News aus der Isar-Metropole

München Klinik: Deutlich mehr Covid-Patienten auf Intensivstation als bei zweiter Welle

Die Corona-Lage in München ist weiter angespannt. Was bedeutet das für die anstehende Fußball-EM? Alle Lockdown-News hier im Ticker.

  • Die Corona-Zahlen in München: Die Inzidenz geht am Sonntag leicht zurück - liegt aber immer noch weit über 100 (siehe Update vom 18. April, 14.24 Uhr)
  • OB Reiter will sich in puncto Fußball-EM nicht festlegen (siehe Update vom 18. April, 18.28 Uhr).
  • Die Stadt München schlägt Alarm. Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 19. April, 13.03 Uhr: Der Chef der München Klinik ist sehr froh, dass seine Mitarbeiter durchgeimpft sind. Trotz der hohen Infektionsrate in München stecken sich so kaum noch Kolleginnen und Kollegen an. Ein neues Test-Konzept soll dafür sorgen, dass es so bleibt.

München Kliniken: Mehr Corona-Patienten auf Intensiv - und deutlich jüngere

Denn die dritte Corona-Welle in den Krankenhäusern der Landeshauptstadt hat es dennoch in sich. Dr. Axel Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der München Klinik: „Auch unsere Covid-19-Patientenzahlen steigen seit einigen Wochen wieder an – wir behandeln in der dritten Welle mit einem Anteil von rund 60 Prozent deutlich mehr unserer Covid-19-Patienten auf der Intensivstation, als noch im Vorjahr, und die Patienten sind heute jünger.“ Eine aufrüttelnde Reportage aus der Intensivstation Großhadern zeigt das Corona-Leiden hautnah. Derweil wird mit Spannung die Entscheidung der UEFA zu den EM-Austragungsorten erwartet. Wegen Corona will man keine Zuschauer in der Allianz Arena garantieren. Fällt München deshalb durch?

Update vom 19. April, 09.33 Uhr: Die Corona-Zahlen an einem Montag sind ja so eine Sache. Sie fallen bekanntermaßen niedriger aus, als sie eigentlich sind, weil am Wochenende weniger getestet und weniger ans RKI gemeldet wird. Gestern wurden 206 neue Fälle aus München ans RKI gemeldet. Die Inzidenz bleibt erstmal bei 161,3, also viel zu hoch. Heute wird übrigens entschieden, ob die Allianz-Arena Austragungsort für Fußball-EM-Spiele wird - oder nicht.

Update vom 18. April, 18.28 Uhr: Die Stadt München kann der Europäischen Fußball-Union weiterhin keine Garantie für die Ausrichtung der vier EM-Spiele in diesem Sommer vor Zuschauern geben. „Es ist zum jetzigen Zeitpunkt schlicht nicht möglich, eine Aussage darüber zu treffen, ob es das Infektionsgeschehen im Juni zulässt, Zuschauer ins Stadion zu lassen oder nicht“, sagte der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter der Welt am Sonntag. Das UEFA-Exekutivkomitee trifft während einer Sitzung an diesem Montag (ab 10.00 Uhr) die Entscheidung, ob München dennoch Mit-Gastgeber des Turniers (11. Juni bis 11. Juli) bleiben darf.

Nach der aktuellen Infektionsschutzverordnung seien Veranstaltungen dieser Art mit Zuschauern nicht erlaubt. „Wir hoffen aber, dass sich die Pandemielage bis Juni entspannt und wir unter Einbeziehung zusätzlicher Hygienemaßnahmen und eventueller Teststrategien, wie von der UEFA angestrebt, wenigstens einen gewissen Prozentsatz der Plätze in der Allianz Arena für Zuschauer freigeben können“, sagte Reiter.

