Das sind die Folgen, wenn die Zahlen weiter steigen

Corona: München vor 100er-Inzidenz - Diese Regeln und Maßnahmen gelten dann

Corona in München: Der Landeshaupstadt droht ein Ansteigen des Inzidenzwertes über 100. Wir erklären, was das für das Leben in München konkret für Folgen hätte.

Am Sonntag lag der Inzidenzwert noch knapp unter der Grenze: bei 98,8. Nun zeichnet sich ab: Diese Woche wird der maßgebliche Wert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner wohl gerissen. Dann muss München die Notbremse ziehen! Sie gilt aber nicht gleich an dem Tag, an dem das Robert-Koch-Institut die 100er-Überschreitung meldet. Der Wert muss an drei aufeinander folgendenen Tagen über 100 liegen, dann gibt die Stadt dies amtlich bekannt, und dann erst gelten die neuen Regeln am nächsten Tag. Konkret: Hätte München am Montag die Marke gerissen und das wäre bis Mittwoch so geblieben, hätten die Regeln voraussichtlich ab Freitag gestartet. Am Montag lag der Inzidenzwert jedoch noch einmal knapp unter der „magischen“ Grenze (97,3). Die tz zeigt die nahenden Regelungen im Detail:

Corona in München: Bei Inzidenz über 100 gilt Ausgangssperre

Ausgangssperre: Sie gilt dann zwischen 22 und 5 Uhr. Die Wohnung darf nur in Notfällen verlassen werden.

München muss diese Woche wohl die Notbremse ziehen. Dann gilt wieder die Ausgangssperre.

Treffen: Der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen und privaten Raum ist nur mit den Angehörigen des eigenen Hausstands und einer weiteren Person erlaubt. Ausnahme: Zwei Familien mit Kindern unter 14 Jahren dürfen sich bei der Betreuung helfen.

Bei einer Inzidenz über 100 ist nur noch Click & Collect, also das Abholen vorbestellter Waren, erlaubt.

Geschäfte: Click & Meet, also das Einkaufen im Laden mit Termin, ist wieder vorbei, nun ist nur noch Click & Collect, also das Abholen vorbestellter Waren, erlaubt. Ausnahmen sind: Lebensmittel, Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz- und Radlwerkstätten, Banken, Post, Reinigungen, Waschsalons, Blumenläden, Gartenmärkte, Baumärkte, Versicherungsbüros, Buchhandlungen, Friseure, Kosmetikbetriebe.

Müssen demnächst voraussichtlich wieder schließen: Geschäfte und Museen und der Tierpark.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Tierpark und Botanischer Garten: Sie müssen dann auch voraussichtlich ab Freitag wieder schließen.

Sport: Nur noch kontaktfreier Sport mit den eigenen Mitbewohnern oder einer Person aus einem anderen Hausstand ist erlaubt. Mannschaftssport ist wieder verboten.

Musikschulen: Instrumental- und Gesangsunterricht in Präsenzform ist untersagt.

Gottesdienste: Sie bleiben mit den bestehenden Hygienemaßnahmen (FFP2-Masken-Pflicht, 1,5-Meter-Abstand, kein Gemeindegesang) erlaubt.

Wenn wegen eines zu hohen Inzidenzwertes die Notbremse gezogen werden muss, gibt es in Kitas nur noch die Notbetreuung.

Kitas, Kindertagespflegestellen: Immer freitags gibt die Behörde je nach Tageswert bekannt, ob die darauffolgende Woche geöffnet ist. Diese Woche ist also wohl noch bis Donnerstag geöffnet, ab nächste Woche gibt es im Notbremse-Fall nur noch die Notbetreuung.

Schulen: Ob und wie sie nach den Ferien wieder öffnen, entscheidet sich am 9. April. Bleibt die Inzidenz über 100, sind alle Schüler im Distanzunterricht, außer Abschlussklassen, Q11 am Gymnasium, 11. Klasse FOS und 4. Klassen der Grundschulen und Förderzentren. Hier dürfen aber nur negativ getestete Schüler am Präsenzunterricht teilnehmen.

Alten- und Pflegeheime: Ab einem Wert von 100 müssen die Beschäftigten an mindestens zwei Tagen die Woche getestet werden.

Spielplätze unter freiem Himmel bleiben geöffnet, für Kinder nur in Begleitung von Erwachsenen.

Gastronomie: weitere Öffnungen wurden ohnehin bis Ende der Osterferien (11. April) ausgesetzt. Erlaubt ist nach wie vor die Abgabe und Lieferung von Speisen und Getränken.

Schwimmbäder, Bordelle, Spielhallen, Clubs und Diskos bleiben nach wie vor geschlossen.

Mögliche Ausnahme: Mit einem Szenario könnte München die Verschärfung der Regeln umgehen: Nämlich, wenn die Landeshauptstadt vom Bayerischen Gesundheitsministerium als Modellkommune ausgewählt wird, könnten einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens nach Ostern mit einem strengen Test- und Hygienekonzept für die Dauer von 14 Tagen aufmachen. Die Entscheidung darüber fällt Anfang dieser Woche. ast, kv

Die Polizei hatte in München am Wochenende gut zu tun - bereits am Freitagabend mussten diverse Plätze und Straßen in der Stadt geräumt werden, weil sich teils über 500 Personen auf engstem Raum versammelt hatten.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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