Pandemie-News im Ticker

Söder überrascht mit Geständnis zu Corona-Politik - bitterer München-Trend setzt sich rapide fort

In München steigt die so wichtige 7-Tage-Inzidenz weiter, das Osterfest könnte zum Infektionsherd werden. Söder überrascht mit einer Forderung. Alle Lockdown-News im Ticker.

  • CSU-Chef Söder gestand Fehler im Corona-Management ein (siehe Update vom 15. März, 13.33 Uhr)
  • In München liegt die 7-Tage-Inzidenz weit über dem Grenzwert 50 (siehe Update vom 13. März, 8.32 Uhr).
  • Dieser Ticker ist beendet.

Astrazeneca-Impfstopp: Stadt München reagiert prompt - und gibt wichtigen Hinweis

+++ Dieser Ticker ist beendet. Über alle weiteren Entwicklungen der Coronavirus-Krise in München, Bayern und Deutschland können Sie sich in unserem neuen Corona-Ticker hier informieren. +++

Update vom 15. März, 18.16 Uhr: Das Impfen mit dem Astrazeneca-Impfstoff wird in Deutschland vorerst gestoppt. Das teilte Gesundheitsminister Spahn (CDU) am Nachmittag mit, nachdem das Paul-Ehrlich-Institut eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen hatte. Wie lange der Stop anhält, und wie das weitere Vorgehen dann aussieht - ungewiss. Die Stadt München teilte daraufhin mit, dass auch in der Bayerischen Landeshauptstadt sämtliche Astrazeneca-Impfungen angehalten werden. Betroffene erhalten demnach über BayIMCO bzw. über das Impftelefon eine Terminabsage. Weiter heißt es, dass bereits mit AstraZeneca Geimpfte, die auch vier Tage nach der Impfung noch über Unwohlsein klagen und punktförmige Hautblutungen hätten, sich laut Paul-Ehrlich-Institut unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben sollten.

Söder gesteht Fehler bei Corona-Management ein - bitterer Trend in München setzt sich rapide fort

Update vom 15. März, 16.19 Uhr: Die Stadt München hat die aktuelle Inzidenz des RKI für die Stadt bestätigt. Sie liegt jetzt bei 69,1. Damit setzt sich der Negativ-Trend weiter fort. Der wichtige R-Wert liegt bei 1,11. Außerdem vermeldet die Stadt keinen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19. Der Anteil der britischen Mutation bei den Neu-Infektionen liegt in München bei 66.5 Prozent.

Update vom 15. März, 13.33 Uhr: Am Vormittag trat Markus Söder vor die Kamera, um da Wahldebakel der Union in Rheinlandpfalz und Baden-Württemberg zu kommentieren. Der bayerische Ministerpräsident sieht die Verantwortlichen in Berlin. Beim Management gebe es einige Probleme, sagt Söder. Beim Impfen müsse alles viel schneller gehen. Er fordert von der EU einen Export-Stopp von Astrazeneca ins Ausland - und eine schnelle Prüfung der Impfstoffe aus Russland und China. Gleichzeitig wiederholt er seine bekannte Forderung, die Impfreihenfolge aufzubrechen. So könne schneller, flexibler und vor allem mehr geimpft werden. Nicht nur mit Blick auf die Corona-Krise drängt für den Franken offenbar die Zeit. Auch mit Blick auf die Unionskrise und die bevorstehende Bundestagswahl. Die Landtagswahlen seien ein „Wake-up-Call“ gewesen. Der Wahlsieg im Herbst sei alles andere als ungefährdet.

Update vom 15. März, 9.46 Uhr: Laut Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, befindet sich Deutschland schon mitten in der dritten Corona-Welle. Reisen zu Ostern hält er deshalb für nicht empfehlenswert. Und auch Familienfeiern sollten laut Lauterbach nur auf der Grundlage ganz spezifischer Regeln möglich gemacht werden.

„Wir werden Konzepte wie an Weihnachten brauchen, damit Familientreffen an Ostern nicht zu einem Anstieg der Infektionszahlen führen“, mahnte der SPD-Gesundheitsexperte weiter. Wie diese in München und Bayern dann aussehen werden, ist noch völlig unklar. Zuletzt ist die 7-Tages-Inzidenz in München kontinuierlich gestiegen und liegt am Montag bei 69,1.