Corona-Lockdown in München: Stadt nennt aktuelle Infektionszahlen

Update vom 18. April, 14.24 Uhr: Die Stadt München hat die aktuellen Corona-Zahlen veröffentlicht. Demnach kamen am Samstag, 17. April, 264 Neuinfektionen hinzu. Zwei Personen starben im Zusammenhang mit einer Infektion. Der R-Wert liegt jetzt bei 1,30. Nach Angaben des RKI liegt die 7-Tage-Inzidnenz am 18. April bei 163,9 (Vortag: 165,7). Dieser Rückgang der Inzidenz sollte jedoch nicht überinterpretiert werden. Erfahrungsgemäß sinken die Zahlen am Wochenende ab, da weniger getestet wird oder Zahlen erst verspätet übermittelt werden.

Durch die neu gemeldeten Fälle sind aktuell nach Angaben der Stadt 4.363 Personen in München mit Corona infiziert - 58.741 gelten als genesen. 1148 Personen starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Update vom 18. April, 11.36 Uhr: Von Freitag, 16.04.2021 bis Sonntag, 18.04.2021, kam es in der Landeshauptstadt im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu diversen Einsätzen und Kontrollen durch die Münchner Polizei. Dabei konnten fast alle Einsätze kommunikativ gelöst werden, bzw. hatten sich Großteils schon vor Eintreffen von Polizeikräften erledigt.

Am Freitag, 16.04.2021, wurde den Beamten gemeldet, dass abends ein Treffen von mehreren Personen in einem Haus stattfinden soll. Gegen 19:00 Uhr konnte durch zivile Polizeibeamte festgestellt werden, dass sich mehrere Personen in einer Garage getroffen haben. Bei der darauffolgenden Personenkontrolle kam es zu insgesamt 20 Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz. Hierbei waren die Gründe der fehlenden Masken, der Nichteinhaltung der Mindestabstände sowie dass mehrere Haushalte anwesend waren. Im Anschluss an die Maßnahmen wurden sämtlichen Personen Platzverweise erteilt, welchen auch sofort Folge geleistet wurde.

Coronavirus in München: Inzidenz geht leicht zurück - zum ersten Mal seit Tagen

Update vom 18. April, 8.01 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in München liegt am Sonntag bei 163,9. Das geht aus Zahlen des Robert-Koch-Instituts hervor (Stand 3.09 Uhr). Am Vortag wurde der Wert mit 165,7 angegeben.

Im Rahmen der zentralen Gedenkveranstaltung für die deutschlandweiten Todesopfer der Corona-Pandemie in Berlin hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Trauerbeflaggung aller staatlichen Dienstgebäude in Bayern für diesen Tag angeordnet. Die Gemeinden, Landkreise und Bezirke sowie die übrigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts wurden gebeten, in gleicher Weise zu verfahren. Der Bund hat für seinen Bereich eine entsprechende Regelung getroffen.

Trauerflore an Flaggen in ganz Bayern um an die Corona-Toten zu Gedenken.

Update vom 17. April, 20.25 Uhr: In ganz Bayern und damit auch München soll das Impftempo gesteigert werden. Viele Experten sind jedoch gegen eine damit zusammenhängende Aufhebung der Priorisierung. Gegenwind zu dieser Maßnahme hat nun auch der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, geäußert. Der Mediziner warnt eindringlich vor einem derartigen Schritt und befürchtet negative Folgen.

„Diese Diskussion nützt wirklich keinem. Wir müssen doch mit begrenzten Impfstoffmengen weiter möglichst Menschen mit hohem Risiko für schweren Covid-19-Verlauf wie Vorerkrankte schützen“, schildert Mertens gegenüber RP Online. Stattdessen will er die Regelung aufrechterhalten und damit auch die Intensivstationen vor einer noch größeren Belastung schützen. Was den baldigen Bruch der dritten Corona-Welle betrifft, ist der Stiko-Chef skeptisch: „Das zeigen auch Modellrechnungen. Dazu hätte man viel früher viel mehr Impfstoff haben müssen“, so Mertens weiter.

Corona in München: Inzidenz steigt munter weiter - Viele Bürger ohne Lust auf Impfen

Update vom 17. April, 16.52 Uhr: Die Tendenz in Sachen Impftempo ist in München positiv. In einem Zeitraum von drei Monaten - Ende Dezember bis 25. März - wurden 192.100 Erst- und Zweitimpfungen durchgeführt. Mittlerweile ist diese Zahl laut Stadt auf 347.600 angewachsen. Das stellt in Aussicht, dass in etwa drei Wochen weitere 155.500 Impfungen anstehen. Weil Hausärzte zunehmend eingebunden werden, dürfte die Impfkampagne an Dynamik zunehmen.

Ein Sprecher der Kassenärzlichen Vereinigung Bayern sagte unserer Zeitung: „Die Ärzte würden gerne noch viel mehr Patienten in ihren Praxen immunisieren, wenn genügend Impfstoff verfügbar wäre.“ Aktuell sei die wöchentliche Bestellmenge auf 16 bis 42 Dosen pro Arzt begrenzt.

Münchens Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD) richtet unterdessen einen Impf-Appell an die Bevölkerung. Denn 12.500 Personen der ersten Priorisierungsgruppe haben zwar eine Einladung zur Impfung erhalten, sie aber noch nicht angenommen. In Priorisierungsgruppe zwei? Sogar rund 56.000 Menschen.

Corona in München: Bittere Statistik der letzten sieben Tage - Zahlen sprechen Bände

Update vom 17. April, 10.14 Uhr: Schlechte Nachrichten zum Start ins Wochenende aus München: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen. Am Samstagmorgen liegt der Wert laut RKI bei 165,7. Am Tag zuvor der Wert mit 158,5, am Donnerstag lag er bei 154,3.

Update vom 16. April, 18.13 Uhr: Keine gute Corona-Woche für München. Die Stadt hat in der Summe der letzten sieben Tage mehr Neu-Infektionen vermeldet (2.353) als das Saarland (1.198) und Mecklenburg-Vorpommern (2.421). Seit Mittwoch gilt in München wieder die „Notbremse“, die unter anderem die nächtliche Ausgangssperre innehat.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in München steigt weiter.

Update vom 16. April, 12.53 Uhr: Eine Auswertung der Impfsoftware (BayIMCO) des Freistaats hat jetzt ergeben, dass 12.500 Münchner und Münchnerinnen aus der 1. Priorisierungsgruppe bereits eine Einladung zur Impfung erhalten, aber noch keinen Termin vereinbart haben. In der Priorisierungsgruppe 2 sind das sogar rund 56.000 Personen. Das meldet die Stadt über die Rathausumschau.

Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek appelliert deshalb dringend an alle Münchner und Münchnerinnen: „Bitte vereinbaren Sie einen Impftermin für sich, sobald Sie eine Einladung vom Registrierungsportal BayIMCO per SMS und Mail oder per Brief erhalten. Die Impfung steht Ihnen zu und bietet Ihnen Schutz vor einem möglicherweise tödlichen Virus. Wenn Sie keine Impfung im Impfzentrum mehr benötigen, weil Sie beispielsweise schon bei Ihrem Hausarzt geimpft wurden, löschen Sie bitte den Account bei BayIMCO.“

München: Tausende Registrierte haben keinen Impf-Termin vereinbart

Das Impfzentrum Riem wird die registrierten Personen nochmals per E-Mail und SMS erinnern und dazu auffordern, einen Termin zu vereinbaren. Wer seine Registrierung per Impf-Telefon gemacht hat, wird gebeten, dort anzurufen und einen Termin zu vereinbaren.
Wer sich noch nicht im bayerischen Registrierungsportal BayIMCO für einen Impftermin registriert hat, kann dies unter https://impfzentren.bayern.de nachholen. Für Personen ohne eigenen Internet-Zugang ist das Impf-Telefon der Stadt München unter der Telefonnummer 089/90429-2222 täglich von 8 bis 18 Uhr erreichbar.

Für Senior*innen in München besteht auch die Möglichkeit, sich für eine wohnortnahe Impfung bei einem von 30 Alten- und Service-Zentren (ASZ) anzumelden oder einen Termin bei ihrem Hausarzt zu vereinbaren. Aktuell wird im Impfzentrum alle 5,6 Sekunden eine Impfung durchgeführt.

