Noch greifen die staatlichen Hilfen

Wie groß ist das Ladensterben wirklich? Schlimme Corona-Statistik aufgetaucht - Münchner Experte hat anderen Eindruck

Vergangenes Jahr war die Fußgängerzone in München noch gefüllt mit Menschen auf Weihnachts-Shoppingtour.
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Vergangenes Jahr war die Fußgängerzone in München noch gefüllt mit Menschen auf Weihnachts-Shoppingtour.

Jeder fünfte Laden in der Münchner Innenstadt soll angeblich wegen Corona seine Türen zugesperrt haben. Und es könnte bald noch schlimmer werden.

München - Wer dieser Tage durch die Innenstadt schlendert, ist oftmals überrascht, wie wenig los ist. Die Auswirkungen der Corona-Zeit sind gerade in den Shopping-Meilen deutlich zu spüren: Ja, das Geschäft lief schon mal deutlich besser. Einige Läden mussten durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sogar schließen.

München: Corona soll dazu geführt haben, dass jeder fünfte Laden schließen musste

Doch wie viele Münchner Geschäfte fielen der Corona*-Pandemie tatsächlich zum Opfer? Jedes fünfte, will die Plattform Sendinblue ermittelt haben. In einer Studie über große Einkaufsstraßen kommt der Anbieter zu dem Ergebnis, dass das Ladensterben nirgends in Deutschland so groß ist wie in der Landeshauptstadt. Das Ergebnis: Knapp 20 Prozent der Münchner Geschäfte hätten teils geschlossen. Mit etwas Abstand folgt Hamburg, wo aktuell 17,9 Prozent der Läden nicht geöffnet seien. Auch in Bonn (16,8 Prozent) und Bremen (15,8 Prozent) ist die Lage demnach schlecht.

Was sagen Münchner Branchenexperten zu den Zahlen? „Aus unserer Sicht stimmt das nicht. Die Zahl der Läden, die in den vergangenen Wochen und Monaten schließen mussten, liegt unter fünf Prozent“, sagt Wolfgang Fischer, Geschäftsführer von Citypartner, der Unternehmensinitiative der Münchner Innenstadt.

Ladensterben nach Corona-Hilfen? Kunden könnten das verhindern

Durch die Schließung einiger großer Geschäfte wie Sport Münzinger (am Marienplatz), Jeans Kaltenbach (Sendlinger Straße), dem Disney- oder S-Oliver-Store an der Kaufingerstraße waren dennoch viele Veränderungen sichtbar. Fischer sagt: „Im Moment greifen die staatlichen Hilfen für die Unternehmer zum Glück. Unsere Befürchtung ist aber, dass uns ein Ladensterben droht, wenn die Hilfen dann auslaufen, die Geschäfte aber zu wenig Umsätze einfahren.“ Die Kunden könnten das verhindern. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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