tz-Report vom Verkaufsstart in den Supermärkten

Corona in München: Schnelltests blitzschnell futsch - Einzelhandel verspricht Nachschub

Wer am Samstag in München einen Corona-Schnelltest abgreifen wollte, musste schnell sein. Der Ansturm auf die Test-Sets im freien Verkauf war groß. Die tz hat sich bei den Käufern umgehört.

Samstagmorgen, Aldi-Markt an der Theresienstraße: Der große Ansturm beginnt! Am Wochenende gab es den Startschuss für den Verkauf der ersten Corona-Selbsttests in den Supermärkten. Die tz war dabei.

7.30 Uhr: Eine Schlange an Wartenden hat sich vor dem Aldi-Markt gebildet. Die Türen öffnen sich, die Kunden hetzen ins Innere. Innerhalb der nächsten halben Stunde folgen viele weitere.

München: Corona-Schnelltests sind nach Verkaufsstart schnell vergriffen

Gestresster Blick und gehetztes Abspringen vom Fahrrad, das zuweilen auch mal unabgesperrt vor dem Laden verbleibt, sind Erkennungsmerkmale der Testjäger. Die meisten von ihnen sind trotz aller Hast leer ausgegangen. Viele berichten verärgert, dass nur rund zehn Tests im Markt lagen. Die reichten trotz der Regel, dass jeder nur einen Test kaufen durfte, keine fünf Minuten.

Anstehen bei Aldi: Die ersten Kunden kamen schon am frühen Morgen, um eines der begehrten Test-Sets (li.) zu ergattern.

„Erst groß anpreisen und dann gibt es gar keine Tests“, schimpft ein älterer Herr, als er frustriert den Laden verlässt. Die Verkäufer müssen viele verärgerte Kunden beschwichtigen. Aldi bittet um Verständnis: Bereits „in der nächsten Woche“ rechne man mit neuen Lieferungen von Corona-Selbsttests.

Eines dieser Sets umfasst fünf Tests. Preis: 24,99 Euro, also günstiger als die bisherigen Schnelltests an den Teststationen, die einzeln schon über 30 Euro kosteten.

Corona-Selbsttests: Ärzte haben Befürchtungen

Aber nicht nur deswegen ist der Ansturm auf die Selbsttests so groß. Viele schätzen auch, dass man sich nun nicht mehr die Tortur des rachentiefen Nasenabstrichs antun muss. Das Aldi-Produkt sammelt sein Testmaterial mittels eines minimalinvasiven Nasenabstrichs. Das heißt, dass er nur 2,5 Zentimeter tief in der Nase abgenommen wird.

Trotzdem befürchten Ärzte, dass viele Menschen den Test falsch machen und so ein negatives Ergebnis trotz Corona-Infektion erhalten.

Demnächst gibt es die Selbsttests auch in anderen Geschäften: Im Lidl- Onlineshop sei er „demnächst bestellbar“. Edeka, Rewe und Rossmann wollen nachziehen. Der dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer prognostiziert, dass wohl schon diesen Dienstag Schnelltests in den Regalen stehen. In den Apotheken sollen die Tests auch bald verfügbar sein. Zeitpunkte für den Verkaufsstart wurden noch nicht genannt.

Peter Schlingensief

Christoph (40), IT-Beschäftigter

München: Auf der Jagd nach Corona-Schnelltest Glück beim 2. Versuch

Ich war vorher beim Aldi am Hauptbahnhof. Der hat um sieben aufgemacht und da war nichts mehr zu holen. Jetzt bin ich schnell hierher geradelt und habe noch einen ergattert! Ich habe meine Eltern seit Silvester nicht mehr gesehen und freue mich sehr, sie zu treffen. Bei den anderen Testangeboten in München ist es schwer, an Termine zu kommen – jetzt mach ich das daheim.

Christoph (40), IT-Beschäftigter

Ferdinand Jackus (31), Uhrmachermeister

Corona-Schnelltest in München ergattert: Gerüstet für Geburtstag

Ich brauche den Schnelltest unbedingt, weil meine Mutter Geburtstag hat. Da bin ich sehr froh, noch einen ergattert zu haben. Ich habe schon mit einer längeren Schlange gerechnet. Trotzdem musste ich extra früh aufstehen, um noch einen zu bekommen. Den Preis finde ich voll okay. Bisher hat ein Schnelltest ja so zwischen 20 und 40 Euro gekostet.

Ferdinand Jackus (31), Uhrmachermeister

Alex Marohn (37), Bibliotheksfachangestellte

Corona-Schnelltest war schon vergriffen: Leider leer ausgegangen

Schade, ich habe keinen Test mehr bekommen. Ich habe jetzt einen bestellt, mal schauen, wenn die ankommen. Ich traue mir schon zu, dass ich den Selbsttest richtig mache und kein fälschlich negatives Ergebnis bekomme. Außerdem mache ich den Test lieber selbst, weil meine vorigen Corona-Tests sehr unangenehm waren.

Alex Marohn (37), Bibliotheksfachangestellte

Rubriklistenbild: © Astrid Schmidhuber

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