Update vom 16. April, 10.22 Uhr: Wie die Stadt München aktuell mitteilt, gelten ab nächster Woche, Montag, 19. April, für Schulen und Kindertagesstätten die Regeln bei einer Inzidenz über 100. Das heißt, Kitas gehen in die Notbetreuung, in den Schulen findet Distanzunterricht statt - außer für die Abschlussklassen, 4. Klassen und Jahrgangsstufe 11.

Auf Twitter sind die Reaktionen auf den Beitrag der Stadt München jetzt schon kontrovers: Während die einen die Entscheidung für überfällig halten, monieren andere, dass ja gerade erst die Testpflicht eingeführt wurde, „dass man auch bei hohen Inzidenzen die Schulen offen halten kann.“

Besucher des Englischen Gartens genießen die Abendstimmung am «Monopteros», während die Sonne untergeht.

Update vom 16. April, 6.01 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in München liegt am Freitag bei 158,5. Das geht aus Zahlen des Robert-Koch-Instituts hervor (Stand 3.09 Uhr). Am Vortag wurde der Wert mit 154,3 angegeben, am Mittwoch lag er bei 147,1 .

Corona in Bayern: Söder-Minister nennt Lockerung - Quarantäne-Regel fällt

Update vom 15. April, 18.33 Uhr: Geimpfte müssen in Bayern auch nach engem Kontakt mit Corona-Infizierten nicht mehr in Quarantäne. Eine neue Allgemeinverfügung mit dieser Erleichterung ist am Donnerstag in Kraft getreten, wie Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte.

Keine Quarantänepflicht gebe es jetzt für Geimpfte ab dem 15. Tag nach ihrer abschließenden Impfung sowie für Menschen, die in den letzten sechs Monaten infiziert waren. Wenn die Infektion länger zurückliege, aber der Mensch geimpft wurde, müsse er ebenfalls nicht in Quarantäne. All diese Personengruppen seien den Erfahrungen und den Erkenntnissen des Robert-Koch-Instituts zufolge kaum infektiös. Alle anderen „engen Kontaktpersonen bestätigter Fälle“ müssen unverzüglich für 14 Tage in häusliche Quarantäne und dürfen diese weder verlassen noch Besuch empfangen.

Update vom 15. April, 14.06 Uhr: Auch CSU-Generalsekretär Markus Blume hat den Koalitionspartner Freie Wähler wegen dessen angekündigter Verfassungsbeschwerde gegen die Corona-Notbremse des Bundes scharf kritisiert. „Die Freien Wähler haben den Ernst der Lage nicht erkannt“, erklärte Blume. Es sei verantwortungslos, gegen die Bundes-Notbremse vor dem Bundesverfassungsgericht zu klagen (siehe unten) - zumal die Freien Wähler die Ausgangsbeschränkungen in Bayern alle mitbeschlossen hatten.

„Realität ist: Klagen eines Herrn Aiwanger beeindrucken das Virus nicht. Die Menschen brauchen jetzt verlässliche Lösungen und keinen Flickenteppich“, sagte Blume.

Markus Blume (CSU) hat den Koalitionspartner Freie Wähler wegen dessen angekündigter Verfassungsbeschwerde scharf kritisiert.

Update vom 15. April, 11.12 Uhr: Die Corona-Krise verschärft die Meinungsverschiedenheiten in der bayerischen Staatsregierung: Nachdem die Freien Wähler Verfassungsbeschwerde gegen die geplante „Bundes-Notbremse“ einlegen wollen, verteidigte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) die darin vorgesehenen Ausgangssperren: Die Beschränkungen seien ein wichtiges Mittel, um die dritte Pandemie-Welle unter Kontrolle zu bringen, sagte der CSU-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstag). „Wir brauchen einen spürbaren und dauerhaften Rückgang der Infektionszahlen und müssen unser Gesundheitssystem vor einer Überlastung schützen.“

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) verteidigt die vorgesehenen Ausgangssperren.

