Projekt in Bayern geplant

Bittere Corona-Nachricht für München: Söder-Minister verkündet sie bei Live-Statement

München wird nicht zur „Modellkommune“ mit Corona-Lockerungen für vorab getestete Teilnehmer. Bayerns Gesundheitsminister Holetschek hat der Bewerbung heute eine Absage erteilt.

  • Der Freistaat Bayern will in sogenannten „Modellkommunen“ mit Corona-Lockerungen für vorab getestete Teilnehmer experimentieren.
  • München gehört nicht zu den auserwählten Städten. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat die Pläne nun noch einmal konkretisiert (Update vom 30. März, 12.28 Uhr).
  • Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte schon Wochen zuvor sein Interesse an dem Projekt signalisiert (Ursprungsmeldung).

Update vom 30. März, 12.28 Uhr: Das war‘s für München! Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat soeben verkündet, dass für die geplanten Modellkommunen lediglich kreisfreie Städte mit weniger als 100.000 Einwohnern infrage kommen. Das sind insgesamt 46.

Corona-Aus: München wird keine „Modellkommune“ für Lockdown-Versuch

Schutz- und Hygienekonzept seien für eine Teilnahme entscheidend. Gleichwohl müsse man die weitere Inzidenzentwicklung im Freistaat im Blick behalten, sagte Holetschek. „Fast ganz Bayern“ habe sich für das Projekt beworben, erklärte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Eine Entscheidung über die Teilnehmer soll frühestens am Mittwoch erfolgen.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) reagierte wenig später enttäuscht auf den Beschluss: „Ich bedauere, dass München nicht in die Reihe der Modellstädte aufgenommen wurde. Die Begrenzung der Einwohnerzahl als einziges Kriterium halte ich für schwer nachvollziehbar. Selbstverständlich wären wir in München wie bisher höchst verantwortungsvoll mit einer solchen Option umgegangen.“

Corona-Modellprojekt auch in München möglich? Teilnehmer brauchen negativen Schnelltest

Ursprungsmeldung vom 25. März:

München - Ein gemütlicher Nachmittag mit Freunden im Biergarten. Und abends, wenn es dann frischer wird, ein Kinobesuch mit der Familie. Was für viele Münchner aktuell meilenweit entfernt scheint, könnte ein Modellprojekt ermöglichen. Im schwäbischen Tübingen läuft derzeit ein Versuch, mit Corona-Schnelltests Lockdown-Beschränkungen zurückzunehmen. Im Gespräch mit dem BR-Politikmagazin Kontrovers klingt Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) begeistert und sagt: „Das geht auch in München.“

Der Test in Tübingen läuft seit Mitte März. Kinos, Theater und Restaurants mit Außenbereich dürfen seither für „Teilnehmer“ öffnen. Wer von den Lockerungen profitieren möchte, benötigt einen negativen Corona-Schnelltest - durchgeführt in offiziellen Teststationen der Stadt.

„Wir haben in den ersten 14 Tagen keinen Anstieg in der Inzidenz gesehen, wir haben die Infizierten herausgefischt. Die Superspreader gehen uns ins Netz“, frohlockt OB Palmer. Der Andrang sei inzwischen so groß, dass man die Tickets für auswärtige Besucher limitieren müsse.

Corona-Lockdown: München als „Modellkommune“? Reiter aufgeschlossen, Söder zweifelt noch

Auch in Bayern sollen acht „Modellstädte“ etabliert werden, die kontrollierte Öffnungen vornehmen dürfen. Die Testphase soll in den zwei Wochen nach Ostern stattfinden. Und zwar unabhängig von der Inzidenz, wie Ministerpräsident Markus Söder am Mittwoch im Landtag herausstrich.

Mehrere Städte haben bereits ihr Interesse signalisiert, darunter auch München. Die Auswahl der acht Modellregionen soll im Lauf der kommenden Woche erfolgen, erklärte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstag. „Wir hätten schon vor Monaten diesen Weg des Freitestens gehen können, aber auf Bundesebene hat das niemand hören wollen“, warb Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) vehement für das System der Modellkommunen.

Corona-Lockerungen für Teilnehmer von Modellprojekt: Auch Merkel signalisiert ihre Zustimmung

Er habe sich mit Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter schon vor Wochen über das Modellprojekt ausgetauscht, berichtet Palmer im BR-Gespräch: „Kollege Reiter hat mir gesagt, er würde schon gern eines machen, aber bekommt von der Staatsregierung keine Erlaubnis dafür.“ Söder hatte jüngst verlauten lassen, dass er Großstädte nicht zwingend geeignet für solche Vorstöße halte.

Am Donnerstag positionierte sich dann auch die Kanzlerin eindeutig. „Es ist keinem OB und Landrat verwehrt, das zu tun, was in Tübingen gemacht wird“, erklärte Angela Merkel (CDU) in ihrer Regierungserklärung. (lks)

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa/dpa-Bildfunk

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