Ein Jahresrückblick

Corona in München: Das Pandemie-Jahr im Überblick - Von den Demos bis zu den „Schanigärten“

Fast das gesamte Jahr 2020 war geprägt von einem Thema: Corona. Seit März bestimmt die Krankheit den Alltag der Münchner. Eine Chronologie.

  • München* befindet sich gerade mitten im harten Corona-Lockdown.
  • Nicht das erste Mal in diesem Jahr.
  • Ein Rückblick auf den Corona*-Frühling, den lockeren Sommer und die 2. Welle im Herbst.

München - Das Bild hat Symbolkraft: Statt Wiesnfestzelten, in denen das Leben pulsiert, steht zu Füßen der Bavaria eine Corona-Teststation. Das winzige Virus hat München im Griff, bringt Gastronomie, Hotellerie und den Kulturbetrieb weitgehend zum Erliegen und gefährdet Existenzen. Die Pandemie zwingt die Stadt in drei Lockdowns und bestimmt das gesellschaftliche Leben. Es bleibt die Hoffnung, dass der bald verfügbare Impfstoff dem Virus den Schrecken nimmt.

Testen statt trinken: Wo sonst zur Wiesnzeit das Schützenfestzelt steht, werden im Corona-Jahr 2020 Tests durchgeführt.

Corona in München: Die Stadt fährt im Frühling herunter

27. Januar: Die München Klinik nimmt den bundesweit ersten Patienten mit der Diagnose SARS-CoV-2 auf. 28. Februar: OB Reiter beruft einen Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) ein. 5. März: Erste Schulen und Kitas schließen. 11. März: Schließung der städtischen Bühnen, erste Teststation in der Bayernkaserne. 14. März: Schließung von Museen, Bibliotheken und VHS. 16. März: Bayern ruft den Katastrophenfall aus. Alle öffentlichen Veranstaltungen werden untersagt, Schulen, Kitas und Freizeiteinrichtungen geschlossen. Die Corona*-Teststation auf der Theresienwiese geht in Betrieb. 17. März: Die Fußball-Europameisterschaft wird auf 2021 verschoben.

21. März: Bayernweit tritt eine Ausgangsbeschränkung in Kraft. 24. März: Erste Auszahlungen der Soforthilfe Corona. 21. April: Absage des Oktoberfests. 22. April: Erste Welle: Die München Klinik behandelt 200 Corona-Patienten, davon 70 auf der Intensivstation. 25. April: Die Feuerwehr verteilt 80.000 Masken an den Schulen. 27. April: Die Abschlussklassen haben wieder Unterricht. 4. Mai: Die Stadtverwaltung nimmt den Parteienverkehr eingeschränkt wieder auf. 6. Mai: Die Ausgangsbeschränkung endet. Schrittweise treten Erleichterungen in Kraft. 13. Mai: Der Stadtrat gibt grünes Licht für „Schanigärten“. 6. Juli: Die Sportvereine dürfen wieder in den Schulsporthallen trainieren

Die „Schanigärten“ – Parkplätze, auf denen Wirte ihre Tische aufstellen dürfen –, sind Teil des Hilfspakets für die Gastronomie und kommen gut an, bis sie im Lockdown verwaisen. Obwohl knapp 800 Parkplätze wegfallen, will Grün-Rot sie dauerhaft ins Stadtbild integrieren – zumindest im Sommer.

Corona in München: Das öffentlichen Leben wird von Monat zu Monat weiter heruntergefahren

1./8. September: Kitas und Schulen starten mit Hygieneprogramm ins neue Schuljahr. 10. September: Die Stadt erlässt ein zeitlich begrenztes Alkoholverbot für sogenannte Hotspots. Ein erstes, flächendeckendes Verbot hatte der VGH am 2. September gekippt. 24. September: In der Innenstadt gilt eine Maskenpflicht. 28. September: Bundeswehrsoldaten unterstützen die Stadt bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen. 17. Oktober: Der Freistaat verschärft wegen steigender Infektionszahlen die Corona-Maßnahmen; Gaststätten müssen um 22 Uhr schließen. 30. Oktober: Christkindlmarkt und Stadtteil-Weihnachtsmärkte werden abgesagt, ebenso die Bürgerversammlungen für den Rest des Jahres.

2. November: Teil-Lockdown: Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen nach wenigen Monaten wieder schließen. Schulen und Kitas bleiben offen. 1. Dezember: Die Nachverfolgungsteams des Gesundheitsamts beziehen ein zentrales Quartier in den Messehallen. 9. Dezember: Die Staatsregierung ruft erneut den Katastrophenfall aus und erlässt Ausgangsbeschränkungen. München* überschreitet den Inzidenzwert von 200. Damit gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Die Schulen wechseln ab der 8. Klasse in den Distanzunterricht. 15. Dezember: Das Impfzentrum in der Messe München ist einsatzbereit. 16. Dezember: Bundesweiter Lockdown: Einzelhandel (außer Lebensmittel) und Friseure müssen bis 10. Januar schließen. Schulen und Kitas bieten nur noch eine Notbetreuung. Für Weihnachten und Silvester gelten Kontaktbeschränkungen, der Verkauf von Pyrotechnik ist verboten. 

Verfolgen Sie das Corona-Geschehen in München in unserem aktuellen News-Ticker*.

Corona-Demos in München halten die Polizei auf Trab

Ständiger Begleiter der Corona-Krise sind das ganze Jahr über Demonstrationen gegen die geltenden Beschränkungen. Die größte Kundgebung mit rund 10.000 Teilnehmern findet Mitte September auf der Theresienwiese statt. Viele Kritiker der Corona-Maßnahmen tragen keine Maske. Die Polizei* unterbricht daraufhin die Veranstaltung und fordert die Demonstranten auf, Mund und Nase zu bedecken.

Gehört auch zur Corona-Krise: Corona-Demos in München wie hier im September.

Die Mehrheit reagiert, doch es hagelt auch Anzeigen und Platzverweise gegen hartnäckige Maskenverweigerer. Im Vorfeld der Demos gibt es auch immer wieder gerichtliche Auseinandersetzungen zwischen der Stadt und den Veranstaltern über die zugelassene Anzahl der Teilnehmer. Zum Jahresende hin finden dann kaum noch Demos statt. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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Rubriklistenbild: © Marcus Schlaf

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