Maßnahme, die vorerst bis Ende Juni läuft, geht die Bundesregierung von Kosten von 130 Euro pro Beschäftigtem aus.

Corona in München: Allein die Stadtverwaltung soll 34 000 Beschäftigten jede Woche Tests ermöglichen

Eine Summe, die hochgerechnet Millionen-Belastungen für die Arbeitgeber ausmacht. Zum Beispiel bei der Stadt München* mit ihren knapp 41 000 Mitarbeitern. Rechnet man die rund 20 Prozent ab, die laut Personal- und Organisationsreferat (POR) im Homeoffice sind, bleiben 34 000 Beschäftigte, denen pro Woche eine Testmöglichkeit* zur Verfügung gestellt werden müsste. Um diese gewähren zu können, gibt es laut POR-Sprecher Tobias Stephan eine referatsübergreifende Arbeitsgruppe und eine eigene Taskforce Corona*. Sie kümmert sich um „die Bedarfserhebung, Beschaffung und Verteilung“ der Selbsttests. Diese werden an zentrale Lager geliefert und dann weiterverteilt. Auch an die städtischen Betriebe und Einrichtungen wie den Tierpark Hellabrunn oder die MVG. In den vergangenen Wochen wurde vor allem das Bildungsreferat beliefert, das Test-Kits für die Kollegen in den Kitas und Schulen brauchte.

Gut gerüstet: Theresa Spicker vom Bildungsreferat mit Kästen voller Tests, die die Stadt bestellt hat.

Dass es die Großen mitunter einfacher haben als die Kleinen, befürchtet Ercan Tekes („Stadtrad089“). Der Fahrradhändler hat nicht tausende, sondern nur neun Mitarbeiter. Der Großhandel kommt für ihn also nicht infrage. „Aber ich bin dran“, sagte er Ende vergangener Woche. Er verbrachte Tage an Telefon und PC, um seine Firma auszustatten.

Corona in München: Bei der Stadtsparkasse wird Testangebot „hervorragend angenommen“

Früher dran als andere war die Stadtsparkasse, bei der 2300 Menschen arbeiten. „Wir haben vergangenen Montag damit begonnen, unsere Mitarbeiter durch die Betriebsärzte testen zu lassen, beziehungsweise ihnen Selbsttests zur Verfügung zu stellen“, sagt Sprecher Sebastian Sippel. „Das Angebot wird hervorragend angenommen. Wir haben bereits 5000 Corona-Tests intern verteilt.“ Ein wichtiger Schritt, wie sich gezeigt hat: In den vergangenen Monaten gab es bei der Bank in der Regel ein bis drei Corona-Betroffene pro Woche, wie Sippel erklärt.

Gut beschäftigt: Fahrrad-Händler Ercan Tekes muss dafür sorgen, dass für seine neun Mitarbeiter ab dieser Woche genügend Tests zur Verfügung stehen.

Andere Unternehmen geben sich verschlossener, was ihre Situation betrifft. So erklärt der Media-Markt-Saturn-Konzern, der Filialen in München betreibt, lediglich: „Aktuell arbeiten wir mit Hochdruck an der Umsetzung des Testangebots – sowohl in unseren Märkten als auch an unserem Verwaltungsstandort in Ingolstadt.“

Verfolgen Sie das Corona-Geschehen in München in unserem aktuellen News-Ticker. Weitere Nachrichten aus München bekommen Sie immer aktuell bei uns.  

*Merkur.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Schlaf

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare