„Ich warte schon seit einer Stunde“

Geduldsprobe Corona-Test: Münchner stehen Schlange - überraschend viele zeigen dreistes Verhalten

Zehntausende wollen sich vor Weihnachten noch auf Corona testen lassen - während andere den Ablauf erheblich stören. Gesundheitsreferentin Zurek appelliert nun eindringlich an die Münchner.

  • Corona-Testellen in München im Hochbetrieb - auf der Theresienwiese ist die Kapazität fast ausgeschöpft.
  • Vor den Testzentren bilden sich lange Menschenschlangen, trotz Termin.
  • Leider verursacht nicht nur der schiere Andrang Probleme.

München - Schlange stehen zum Fest! Heuer gilt das nicht (mehr) für die Geschäfte, sondern auch für die Corona-Teststellen. Bevor sie im Familienkreis die Feiertage begehen, wollen sich viele Münchner mit einem Corona-Test* absichern. Schließlich will niemand die Großeltern mit erhöhtem Risiko* in Gefahr bringen. Je näher die Festtage rücken, desto mehr Geduld brauchen die Wartenden – denn der Ansturm auf die Münchner Teststellen ist riesig.

Bereits am Freitag bildeten sich vor den Stationen teilweise lange Schlangen – beispielsweise an der Teststelle Isarforum, die zur Praxis Dr. Frühwein und Partner gehört. Hier stand auch die 27-jährige Annika Seyfried. „Ich warte schon seit einer Stunde“, erzählt die Content Managerin. Und das trotz Termin! Aber die Münchnerin bleibt ruhig. „Ich kann verstehen, dass sich jetzt viele testen lassen wollen“, sagt sie. „Schließlich wollen alle ihre Familie sehen.“ Sie selbst will ihre Oma treffen, und die ist schon über 90 Jahre. „Da will man einfach nichts riskieren.“

Anstehen für den Corona-Test vor dem Isarforum München:

Anstehen für den Corona-Test in München: „Andrang heute mehr als überraschend groß“

Der Münchner Arzt Markus Frühwein, der für die Teststation im Isarforum verantwortlich ist, erklärt: „Wir hatten auf der einen Seite ein paar Software-Probleme, was zu vielen Rückfragen geführt hat, die den Arbeitsfluss aufgehalten haben. Auf der anderen Seite war der Andrang heute mehr als überraschend groß.“ Aber schon am Samstag und Sonntag nach Behebung der Technikprobleme lief hier wieder alles glatt.

Auch an der Corona-Teststelle im Verkehrszentrum am Bavariapark bildeten sich schon am Donnerstag lange Schlangen, teilweise laut Augenzeugen bis zu 700 Meter lang. Die Teststelle, die zum Sonnen-Gesundheitszentrum gehört, hatte noch am Montag einen ganzen Schwung zusätzlicher Termine vor den Weihnachtstagen freigeschaltet. Diese waren nach kurzer Zeit wieder belegt.

Warten auf den Corona-Test auch vor dem Verkehrszentrum am Bavariapark: Teils waren die Menschenschlangen bis zu 700 Meter lang.

Aber es gibt noch Hoffnung: „Wir werden vermutlich noch ein paar zusätzliche Termine freischalten“, sagt Dr. Michael Schleef. Außerdem lohne sich täglich ein Blick auf den Online-Kalender. „Viele Termine werden kurzfristig storniert und werden daher frei.“ Insgesamt testen Schleef und sein Team rund 3500 Personen pro Tag in ihren drei Teststellen. Heißt: Vor Weihnachten werden hier noch 14.000 Münchner* auf das Coronavirus* getestet! Und Dr. Schleef gibt ein Versprechen: „Jeder, der am 23. Dezember gestestet wird, bekommt sein Ergebnis sicher am 24.!“

Münchner verlangen nach Corona-Tests - aber in einer Woche sind mehr als 1600 Termine blockiert

Auch bei der städtischen Teststation auf der Theresienwiese ist die Testkapazität fast ganz ausgeschöpft. Leider werden immer wieder Termine nicht eingehalten, aber nicht storniert – und sind somit für andere Testungswillige blockiert. In einer Woche sind das rund 1624 Termine! Auch bei den Teststellen vom Sonnen-Gesundheitszentrum kommen täglich zehn bis 15 Prozent der angemeldeten Testpersonen nicht.

Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek appelliert an die Münchner: „Bitte stornieren Sie einen vereinbarten Termin rechtzeitig, wenn Sie ihn nicht wahrnehmen können, damit er von einer anderen Person genutzt werden kann!“ Im Falle der städtischen Teststelle an der Theresienwiese erfolgt die Stornierung ganz einfach über die Internetseite. *tz.de und Merkur.de gehören zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Rubriklistenbild: © Achim Frank Schmidt

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