Zoo unter Druck

Corona-Krise trifft Münchner Tierpark hart: Folgt unpopuläre Maßnahme? Hellabrunn nimmt jetzt Stellung

Tierpark Hellabrunn in München leidet unter der Corona-Pandemie. Aktuell sind die Tore für Besucher geschlossen.
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Der Tierpark Hellabrunn in München leidet unter der Corona-Pandemie. Aktuell sind die Tore für Besucher geschlossen.

Trotz Corona-Krise will der Tierpark Hellabrunn in München die Ticket-Preise nicht erhöhen. Das teilte der Zoo jetzt offiziell mit.

  • Die Corona-Pandemie hat den Tierpark Hellabrunn in München getroffen.
  • Der Zoo ist finanziell unter Druck.
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Update vom 11. November, 14.25 Uhr: Aufatmen bei Tierpark Hellabrunn - Besuchern: Wie der Zoo mitteilt, sind im Moment keine Erhöhungen der Ticket-Preise geplant.

Tierpark Hellabrunn: Trotz Corona-Krise - keine Preis-Erhöhung geplant

Auch die Aufsichtsratsvorsitzende und Bürgermeisterin Verena Dietl äußerte sich: „Die Eintrittspreise für den Tierpark bleiben stabil. In der jetzigen Krisenzeit dürfen wir die Münchnerinnen und Münchner nicht zusätzlich belasten. Es ist mir wichtig, dass sich auch Familien und Menschen mit geringem Einkommen einen Besuch im Tierpark leisten können – in diesen besonderen Zeiten mehr denn je.“ 

Erstmeldung vom 9. November 2020

München - Mehr zahlen für den Zoo-Besuch: Nach Informationen unserer Redaktion will der Tierpark Hellabrunn die Eintrittspreise erhöhen. Vertreter der Politik sollen nicht begeistert sein, allen voran die Aufsichtsratsvorsitzende Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD). Wie weiter zu erfahren war, hatte sie Zoo-Chef Rasem Baban gebeten, das Thema nicht auf die Tagesordnung zu setzen. Jetzt steht es dennoch darauf, der Aufsichtsrat soll am Mittwoch entscheiden.

Corona-Krise in München: Tierpark Hellabrunn droht Insolvenz

Der Tierpark Hellabrunn ist durch die Pandemie finanziell angeschlagen. Er hatte wegen Corona zwischen März und Mai fast zwei Monate schließen müssen*. Im Anschluss wurde ein überschaubares Kontingent an Besuchern zugelassen. Zoo-Chef Rasem Baban hatte im Juni Alarm geschlagen: „Wenn wir jetzt nicht mehr Besucher reinlassen dürfen, muss ich Ende September Insolvenz anmelden.“ Nach den zu dieser Zeit geltenden Auflagen durfte Baban täglich nur 4.400 Besucher auf das Gelände lassen, einen pro zehn Quadratmeter Zoofläche. „Das bleibt ein schleichender Tod und sehr enttäuschend“, sagte er damals. Es würden auch die Besucher gezählt, die keinen Eintritt bezahlen wie kleine Kinder oder Jahreskartenbesitzer. Babans Appell, den Besucherschlüssel zu ändern auf einen Besucher pro fünf Quadratmeter, wurde erst im August erhört – zu spät, um die Jahresbilanz noch zu retten.

Die Stadt reagierte, bewilligte dem Tierpark finanzielle Hilfen im höheren einstelligen Millionenbereich und gab auch ihren Segen, mit Mitteln aus der Baurücklage das geplante neue Löwengehege zu verwirklichen*. Ohne dieses Gehege müsste Hellabrunn mittelfristig die Löwenhaltung einstellen.

Tierpark Hellabrunn von Corona gebeutelt: Das sollen die Tickets für den Zoo kosten

Dass der Zoo nun erneut auf der Suche nach mehr Einkommen ist, kann nicht überraschen, denn mit dem Teil-Lockdown sind auch die Zootüren für November wieder dicht. Nach Informationen unserer Zeitung will Baban die Preise ab 1. Februar anheben, Erwachsene würden demnach für die Tageskarte 17 statt 15 Euro zahlen. Der Eintritt für Kinder stiege von sechs auf sieben Euro. Die Jahreskarte für Erwachsene würde 59 statt 49 Euro kosten. Das Gleiche gilt für die Jahreskarte für kleine Familien. Der Preis für die Karte für große Familien soll 118 statt 98 Euro betragen – zunächst. Denn die Familientageskarten sollen ganz abgeschafft werden.

Uneins: Tierparkchef Rasem Baban will die Eintrittspreise anheben, Aufsichtsratschefin Verena Dietl ist dagegen.

München: Reaktionen auf geplante Preiserhöhung im Tierpark Hellabrunn

Verena Dietl wollte sich am Montag nicht zu den Plänen nicht äußern, eine Presseanfrage beim Tierpark blieb unbeantwortet. Ein Rathaus-Insider sagte aber: „Wir wollen die kostengünstigen Möglichkeiten für Familien auf jeden Fall erhalten.“ Überdies sei eine Preiserhöhung inmitten der Lockdown-bedingten Schließung deplatziert. Ferner werde die Stadt den Zoo nicht finanziell im Regen stehen lassen. „Es war und wird nie ein Thema sein, dass wir den Tierpark hängen lassen. Selbst wenn die Stadt gerade finanziell schwieriger aufgestellt ist.“

Preis-Hammer beim Tierpark und beim ÖPNV

Nicht nur der Tierpark will die Preise anheben, auch der ÖPNV wird teurer. Der Münchner Verkehrsverbund (MVV) hatte bereits angekündigt, die Preise für Tickets für U-Bahn, S-Bahn, Bus und Tram um durchschnittlich 2,8 Prozent zu erhöhen. Die Anpassung greift zum Fahrplanwechsel im Dezember. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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