Update 15. März 6.33 Uhr: Nach den schmerzhaften Pleiten der CDU bei den ersten Wahlen des Jahres 2021 steht auch die Sitzung des CSU-Vorstands am Montag (10.00 Uhr) im Zeichen der Fehleranalyse. Mit den historisch schlechten Ergebnissen für die CDU bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wurden die schlimmsten Befürchtungen der Parteispitzen zur Wahrheit.

CSU-Mann Blume macht Corona-Politik des Bunds für schlechte Unionsergebnisse verantwortlich

Bereits kurz nach den ersten Hochrechnungen hatte CSU-Generalsekretär Markus Blume erklärt, dass aktuelle Probleme in der Corona-Politik auf Bundesebene verantwortlich für das schlechte Abschneiden seien. Er sprach von einem „Weckruf“ für die gesamte Union und der Sorge, dass auch bei der Bundestagswahl am 26. September eine Regierung gegen die Union möglich sei, sollte die Union nicht deutlich zulegen.

Corona in München: Zahlen steigen weiter - nächste Video-Schalte der Länderchefs steht bevor

Weiteres Thema der digitalen Konferenz ist die Entwicklung in der Corona-Krise, nachdem die Infektionszahlen auch in Bayern wieder deutlich steigen und sich die Prognosen von Experten massiv verschlechtert haben, dürfte Parteichef und Ministerpräsident Markus Söder auch schon seinen Kurs für die kommenden Wochen skizzieren. In der Landeshauptstadt München lag die Inzidenz am Montagmorgen bei 69,1 und somit wieder drei Punkte höher als am Vortag (66,2).

Schon am Mittwoch (17. März) wollen sich Bund und Länder erneut per Videoschalte zusammensetzen. Dabei soll es unter anderem um die Impfungen durch Hausärzte und die wiederholten Lieferprobleme bei den Impfstoffen gehen. Die nächste Bund-Länder-Konferenz soll dann am 22. März stattfinden.

Update vom 14. März, 19.51 Uhr: In München breitet sich die britische Variante des Coronavirus weiter aus. Das meldet die Stadt. Seit dem 5. Februar wurden in München demnach 3.628 neue Corona-Infektionen gemeldet. Für 2.502 von ihnen gibt es ein vPCR-Testergebnis. Bei knapp der Hälfte dieser getesteten Fälle steht inzwischen fest: Es handelt sich um die britische Virusvariante B.1.1.7. Konkret wurden 1.204 Fälle als britische Variante bestätigt, so die Stadt. Drei Fälle wurden zudem als südafrikanische Variante (B.1.351) bestätigt, ein weiterer Fall als brasilianische Variante (P.1).

Update vom 14. März, 15.58 Uhr: Die Corona-Zahlen in München steigen wieder an. Doch was bedeutet das für die Planung von Veranstaltungen in den nächsten Wochen und Monaten? Für das Frühlingsfest auf der Theresienwiese muss bald eine Entscheidung getroffen werden. In Nürnberg wurde das diesjährige Fest bereits abgesagt, in München will man eine Absage noch hinauszögern. Es gelte „abzuwarten, und die Lage zu beobachten“, so Sprecherin Yvonne Heckl gegenüber der Abendzeitung. „Wir planen in alle Richtungen und sind offen für alles, was sinnvoll und machbar ist“, sagt Heckl. „Die Hoffnung bleibt, und zum Glück sind Schausteller und Markkaufleute flexibel.“ Allzu lange wird man mit einer Entscheidung jedoch nicht mehr warten können, und der Infektions-Trend in München verspricht momentan keine nachhaltige Trend-Umkehr. Die Inzidenz liegt aktuell bei 66,2 (Stand: 14. März).

Update vom 14. März, 12.25 Uhr: Auch am Samstag (13. März) kam es in München abseits der großem Demonstrationen zu einigen Verstößen gegen die derzeit herrschenden Corona-Bestimmungen. Gegen 19:20 Uhr, meldete sich eine Anruferin beim Notruf der Polizei München und teilte eine Feierlichkeit von mehr als 20 Personen in einer Wohnung in der Loferer Straße (Berg am Laim) mit.

