Minister mit klarer Ansage

Söders Regierung hält trotz häufiger Corona-„Null-Inzidenz“ an Verboten fest - Das sorgt für Unverständnis vieler

Sitzung des bayerischen Kabinetts: Markus Söder (Ministerpräsident, CSU) blickt zu Michael Piazolo (Kultusminister, Freie Wähler).
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Sitzung des bayerischen Kabinetts: Markus Söder (Ministerpräsident, CSU) blickt zu Michael Piazolo (Kultusminister, Freie Wähler).

Die Corona-Zahlen in München sinken weiter rapide. Die bayerische Regierung um CSU-Chef Söder hält jedoch, trotz Kritik, weiter strikt an Lockdown-Maßnahmen fest.

München - Der Trend hält an. Die Corona-Zahlen in München, Bayern und Deutschland sinken immer weiter. Die Anzahl der Landkreise in der Bundesrepublik, die eine 7-Tage-Inzidenz von Null aufweisen, steigt rasch an. Insgesamt sechs Landkreise in Bayern verzeichnen mittlerweile laut RKI „No-Covid“, also eine Inzidenz von 0,0. Dazu zählen die Landkreise Coburg, Roth, Regen, Freyung-Grafenau, sowie die Städte Weiden in der Oberpfalz und Straubing. Für München zählt das RKI (Stand: 23. 6) eine Inzidenz von 8,8 - Tendenz sinkend.

Corona: No-Covid in Bayern? Söders Regierung hält an Lockdown-Maßnahmen fest

Die Bayerische Regierung um CSU-Chef Söder verkündete auf einer Pressekonferenz am Dienstag, 22. Juni, man werde trotz der positiven Entwicklung weiter den Weg der Umsicht und Vorsicht verfolgen. An einigen Lockdown-Maßnahmen werde daher strikt festgehalten. Im Anschluss an die Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung in München fand Gesundheitsminister Klaus Holetschek klare Worte. Ein Journalist hatte gefragt, ob in Anbetracht der aktuellen Lage eine Öffnung von Kneipen und Clubs denkbar sei. „Nein“, so lautete die kurze und umso klarere Ansage des Ministers. Trotz guter Zahlen seien besonders Innenräume weiter riskante Begegnungsstätten, die besonders in Anbetracht der Delta-Variante, die als hoch ansteckend gilt, mit Vorsicht zu genießen seien. Die politische Entscheidung gegen die Öffnung von Feierstätten stoßt jedoch auf große Kritik.

Corona: Nach klarer Holetschek-Ansage - Heftige Kritik für Lockdown-Maßnahme

Beim bayerischen Hotel- und Gaststättenverband fordert man vehement „die kontrollierte Öffnung von Clubs und Diskotheken mit Schutz- und Hygienekonzepten“. Für Geimpfte, Genesene und Getestete sei ein sicherer, verantwortbarer Betrieb möglich, eventuell zunächst mit reduzierten Kapazitäten, sagt Landesgeschäftsführer Thomas Geppert. „Das zeigen auch Beispiele aus anderen Ländern.“

Die Öffnung, so argumentiert er, sei „ein wichtiges Signal gerade an unsere jüngeren Menschen“. Die Erfahrung zeige: „Die Menschen treffen sich zum Feiern. Die Frage ist doch nur, will ich das irgendwo in einem ungeschützten Raum ohne jegliche Auflage und Nachverfolgbarkeit oder biete ich sichere Bereiche.“ Unterstützung bekommt er dabei von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), der Öffnungen für Getestete, Geimpfte und Genesene im Sommer für möglich hält. „Höchste Zeit, dass junge Menschen auch hierzulande wieder feiern können und dazu nicht in ausländische Partymeilen verreisen, die für uns nicht kontrollierbar sind.“

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