Corona-Lockdown in Bayern: Streit um Ausgangssperre? Söder-Minister geht in die Offensive

Auch von wissenschaftlicher Seite werde die Effektivität der Ausgangsbeschränkungen überzeugend bestätigt, sagte der CSU-Politiker. „Die erste Welle der Pandemie hat gezeigt, dass zuverlässig eingehaltene kontaktreduzierende Maßnahmen zusammen mit einem strikten Containment maßgeblich zur Eindämmung der Pandemie beitragen.“

Update vom 15. April, 9.04 Uhr: Bestatter kritisieren eine geplante Teilnehmerbeschränkung bei Trauerfeiern. „Nach den Erfahrungen der letzten Monate, mit den unterschiedlichsten Regelungen je Bundesland, können wir diese pauschale Zahl von 15 Personen, ohne jegliche Differenzierungsmöglichkeiten und Berücksichtigung der jeweiligen lokalen Gegebenheiten, nicht nachvollziehen und auch gegenüber den trauernden Angehörigen nicht verständlich vermitteln“, sagte der Vorsitzende des Bestatterverbandes Bayern, Ralf Michal, in Schweinfurt.

Corona-Lockdown: Wirbel um neue Bayern-Regel - „Können wir nicht verständlich vermitteln“

Die von der Bundesregierung beschlossene Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes beinhalte, dass bei einer Inzidenz von mehr als 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen maximal 15 Menschen bei einer Bestattung dabei sein dürften. „Das würde in der Praxis bedeuten, dass manche Familie nicht mal die eigenen Kinder und Enkel mit zur Trauerfeier nehmen dürften“, sagte Michal, der auch Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Bestatter ist. „Auch Geschwister des Verstorbenen wären dann gegebenenfalls nicht bei der Beerdigung zugegen.“

Update vom 15. April, 6.35 Uhr: In der Landeshauptstadt München wird für Donnerstag eine Inzidenz von 154,3 angegeben. (Quelle RKI; Stand: 15.4. 3.08 Uhr) Am Vortag hatte die Inzidenz bei 147,1 gelegen. Seit Mittwoch gelten in der Landeshauptstadt wieder die Regeln der Corona-“Notbremse“. Diese geht jedoch einigen Kommunalpolitikern nicht weit genug. Im Rathaus wird offenbar über einen mehrwöchigen „Knallhart-Lockdown“ für München beraten. Er soll die Inzidenz in der Stadt schnell und effektiv auf niedrigen Wert senken.

München: Trotz Diskussion um Knallhart-Lockdown - UEFA will EM-Fans in Allianz-Arena

Während die Inzidenzen weiter steigen und immer mehr Branchen um die wirtschaftlichen Folgen des Dauer-Lockdowns fürchten, beschäftigt sich die Stadt weiter mit der möglichen Teilausrichtung der Fußball-EM 2021 in der Allianz-Arena. Am Mittwoch wurden im Stadtrat drei Varianten einer möglichen Ausrichtung der in München geplanten Spiele vorgestellt - mit jeweil 0, 20 oder 40 Prozent Fan-Auslastung. Letzteres scheint angesichts der aktuell vorherrschenden dritten Infektionswelle allerdings äußerst unwahrscheinlich.

Die UEFA will von den zwölf Ausrichterstädten eine Garantie, dass im Sommer auf jeden Fall vor Zuschauern gespielt werden kann. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter sagte bereits Anfang der Woche mit Verweis auf die Pandemie, dass dies nicht möglich sei. Damit riskiert die Stadt München ihre Berechtigung als Austragungsort für insgesamt vier Spiele zu verlieren.

Update vom 14. April, 15.06 Uhr: Dominik Krause gehen die Maßnahmen noch nicht weit genug. Der Vize-Fraktionschef der Münchner Grünen fordert trotz „Notbremse“ jetzt einen „kurzen, harten Lockdown“ für die Landeshauptstadt.

Corona in München: Grüne fordern Mega-Lockdown - mit weiteren Verschärfungen

Dauern soll er zwei bis drei Wochen - und zahlreiche Verschärfungen beinhalten, wie einem Papier der Stadtratsfraktion (Grüne/Rosa Liste) zu entnehmen ist. Die Idee: Mit knallharten Maßnahmen soll die Inzidenz bis zum Sommer gedrückt werden, und zwar „deutlich unter 100“.