Daraufhin fuhren mehrere Streifen der Münchner Polizei zur der Örtlichkeit. Dort konnten in der Wohnung jedoch lediglich sechs Personen (eine Frau und fünf Männer, alle mit Wohnsitzen in München) aus mehr als zwei Haushalten in einer feierlichen Stimmung angetroffen werden. Die nicht dort wohnhaften Personen wurden nach Aufnahme aller Personalien nach Hause geschickt. Alle Beteiligten wurden aufgrund des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt.

Corona in München: Polizei stoppt Limousine - Anzeige folgt

Ebenfalls am Samstag gegen 21:30 Uhr wurde im Bereich der Rosenheimer Straße (Haidhausen) durch eine Streife der Münchner Polizei eine Limousine kontrolliert. In der Limousine waren vier Personen (zwei Männer und zwei Frauen, alle mit Wohnsitzen in München) aus vier Haushalten unterwegs, die gemeinsam einen Geburtstag feierten. Alle vier Personen wurden nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt und die Weiterfahrt unterbunden.

Update vom 14. März, 10.16 Uhr: Bayerische Kinderärzte sehen keine Probleme bei der Umsetzung zur neuen Regelung bei Corona-Tests für Kinder. Dies sei machbar und auch sinnvoll, heißt es in einem Statement des Landesvorsitzenden des Berufsverbands Dominik Ewald gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Bei Kindern seien sehr wenige symptomatische Fälle zu verzeichnen, weshalb die Dunkelziffer der infizierten Kinder während des ersten Lockdowns extrem hoch eingeschätzt wurde. Mit mehr Tests in Schulen und Kitas hoffen die Mediziner nun, Infizierungen schneller entdecken und die Kinder frühstmöglich isolieren zu können. Dies könne zur Eindämmung der Virusausbreitung - auch in Hinblick auf ansteckendere Mutationen - durchaus hilfreich sein.

Auch bei den Impfungen geht es voran. Bei einem Pilotprojekt in Zirndorf (Landkreis Fürth) haben nun drei niedergelassene Ärzte die ersten Spritzen gesetzt, wie BR24 berichtet. Dazu waren im Vorfeld Schulen kontaktiert worden, die zuvor auch schon an Reihentestungen teilgenommen hatten. 70 Lehrkräfte und Schulangestellte ließen sich daraufhin am Samstag eine Erstimpfung geben. Die Mediziner hoffen, das Impftempo im Freistaat um einiges beschleunigen zu können.

Hoffen auf Lieferung: Bayerische Ärzte wollen gegen Corona impfen - wenn es genügend Dosen gibt

Beziehen werde man den Impfstoff - wie alle anderen Impfstoffe auch - über die Apotheken. Nachdem bereits mehrere Unternehmen Schwierigkeiten bei der Lieferung der Impfstoffe angekündigt hatten, bleibt abzuwarten, wie viele Impfungen die bayerischen Hausärzte ab April tatsächlich täglich durchführen können.

Update vom 13. März, 21.47 Uhr: Ob sich die jüngsten Lieferprobleme des Corona-Impfstoffs Astrazeneca auch auf Bayern auswirken, ist bislang noch unklar. „Wir werden die genauen Auswirkungen sorgfältig prüfen“, sagte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Samstag auf Anfrage der dpa in München. Für die kommende Woche solle sich erstmal nichts ändern: „Die Auslieferungen von Impfstoff an die Impfzentren in der kommenden Woche laufen wie geplant“, betonte der Sprecher. Weitere Angaben machte er jedoch nicht.

Der Hersteller Astrazeneca hatte am Freitag angekündigt, statt der zuletzt anvisierten 220 Millionen Dosen nur noch 100 Millionen bis zur Jahresmitte an die EU-Staaten zu liefern. Der Konzern begründete dies unter anderem mit Exportbeschränkungen. Thüringen stoppte daraufhin die Vergabe von Impfterminen und verschob den geplanten Start von Impfungen beim Hausarzt. Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) bezeichnete die angekündigte Lieferkürzung als „absolut inakzeptabel“.

In Bayern hatte Amtskollege Klaus Holetschek (CSU) erst Freitag bekannt gegeben, dass die bayerischen Hausärzte schon am 1. April und damit früher als anderswo in Deutschland mit dem Impfen starten sollen. Ob sich an dieser Strategie angesichts der Lieferprobleme etwas ändert, blieb zunächst offen.

Inzidenzwerte von bis zu 500? RKI sieht „besorgniserregende“ Corona-Entwicklung - heftige Oster-Prognose 

Update vom 13. März, 13.19 Uhr: Düstere Aussichten für das Osterfest: In seinem aktuellen Lagebericht prognostiziert das Robert-Koch-Institut (RKI), dass die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Deutschland in den kommenden Tagen und Wochen deutlich ansteigen dürfte.

Grund für den Trend sei die Verbreitung einer besonders gefährlichen Virus-Mutation: Das RKI spricht von einer „besorgniserregenden“ Lage, „weil die Variante B.1.1.7 nach bisherigen Erkenntnissen ansteckender ist und vermutlich etwas schwerere Krankheitsverläufe verursacht als andere Varianten“.

Der Corona-Inzidenzverlauf dürfte laut Lagebericht bundesweit zunächst ein konstantes Wachstum verzeichnen - und in der Osterwoche sogar Werte von bis zu 350 mit sich bringen. Sollte die Wachstumskurve steiler ausfallen als erwartet, wären gemäß RKI-Angaben sogar Inzidenzwerte von über 500 möglich.

Corona-Inzidenz in München steigt weiter: Lockerungen in weiter Ferne

Update vom 13. März, 8.32 Uhr: Der für weitere Beschränkungen maßgebliche Inzidenzwert in München steigt weiter. Lag er gestern noch bei 63,3, beziffert ihn das Robert-Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen auf 64,6. Um weitere Lockerungen (etwa zusätzliche Ladenöffnungen ohne vorherige Terminbuchung) zu erlangen, müsste die Landeshauptstadt den Grenzwert 50 unterschreiten; dieser scheint derzeit in weiter Ferne.

Ladenbesitzer hatten zuletzt immer wieder moniert, dass das ihnen derzeit erlaubte „Click and Meet“ lediglich ein „Tropfen auf dem heißen Stein“ sei. Just vor dem „Neustart“ am 8. März hatte München den Grenzwert 50 wieder überschritten. Die Nachricht sei „eingeschlagen wie eine Bombe“, berichtete Bernd Ohlmann, Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern.

Update vom 12. März, 16.10 Uhr: Kinder und Jugendliche mit Erkältung müssen vor dem Schulbesuch in Bayern künftig einen negativen Corona-Test vorweisen. Der Test müsse im Testzentrum, in Apotheken oder bei Ärzten durchgeführt werden, teilte das Kultusministerium am Freitag in München mit. Ein negativer Selbsttest reiche für den Schulbesuch nicht aus.

Nur bei Schnupfen oder Husten mit allergischer Ursache wie Heuschnupfen ist ein Schulbesuch weiter ohne Test möglich. Eine Ausnahme gilt auch bei einer verstopften Nase ohne Fieber, gelegentlichem Husten, Halskratzen oder Räuspern.

Die Testpflicht für Erkältete gilt ab kommenden Montag auch vor dem Besuch von Kitas und Horten, wie das zuständige Sozialministerium schon am Donnerstag mitteilte. Die Regelung wird mit der wachsenden Sorge der sich ausbreitenden Coronavirus-Mutation begründet.

Corona-Lockdown in Bayern: Aiwanger fordert Perspektive für Gastronomie

Update vom 12. März, 14.53 Uhr: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat eine bevorzugte Öffnung von Gasthäusern mit besserer Ausstattung zum Corona-Schutz vorgeschlagen. Wenn erwiesen sei, dass Luftreiniger die Viren unschädlich machen, müsse man Innenräume mit solchen Geräten wie Außenbereiche behandeln, sagte er am Freitag anlässlich der Vorstellung einer Studie zur Raumluftreinigung. Sie stammt vom Fraunhofer-Institut und wurde im Auftrag des Hotel- und Gaststättenverbands, der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und des Wirtschaftsministeriums durchgeführt.

Wer viel Geld für Schutzmaßnahmen ausgebe, solle auch Leute hereinlassen dürfen, sagte der Minister. Dabei hält er Unterschiede je nach Ausstattung für sinnvoll. Eine mit Luftreinigern ausgerüstete Gastronomie, die ihre Gäste testet, könne dann eben geöffnet werden, „und der andere eben nicht“.

Update vom 12. März, 11.30 Uhr: Einen Tag mal wieder in die Schule auch in Corona-Hotspots? Den Vorschlag von Kultusminister Michael Piazolo hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) als „Wahnsinns-Idee“ bezeichnet. „Was soll diese Alibi-Aktion? Hier werden die Schulen mit unnötigem Planungsstress belastet“, teilte die GEW Bayern am Freitag mit.

Corona-Lockdown: Söder-Minister sorgt mit Vorschlag für Aufsehen - „Was sollte dieser Tag bringen?“

Piazolo (Freie Wähler) hatte für Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100, in denen also grundsätzlich nur Distanzunterricht erlaubt ist, die Möglichkeit für einen „Tag des offenen Klassenzimmers“ für Grundschulklassen angekündigt. Grundschüler sollen an einem Tag die Möglichkeit bekommen, sich im Klassenzimmer zu treffen - aber nur auf freiwilliger Basis, und wohl eher nicht in Regionen mit einer Inzidenz über 300.

„Was außer Unruhe, Organisationsdruck und erhöhtem Infektionsrisiko für alle Beteiligten sollte dieser Tag bringen?“, fragte die GEW. Ruth Brenner, Mitglied im Hauptpersonalrat, erklärte: „Lieber Herr Piazolo, verschonen Sie uns mit solchen Ideen und überlassen Sie den Schulen die Planungen zu Distanz- oder Wechselunterricht - ohne „Happy Days“.“ Die Zeit solle lieber für eine gute Test- und Impfstrategie für Schüler und Schulpersonal genutzt werden.

Update vom 12. März, 10.49 Uhr: Bei einer Videokonferenz in größerer Runde haben sich am Donnerstag Vertreter der Stadt München und des Oberlands erneut über den Tagestourismus und die damit verbundenen Probleme unterhalten. Ergebnis: Eine Taskforce soll sich darum kümmern, „weitere Lösungsansätze zu entwickeln und die bereits bestehenden Projekte zu bündeln“, wie es in einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt Miesbach heißt.

Die Taskforce besteht aus den Verbänden Tourismus Oberbayern-München (TOM) und Tourismus-Initiative München sowie der Europäischen Metropolregion München. Das Gremium soll alle relevanten regionalen Vertreter einbeziehen, um die Ideen und Konzepte zwischen Stadt und den Alpenlandkreisen, insbesondere Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen, zu vernetzen.

Die Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens betonte unter anderem Miesbachs Landrats Olaf von Löwis (CSU): „Ausflügler haben es verdient, sich in unserem Landkreis wohlfühlen zu dürfen, genauso haben es aber auch die Einheimischen verdient, dass sie nicht mit Verkehrs-, Müll- und Toiletten-Problematik alleine gelassen werden.“ Er sei froh, dass die Thematik nun dort angekommen ist, wo sie hingehöre: auf überregionaler Ebene. Denn: „Das ist kein Landkreis-Miesbach-Problem.“

Corona: München-Entwicklung lässt aufhorchen - Inzidenz steigt rasant an

Update vom 12. März, 7.20 Uhr: In München steigt die Sieben-Tage-Inzidenz immer weiter. Am heutigen Freitag liegt sie laut RKI-Angaben bei 63,3. Am Donnerstag hatte sie noch bei 56,9 gelegen.

Bayern will nun mit einem Impfbündnis aus Ärzten, Apotheken und lokalen Impfzentren die Impfgeschwindigkeit massiv erhöhen. „In Bayern werden ab Anfang April die niedergelassenen Ärzte als zweite Säule die Bayerische Impfstrategie ergänzen“, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) in einer Mitteilung vom heutigen Freitag.

