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Corona-Video aus Pathologie sorgt für Wirbel: LMU feuert Mitarbeiterin - und legt Klarstellung nach

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Von: Lukas Schierlinger

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LMU Klinikum München
Das LMU Klinikum hat sich ausdrücklich von den Aussagen einer Pathologie-Mitarbeiterin distanziert. © imageBROKER/Raimund Kutter via www.imago-images.de

Ein Video aus München schlägt aktuell hohe Wellen. Darin hetzt eine LMU-Mitarbeiterin gegen angebliche Corona-Maßnahmen „eines Ministeriums“.

Update 2. Dezember, 16.32 Uhr: Die Corona-Schelte einer LMU-Angestellten bietet weiter reichlich Gesprächsstoff. Auf ihrem Instagram-Profil teilt die Frau zahlreiche ermutigende Nachrichten, die sie offenbar infolge des Clips erreicht haben. Bezüglich der sich anbahnenden Freistellung kommentierte sie: „Keine Ahnung, was das genau heißt. Aber ich hoffe: Bezahlter Sonderurlaub.“

Ihren zentralen, im Video erhobenen, Vorwurf (siehe Ursprungsmeldung) möchte die Universität jedoch so nicht stehen lassen. Angaben der LMU zufolge sind sowohl PCR- als auch Schnelltests „für alle ungeimpften und geimpften Mitarbeitenden des LMU Klinikums nach wie vor kostenfrei“.

Corona-Video aus München: Klinik-Mitarbeiterin meldet sich aus Leichenhaus

Ursprungsmeldung:

München - „Ein Druck, ein Zwang, eine Volksverhetzung, eine Diskriminierung“: Mit deutlichen Worten klagt eine Mitarbeiterin des LMU Klinikums über eine vermeintliche Corona-Verordnung der bayerischen Staatsregierung. Das Video ihrer knapp fünfminütigen Tirade aus München verbreitet sich auf Instagram und hat Folgen. „Eine fristlose Kündigung wird auf den Weg gebracht“, informiert die LMU via Twitter.

In ihrem Instagram-Clip nutzt die Mitarbeiterin der Pathologie eine „Sonderregelung eines Ministeriums“ als Aufhänger. Demnach müssten ungeimpfte Mitarbeiter von Krankenhäusern und Universitäten künftig einen PCR-Test vorweisen - auf eigene Kosten. Auf welche Verordnung sie sich bezieht, bleibt allerdings unklar. Auf jeden Fall sei sie „heftig angepisst“, erfahren die Zuhörer.

„Wir haben den Notstand in Deutschland nicht wegen Corona, sondern wegen des Fachkräftemangels“, erklärt die Frau in ihrem Video-Beitrag. Es werde infolge der anfangs angesprochenen „Verordnung“ zu einer Kündigungswelle von ungeimpften Klinikmitarbeitern kommen, so ihre Prognose.

LMU nach Corona-Video aus München schockiert: Mitarbeiterin wird gefeuert

Dass die LMU-Mitarbeiterin ihre Thesen aus dem Leichenkühlhaus verbreitet, schockiert viele Instagram-Nutzer - wenngleich sich unter dem Beitrag auch zustimmende Einordnungen finden. In der Querdenker-Szene wird der Clip fleißig geteilt, die Universität verurteilt ihn aufs Schärfste.

„Die LMU hat mit größtem Befremden von dem von einer Mitarbeiterin des Pathologischen Instituts der Medizinischen Fakultät online gestellten Video erfahren. Die LMU distanziert sich aufs Schärfste vom Inhalt des Videos“, ist einer Stellungnahme von Mittwochabend (1. Dezember) zu entnehmen.

Corona-Appell der LMU: „In derzeitiger Lage kommt es auf Rücksicht aller an“

Gegen die betreffende Mitarbeiterin sei bereits ein Hausverbot ausgesprochen worden und man habe sie mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben entbunden. Eine fristlose Kündigung werde die Folge sein. „In der derzeitigen Lage kommt es auf die Umsicht und Rücksicht aller an, um kranken Menschen bestmöglich zu helfen und das stark belastete Personal im Gesundheitswesen zu unterstützen. Die Verbreitung von solchen Videos trägt dazu sicherlich nicht bei“, schließt die LMU ihr Statement.

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