Die Kernpunkte des Krause-Konzepts:

  • Nächtliche Ausgangssperre ab 21 Uhr (Aktuell gilt sie erst ab 22 Uhr)
  • Homeoffice-Pflicht für nicht systemrelevante Unternehmen
  • Komplette Schließung des Einzelhandels
  • Komplette Schließung der Schulen

Mit zahlreichen Verschärfungen: Plötzlich Knallhart-Lockdown für München gefordert - Wirbel um Vorstoß

Der Vize-Fraktionschef zum überraschenden Vorstoß: „Der weltweite Vergleich zeigt, dass Länder, die sich in einen kurzen und harten Lockdown begeben, deutlich geringere wirtschaftliche Schäden zu verzeichnen haben, als Länder, die sich in dauerhaften, aber weicheren Lockdowns befinden.“

Man wolle den Bewohnern der Landeshauptstadt per Lockdown-Konzept eine Perspektive aufzeigen, sagt Krause: „Wir haben 2020 gesehen, dass Raum für Lockerungen besteht, wenn man mit sehr niedrigen Inzidenzen in den Sommer startet.“ Der Vorstoß zum „Mega-Lockdown“ stößt beim Koalitionspartner auf Kritik.

So äußerte sich Anne Hübner von der Rathaus-SPD via Twitter: „Viele der Grünen Forderungen gehen in die richtige Richtung, aber München ist keine Insel“, so Hübner. Täglich würden Tausende Menschen in und nach München pendeln, man brauche eine bundesweite Regelung. Diese müsse außerdem über das hinaus gehen, was aktuell geplant sei, so Hübner weiter.

Corona: Söder-Minister mit dramatischen Worten - „Mitten in dritter Welle“

Ursprungsmeldung:

München - Die Corona-Lage in München war in den vergangenen Wochen eine echte Achterbahn-Fahrt. Nach stetigem Wachstum der Zahlen und dem Greifen der „Notbremse“ rund um Ostern, sanken die Zahlen dann wieder deutlich nach unten. Trotz offensichtlicher Verzögerung der Pandemie-Zahlen, hielt sich die Stadt an die Regelung des Freistaats: Drei Tage, nachdem man wieder unter 100 lag, wurden die „Notbremse“-Regeln gelockert. Doch jetzt geht es wieder in die andere Richtung. Nun steht man mit einer Inzidenz von 147,1 (RKI, Stand: 14. April) wieder deutlich über 100. Die „Notbremse“ greift dementsprechend erneut (Eine Regel-Übersicht dazu finden Sie hier).

Auf einer Pressekonferenz in München erklärte Staatskanzleiminister Florian Herrmann (CSU) am Dienstag, 13. April, in München, die aktuelle Corona-Lage in Bayern. Als „besorgniserregend“ bezeichnete er die Entwicklung der vergangenen Wochen, man befinde sich „leider“ mitten in einer gefährlichen dritten Welle. Die Todeszahlen würden wieder steigen, die Bettenbelegung in bayerischen Krankenhäusern wäre angespannt. Außerdem warnte er davor, dass sich die Lage weiter zuspitzen werde - Intensivmediziner hätten die Söder-Regierung eindringlich davor gewarnt. Zwar käme man mit den Impfungen weiter voran, trotzdem könne man damit die dritte Welle nicht brechen.

Corona in München: Ausgangssperre gilt - doch sie könnte wichtige Änderung bekommen

Auch in München zieht die dritte Welle also an. Seit Mittwoch, 14. April, gilt durch die verankerte „Notbremse“ unter anderem wieder die nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr. Dies könnte sich bald ändern, nachdem der Bund über die „Reform“ des Infektionsschutzgesetzes berät. Dort, so die bisherigen Erkenntnisse, soll eine bundesweite Notbremse ab einer Inzidenz von 100 gesetzlich verpflichtend werden. Auch eine nächtliche Ausgangssperre soll es dann geben, jedoch mit einem Unterschied. Diese solle dann nicht „erst“ um 22 Uhr beginnen, sondern bereits ab 21 Uhr am Abend greifen.

Rubriklistenbild: © Waltraud Grubitzsch/dpa

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