Laut Holetschek sollen die Impfzentren im Freistaat im April pro Woche mit 350.000 Dosen Impfstoff beliefert werden. Darüber
hinausgehende Lieferungen sollen an die Praxen gehen. „Auf Basis der Prognose des Bundes gehen wir davon aus, dass beispielsweise schon in der Woche nach Ostern rund 121.000 Impfdosen in den Arztpraxen verimpft werden können.“ Von Woche zu Woche solle sich die Summe der verfügbaren Impfdosen dann erhöhen.

Corona-Impfungen in Bayern: Holetschek macht Hoffnung doch es gibt ein Problem

Bayerns Landkreistagspräsident Christian Bernreiter (CSU) sagte der „Passauer Neuen Presse“ in einem Interview am Freitag: „Alleine durch die Beteiligung der Arztpraxen steht nicht eine Impfdosis mehr zur Verfügung.“ Anfang April werde eine Praxis nur etwa fünf bis sechs Impfdosen pro Tag zur Verfügung haben. Woche für Woche werde es dann mehr werden.

Update vom 11. März, 18 Uhr: Neben den steigenden Corona-Zahlen bereiten in Bayern auch die Mutationen Grund zur Sorge. Daher gelten ab kommenden Montag, 15. März, im Freistaat noch einmal deutlich strengere Regeln bei dem Besuch von Kitas und Horten. Künftig müssen Kinder sowie Mitarbeiter einen negativen Test vorweisen, wenn sie Erkältungsanzeichen wie Husten oder Schnupfen haben.

Corona in Bayern: Ab 15. März verschärfte Test-Regeln in Kitas und Horten

Nach einer überstandenen normalen Erkältung muss vor der Rückkehr in die Kita ebenfalls ein Test gemacht werden. Das teilte am Donnerstag (11. März) das zuständige Sozialministerium in München mit. Zunächst noch offen war, ob diese Regelung zeitgleich auch für Schulen gilt. Akzeptiert werden nur von Fachpersonal durchgeführte Tests, die im Handel verfügbaren Selbsttests seien nicht „ausreichend“, heißt es aus dem Sozialministerium.

„Kleine Kinder durchlaufen in ihrer Entwicklung zahlreiche leichte Infektionen mit Symptomen, die sich in der aktuellen Pandemie leider nicht auf den ersten Blick von einer Corona-Infektion unterscheiden lassen“, sagte Sozialministerin Carolina Trautner (CSU). Ihr sei bewusst, dass für die Eltern mit zusätzlichen Testungen ein Mehraufwand verbunden sei. Die neue Regel diene aber dem Schutz von Beschäftigen, Eltern und deren Kindern. Wie bisher dürfen auch nach der neuen Regel kranke Kinder oder Betreuer, etwa mit Fieber und Durchfall, Kindertagesbetreuungen nicht besuchen.

Corona: Nach bitterer Merkel-Prognose - Söder-Vertrauter glaubt an Lockdown-Phasen bis 2022

Update vom 11. März, 14.15 Uhr: Kanzlerin Merkel (CDU) bereitet die Menschen bereits darauf vor, dass die kommenden drei bis vier Monaten weiterhin „schwer“ werden könnten (siehe Erstmeldung weiter unten). LMU-Professor Michael Hoelscher geht jetzt noch einen Schritt weiter. Für ihn stehen Lockdown-Phase bis ins Jahr 2022 bevor. „Noch mindestens eineinhalb Jahre“ rechnet Hoelscher mit einem Wechsel von Öffnungs- und Lockdown-Phasen, wie die Abendzeitung berichtet. Weiter sagt Hoelscher, dass man in den kommenden Wochen eine bundesweite Inzidenz von 100 oder 150 erreichen werde. Ein weiterer Lockdown vor dem Sommer sei demnach unvermeidlich. Hoelscher ist eines der beiden Mitglieder des von der bayerischen Staatsregierung einberufenen Expertenrats zur Corona-Pandemie, für ihn sind besonders die Mutationen der Grund, weshalb die Pandemie wohl noch einen langen Zeitraum das Leben bestimmen werde.

