Angriffe auf Beamte

Corona in München: Ganze Stadt mutiert zu Freiluft-Party vor Feiertag - Polizei im Dauereinsatz

Bekanntes Motiv - zum Ärger der Polizei: Feiernde Münchner auf den Straßen in der Nacht, hier: Gärtnerplatz.
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Bekanntes Motiv - zum Ärger der Polizei: Feiernde Münchner auf den Straßen in der Nacht, hier: Gärtnerplatz.

Es war zu erwarten und doch toppt das Ausmaß nochmal alle vorangegangenen Party-Nächte: Ganz München wurde zur Feiermeile - trotz geltender Corona-Regeln. Die Polizei war im Dauereinsatz.

München - Feiertag am nächsten Tag bedeutete auch schon vor Corona volle Straßen und Plätze in der Landeshauptstadt an lauen Sommerabenden. Doch die gestaute Feierlust der Münchner scheint sich nun an diesen ersten wirklich warmen Abenden dieses unendlich langen Corona-Jahres geballt zu entladen. So erreichte in der Nacht auf Fronleichnam (Donnerstag, 3. Juni) die Outdoor-Party im gesamten Stadtgebiet München* einen vorläufigen Höhepunkt.

Sehr zum Ärger der Polizei München. Denn die Beamten müssen - ob sie wollen oder nicht - dafür sorgen, dass die geltenden Corona*-Verordnungen inklusiver aller Freiheitseinschnitte eingehalten werden. Je mehr Menschen an einem Ort, je mehr Alkohol noch dazu, desto schwieriger wird diese Aufgabe bis hin zur Unmöglichkeit.

Zum überwiegenden Teil handelte es sich laut Polizei München* um kleinere Ansammlungen mit um die zehn bis 30 Personen, die allerdings regelmäßig den Unmut der Anwohner auf sich zogen, weil sie eben feierten. Mit Musik aus tragbaren Boxen, mit Alkohol und mit lauten Stimmen. Einige Party-Hotspots gab es allerdings auch. Ein Überblick über die Corona-Einsätze der Polizei in der Nacht auf Donnerstag.

Wedekindplatz: 150 Menschen trinken Alkohol trotz Verbot und halten Abstände nicht ein

Am Wedekindplatz* befanden sich gegen 23 Uhr ca. 150 Personen, welche zum Teil trotz bestehenden Verbots alkoholische Getränke konsumierten und gegen die geltenden Hygienevorschriften verstießen, indem sie die nötigen Abstände zueinander nicht ordnungsgemäß einhielten. Die Polizei forderte die Feiernden dazu auf, den Platz zu räumen. Diesen Aufforderungen kamen alle Personen ohne Beanstandungen nach, sodass sich am Wedekindplatz gegen 23.45 Uhr keine Personen mehr aufhielten.

Odeonsplatz: 250 Münchner in Party-Laune am Eingang zum Hofgarten

Die rund 250 Feiernden am Odeonsplatz* waren laut Beamten „teils erheblich alkoholisiert“, wohl auch wegen der späteren Stunde, es war bereits gegen 1.45 Uhr, als die Polizei eintraf und eingriff. Auch hier wurde es viel zu laut und freilich gab es nicht mehr viele Corona-Abstände zwischen den einzelnen Gruppen. Und hier ging es nicht mehr so glimpflich aus wie zuvor am Wedekindplatz. Die Polizei musste „in insgesamt 150 Fällen unmittelbarer Zwang in Form von Schieben und Drücken angewendet werden“.

Insgesamt wurden bei dem Polizeieinsatz am Odeonsplatz, der 03.30 Uhr beendet war, vier Gewahrsamnahmen durchgeführt, elf Anzeigen nach der Infektionsschutzverordnung und sechs Anzeigen wegen Beleidigungen gegenüber Polizeibeamten erstattet.

Ludwigstraße: 100 Party-Münchner auf den Stufen der Kirche

Im Bereich der Ludwigstraße, auf den Stufen der dortigen Ludwigkirche, hielten sich gegen 00:45 Uhr ca. 100 Personen auf, konsumierten Alkohol, hielten die vorgeschriebenen Hygieneabstände nicht ein und hörten zum Teil lautstark Musik. Aufgrund der Tatsache, dass die Personen an dieser Örtlichkeit zunächst ebenfalls nicht bereit waren, den Aufforderungen der Polizei, die Treppen an der Ludwigkirche eigenständig zu verlassen, wurde durch die Einsatzkräfte in ca. 50 Fällen unmittelbarer Zwang in Form von Schieben und Drücken angewendet. Gegen 01.45 Uhr wurde der Polizeieinsatz beendet, nachdem sich alle anwesenden Personen vollständig entfernt hatten.

Was die Polizei nicht angeht, aber deutlich für alle Morgenspaziergänger erkennbar ist: Die Party-Kolonnen hinterlassen auch beträchtlich viel Müll.*

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