Weihnachten, Silvester und Kitas

Corona in München: Harter Lockdown ab Mittwoch - Das sind die neuen Regeln

Corona in München: Ein Polizeiwagen fährt über den menschenleeren Marienplatz im Zentrum der Stadt. Im Hintergrund ist der geschmückte Weihnachtsbaum vor dem Rathaus zu sehen.
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München geht in den harten Corona-Lockdown (Symbolfoto).

Im Corona-Hotspot München gelten bereits nächtliche Ausgangssperren. Das öffentliche Leben wird aber ab dem Mittwoch weiter komplett heruntergefahren. Hier finden Sie die neuen Corona-Regeln im Überblick.

  • In München gilt bereits eine nächtliche Ausgangssperre. Ab Mittwoch (16. Dezember) gelten jedoch weitere strengere Regeln.
  • Der harte Corona-Lockdown betrifft u.a. Schulen sowie Kitas, den Einzelhandel und Silvester.
  • Was sich in München ändert finden Sie hier.

München - Die Beschlüsse der bayerischen Regierung sind folgenschwer. München ist ein Corona-Hotspot. Die Corona-Fallzahlen hoch. Die 7-Tage-Inzidenz liegt momentan bei 229,3, teilt die Stadt am Sonntag mit. In der Landeshauptstadt gilt seit Donnerstag (10. Dezember) ein striktes Alkoholverbot. Der Aufenthalt von 21 bis 5 Uhr außerhalb der eigenen Wohnung ist auf wenige Ausnahmen untersagt, da der kritische Wert von 200 laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) überschritten wurde. Nun müssen sich die Münchner auf weitere Einschränkungen gefasst machen. Eltern trifft es hart, auch wenn es eine Notfallbetreuung geben soll. Silvester fällt für Freunde des Feuerwerks komplett aus.

Corona in München - Harter Lockdown - Das ändert sich

Kontakte

Private Treffen sind weiterhin auf den eigenen und einen weiteren Haushalt, in jedem Fall aber auf maximal fünf Personen zu beschränken. Kinder bis 14 Jahre sind hiervon ausgenommen.

Weihnachten

Vom 24. bis 26. Dezember werden mehr Kontakte möglich. Die Länder sollen in Abhängigkeit vom jeweiligen Infektionsgeschehen in dieser Zeit Treffen mit einem Haushalt und vier weiteren Personen über 14 Jahre zulassen. Diese müssen aus dem „engsten Familienkreis“ kommen. Gemeint sind Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft, außerdem Verwandte in gerader Linie, Geschwister, Geschwisterkinder und deren jeweilige Haushaltsangehörigen. Hinzu kommen Kinder bis 14 Jahre.

Ausgangssperren

In Bayern gelten ab Mittwoch strikte nächtliche Beschränkungen. Die bisherige Ausgangssperre von 21.00 bis 5.00 Uhr in Hotspots mit einer Inzidenz von über 200 werde man nun „für ganz Bayern machen“, wie Söder sagte, da das Land nun insgesamt über diesem Wert liege. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist dann nur noch aus ganz wenigen triftigen Gründen erlaubt. München hatte zuletzt die wichtige Grenze von 200 bei der 7-Tage-Inzidenz unterschritten.

Einzelhandel

Der Einzelhandel wird ab Mittwoch bis 10. Januar geschlossen. Ausnahmen gelten für Geschäfte, die den täglichen Bedarf decken. Dazu zählen Lebensmittelläden, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Drogerien, Tankstellen, Bank und Post.

Friseure

Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseursalons, Kosmetikstudios, Massagepraxen oder Tattoo-Studios werden geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Podologie/Fußpflege bleiben dagegen weiter möglich.

Gottesdienste

Gottesdienste in Kirchen, Synagogen und Moscheen sowie die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften sind nur zulässig, wenn der Mindestabstand von 1,5 Meter gewahrt werden kann. Es gilt Maskenpflicht auch am Platz, der Gemeindegesang ist untersagt.

Schulen/Kitas

Schulen sollen grundsätzlich geschlossen werden, oder die Präsenzpflicht wird ausgesetzt. Während etwa Mecklenburg-Vorpommern die Vorgabe nicht ganz so streng umsetzen will, sind in Bayern Schulen und Kitas ab Mittwoch definitiv zu. Es wird eine Notfallbetreuung sichergestellt und Distanzlernen angeboten. Für Abschlussklassen können gesonderte Regelungen gelten. Für Eltern von Kita-Kindern werden zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, bezahlten Urlaub zu nehmen.

Arbeitsplatz

Arbeitgeber werden dringend gebeten zu prüfen, ob Unternehmen entweder durch Betriebsferien oder großzügige Homeoffice-Lösungen geschlossen werden können.

Alkohol

Der Konsum in der Öffentlichkeit ist untersagt. Verstöße werden mit Bußgeld geahndet.

Silvester

Der Verkauf von Pyrotechnik vor Silvester wird generell verboten. An Silvester und Neujahr gelten bundesweit ein An- und Versammlungsverbot sowie ein Feuerwerksverbot auf viel besuchten Plätzen. Wichtig: Auch an Silvester gilt in Bayern die Ausgangssperre.

Heime

Für Alten- und Pflegeheime sowie mobile Pflegedienste sollen besondere Schutzmaßnahmen getroffen werden. Der Bund unterstützt diese mit medizinischen Schutzmasken und durch die Übernahme der Kosten für Antigen-Schnelltests. Die Länder werden eine verpflichtende Testung mehrmals pro Woche für das Personal anordnen. In Regionen mit erhöhter Inzidenz soll der Nachweis eines aktuellen negativen Corona-Tests für Besucher verbindlich werden.

Am 5. Januar wollen Bund und Länder erneut beraten. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) machte deutlich, dass der Bund mit erweiterten Corona-Hilfen Firmen und Jobs schützen will. Sie hätten einen Umfang von rund elf Milliarden Euro pro Monat. Er nannte die harten Maßnahmen erforderlich: „Das Virus macht keine Ferien.“

Das bayerische Kabinett muss am Montag (14. Dezember) den harten Corona-Lockdown rechtlich umsetzen. Der bayerische Landtag will den Lockdown dann endgültig am Dienstag in einer neuerlichen Sondersitzung beraten und beschließen. Die Mehrheit gilt hier aber wie schon bei der Abstimmung vor weniger als einer Woche als sicher, da die Regierungsfraktionen von CSU und Freien Wählern bereits vorab in die Planungen eingebunden sind. Es ist zudem davon auszugehen, dass erneut auch zumindest die Grünen den Kurs mittragen werden. Bei der Abstimmung am vergangenen Dienstag hatten nur SPD, FDP und AfD gegen die Pläne der Regierung gestimmt. Alle Entwicklungen lesen Sie hier in unserem aktuellen Corona-Lockdown-Ticker. (mbe) dpa

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