Update vom 11. März, 12.21 Uhr: Die Infektions-Zahlen steigen an, die Möglichkeiten, gegen die Pandemie anzukämpfen, werden jedoch ebenfalls zahlreicher. Menschen in Bayern können sich seit Montag, 9. März, auch ohne Erkältungssymptome einmal pro Woche einem Gratis-Schnelltest durch geschultes Personal unterziehen. Rechtlich möglich war dies aber zunächst längst nicht in allen Apotheken im Freistaat, weil diese erst durch die örtlichen Gesundheitsämter beauftragt werden mussten. Das hat das Gesundheitsministerium nach eigenen Angaben am Donnerstag mit einer Allgemeinverfügung geändert.

Lockdown bis Juni? Merkel gibt düstere Prognose - Tests in Apotheken wohl ab sofort verfügbar

Einige Fragen bleiben jedoch weiter offen: So können weder der Bayerische Apothekerverband (BAV) noch die Landesapothekerkammer abschätzen, wie viele Betriebe tatsächlich kostenlose Schnelltests anbieten. Eine Meldepflicht dazu gebe es nicht, teilte die Landesapothekerkammer mit. „Die Kunden müssen momentan bei den jeweiligen Apotheken nachfragen“, sagte eine Sprecherin des BAV. Weiße Flecken, also Regionen ohne Test-Angebot, seien dem Verband nicht bekannt. Einige Landratsämter hätten Listen von Betrieben veröffentlicht, die Gratis-Tests anbieten.

Erstmeldung vom 11. März 2021

München - Die Hoffnung im Februar war groß, dass die Corona-Zahlen in München endgültig nach unten gehen. Doch der Trend ist seit knapp zehn Tagen ein anderer. Von einer Inzidenz, die auf ihrem niedrigstem Stand zuletzt bei 28.5 lag (Stand: 18. Februar), ist man mittlerweile weit entfernt. Aktuell liegt diese bei 56,9 (Stand: 11. März). Insgesamt bewegt sich der Trend in München, aber auch in Deutschland, nach oben. Bundesweit wurden jetzt nach „stabilen“ Wochen wieder Neu-Infektionen über zehntausend Fälle gemeldet (14.356 am 11. März). RKI-Chef Robert Wieler spricht bereits von der dritten Welle, Kanzlerin Merkel (CDU) äußerte ebenfalls besorgte Töne.

Corona-Lockdown: RKI-Chef Wieler mit besorgten Worten - doch er macht auch Hoffnung

„Wir haben ganz klare Anzeichen dafür: In Deutschland hat die dritte Welle schon begonnen“, sagte RKI-Präsident Robert Wieler im Gespräch mit der UN-Journalistenvereinigung (ACANU) in Genf. „Ich bin sehr besorgt.“ Die Impfkampagne sei ein Wettlauf gegen das mutierende Virus, so Wieler. Die Ziellinie sei aber in Sicht: „Wenn es keine Unterbrechung wegen Produktionsausfällen oder aus anderen Gründen gebe, könnten bis Herbst 80 Prozent der Bevölkerung immun gegen das Virus seien: „Wenn das der Fall ist, können alle Maßnahmen aufgehoben werden“, sagte Wieler. In Bayern entschied man sich wohl überraschend für eine völlig andere Impfstrategie. Hier soll nicht, wie geplant, erweitert in Impfzentren geimpft werden, sondern Hausärzte sollen ab April vermehrt unterstützen. Doch auch diese Pläne scheinen nochmal über Bord geworfen zu sein - zumindest was den Zeitplan angeht.

Corona: Merkel mit bitterer Prognose - noch vier Monate Lockdown?

Auch Kanzlerin Merkel (CDU) gab ob der Entwicklung der Corona-Pandemie keine Entwarnung: „Das sind jetzt noch drei, vier schwere Monate: März, April, Mai, Juni“, so die Kanzlerin in einem offenen Gespräch, das sie auf digitalem Wege mit Mitarbeitern bei Hilfs- und Krisentelefonen führte. Danach würden die Effekte des Impfens deutlich werden, so Merkel. „Dann wird es deutlich besser, aber im Augenblick fällt jeder Tag schwer. Das merkt man ja jedem an.“ Der Frühling mache manches leichter, lasse aber auch die Einschränkungen mehr spüren, so Merkel.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

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