Öffentlicher Nahverkehr während der Pandemie

MVG profitiert von Corona-Maßnahmen: Pünktlichkeit und Nachfrage schwankten im Lockdown extrem

Dank des Coronavirus gab es beim MVG so gut wie keine Verspätungen.
+
Dank des Coronavirus gab es beim MVG heuer so gut wie keine Verspätungen.

Während des Corona-Lockdowns im Frühjahr waren historisch wenige Fahrgäste mit dem MVG unterwegs. Das hatte auch Auswirkungen auf die Pünktlichkeit.

  • Im April nutzten wegen Corona* nur sehr wenige Menschen den Öffentlichen Nahverkehr.
  • Inzwischen hat sich die Lage wieder annähernd normalisiert.
  • Voll ausgelastet sind U-Bahnen, Busse und Trams dennoch nicht.

München - Während des ersten Lockdowns waren die öffentlichen Verkehrsmittel so pünktlich wie lange nicht. Und das, obwohl die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) den Betrieb trotz der kaum vorhandenen Nachfrage nahezu regulär aufrechterhalten hat.

Während des Corona-Lockdowns im April lag die Pünktlichkeit fast bei 100 Prozent

MVG-Sprecher Matthias Korte sagte der tz: „Der April fällt sofort ins Auge.“ 96,5 Prozent der U-Bahnen waren im Schnitt pünktlich, bei der Tram waren es 83,5 Prozent, beim Bus 84,1 Prozent. „Damals war das Fahrgastaufkommen wegen der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen am geringsten“, sagt Korte. Außerdem waren auf den Straßen in München* auch weniger Autos unterwegs.

Die Nachfrage nach den öffentlichen Verkehrsmitteln betrug im April nur 27 Prozent. Im Februar lag sie noch bei 100 Prozent – mit der Folge, dass nur 80,9 der Trams und 80 Prozent der Busse pünktlich waren. Bei der U-Bahn waren es 93 Prozent.

Mittlerweile haben sich die Werte eingependelt, die Nachfrage allerdings ist nach wie vor nicht bei 100 Prozent. „Insgesamt haben wir bei der MVG derzeit knapp 1,2 Millionen Fahrgäste pro Tag. In normalen Zeiten verzeichnen wir rund zwei Millionen“, sagt Korte. Jeder zweite bis dritte Fahrgast fehlt mithin.

Die Gründe für hohe Pünktlichkeit sind vielfältig

Die Gründe sind vielfältig: Homeoffice, keine öffentlichen Großveranstaltungen wie etwa Konzerte. Es gibt kaum Touristen oder Geschäftsreisende. Außerdem verzichten mitunter Menschen derzeit auch darauf, sich wegen der Pandemie in die öffentlichen Verkehrsmittel zu setzen.

Im September lag die Nachfrage bei 68 Prozent, die Pünktlichkeit beim Bus betrug 76,1 Prozent, bei der Tram 79,5 Prozent und bei der U-Bahn 92,6 Prozent. Bei den Verkehrsbetrieben werden Verspätungen ab 120 Sekunden berücksichtigt.

Kortes Fazit: „Die Entwicklung zeigt die Abhängigkeit von externen Einflüssen, wie dem Autoverkehr, sowie vom Fahrgastaufkommen. Bei hoher Auslastung und hoher Fahrzeugzahl steigt die Wahrscheinlichkeit kleinerer Unregelmäßigkeiten, zum Beispiel beim Fahrgastwechsel. Das führt zu einem Dominoeffekt.“ *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Auslastung und Pünktlichkeit bei der MVG im Jahr 2020

Alles in %JanuarFebruarMärzAprilMaiJuniJuliAugustSeptember
U-Bahn90,893,095,296,595,595,393,993,292,6
Tram-80,982,983,582,881,178,081,179,5
Bus80,180,081,684,180,578,977,579,576,1
Nachfrage10010059274157706468

Verfolgen Sie die Corona-Entwicklung in München in unserem aktuellen News-Ticker*.

Kommentare