Immer wieder Beschwerden

Ärger über „untragbare Zustände“: Jetzt gibt es neue Impf-Pläne für München - Umsetzung aber unklar

Das Warten hat scheinbar kein Ende: lange Schlangen vor dem Impfzentrum in der Messe Riem
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Das Warten hat scheinbar kein Ende: lange Schlangen vor dem Impfzentrum in der Messe Riem.

Corona-Impfungen in München laufen alles andere als rund. Nun will die SPD mobile Teams in Altenheime entsenden, während die CSU Hausärzte und Busse ins Spiel bringt.

München - Der Ärger um das Impfzentrum in Riem geht weiter. Mehrere Dutzend Leser beschweren sich schriftlich oder am Telefon über „untragbare Zustände“. Offenbar müssen immer noch viele Menschen vor der Halle warten, es mangelt an Sitzmöglichkeiten für die über 80 Jährigen. Die Verwaltung hatte am Mittwoch angekündigt, die Situation zu verbessern. Auch aus der Politik gibt es dazu Ideen.

OB Dieter Reiter* (SPD) sagte: „Bereits seit Impfbeginn setzt die Landeshauptstadt mobile Impfteams in Alten- und Behinderteneinrichtungen ein. Wir versuchen gerade alles, um darüber hinaus möglichst bald auch Impfungen mobilitätseingeschränkter Bürger außerhalb des Impfzentrums an der Messe anbieten zu können.“ Die Forderung hatte die SPD-Fraktion bereits Mitte Januar aufgestellt. In den Münchner Alten- und Servicezentren sowie in den Seniorenwohnanlagen könnten kleinere Impfzentren eingerichtet werden. „Zudem brauchen wir dringend eine Lösung für daheimlebende Pflegebedürftige“, sagte Fraktionschefin Anne Hübner.

Corona in München: Pläne für mobile Impfteams - Umsetzung jedoch noch unklar

Das Gesundheitsreferat hat hinsichtlich der Alten- und Servicezentren bereits ein Konzept erarbeitet, um dort zu impfen. Die Logistik und die Durchführung sollen die mobilen Teams übernehmen, die bereits die Impfungen in den vollstationären Pflegeeinrichtungen durchführen. „Einen Starttermin können wir derzeit nicht nennen, da noch Fragen geklärt werden müssen“, sagt eine Sprecherin des Referats. Insbesondere erlaube derzeit das Online-Portal keine Vergabe von Impfterminen außerhalb des Impfzentrums in der Messe. In wie vielen und in welchen ASZ geimpft werde, steht noch nicht fest. „Langfristig ist geplant, dass auch Hausärzte Impfungen gegen das Coronavirus* anbieten können“, sagte Reiter. „Dazu muss noch die Problematik hinsichtlich Kühlung, Lagerung und Transport der Impfstoffe geklärt werden.“

München mit „nächstem Impfdesaster“? CSU fordert Einbeziehung von Hausärzten

Die Einbeziehung der Hausärzte war zuerst von der CSU gefordert worden, deren Fraktionsvize Hans Theiss sagte: „Hierfür sollten impfende Hausärzte auch priorisiert geimpft werden. Dem europäischen und nationalen Desaster bei der Beschaffung des Impfstoffs darf nicht das nächste Desaster bei der Impfstrategie vor Ort folgen.“ Theiss kann sich darüber hinaus vorstellen, die mobilen Impfteams auch zu den älteren Menschen nach Hause zu schicken, wenn diese nicht in der Lage sind, das Haus zu verlassen.

Darüber hinaus hatte die CSU den Einsatz von Impfbussen vorgeschlagen. Denn viele Senioren mieden den öffentlichen Nahverkehr aus Angst vor einer Infektion*, sagt Stadträtin Alexandra Gaßmann. „Wir brauchen deshalb mobile Impfbusse und Angebote für eine sichere Anreise speziell für Risikogruppen.“ Außerdem wünscht sich die Union weitere Impfzentren in der Stadt, um das Geschehen zu entzerren. Denkbar wäre beispielsweise ein Zentrum im Olympiapark. *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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