Münchner Senioren sauer auf Behörden wegen Online-Terminvergabe & Telefon-Chaos

Corona: Pannen bei Homepage der Bayerischen Impfzentren - Münchnerin verärgert: „Es kann doch nicht sein, dass . . .“

Der Pieks der Hoffnung: Eine Ärztin zieht eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff der Mainzer Firma Biontech auf.
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Der Pieks der Hoffnung: Eine Ärztin zieht eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff der Mainzer Firma Biontech auf.

Viele Senioren fiebern ihrer Corona-Impfung entgegen. Auf dem Impfportal des Freistaats haben sich zum Start schon 130 000 Bayern angemeldet. Doch nach wie vor scheitern viele Münchner an der Online-Terminvergabe - wegen Pannen oder Schwachstellen der Homepage.

  • Viele Senioren fiebern einer Corona-Impfung entgegen, scheitern aber bei der Online-Terminvergabe.
  • Viele Münchner berichten von Pannen und Schwachstellen der Homepage.
  • Münchnerin sauer: „Unsere Senioren werden mit der Technik alleingelassen.“

Hier wird die ältere Generation mit der Technik alleingelassen.

Die Münchnerin Claudia R., die sich um einen Corona-Impftermin für ihre Eltern bemüht.

Münchner Ehepaar darf nicht dieselbe E-Mailadresse nutzen

Auf der Internetseite impfzentren.bayern des bayerischen Gesundheitsministeriums sollen sich Senioren für einen Impftermin gegen Sars-CoV2 registrieren. Doch dabei scheitern viele an der Technik, beispielsweise das Ehepaar R. aus Nymphenburg. Nachdem sich Horst R. reibungslos auf dem Portal registrieren konnte, verweigerte das Systemanschließend seiner Frau Renate die Registrierung. Der Grund: Die Eheleute dürfen nicht dieselbe E-Mail-Adresse nutzen. „Wir haben aber nur eine gemeinsame Adresse. Es kann doch nicht, dass ich diese nicht hernehmen darf“, berichtet Renate R. Jetzt muss sich die Seniorin eine eigene Email einrichten (lassen) - und das obwohl sie sich mit dem Internet wie viele Gleichaltrige schwer tun. Ihre Tochter Claudia findet: „Hier wird die ältere Generation mit der Technik einfach allein gelassen. Ich frage mich, was Senioren tun sollen, die keine Hilfe durch ihre Angehörigen haben.“

Telefonnummer der Landkreis-Behörde dauerbesetzt

Marie Louise B. (85) aus Oberschleißheim wiederum versucht seit Tagen, einen Termin am Unterschleißheimer Volksfestplatz zu ergattern. Es ist eins der drei Impfzentren des Landkreises und am nächsten zu ihrem Wohnort gelegen. Die Anmeldung über die Internetseite der Impfzentren klappte zwar, allerdings schickt sie das Computersystem zum Impfzentrum am Karsfelder See im benachbarten Landkreis Dachau.

Ich verstehe nicht, wozu die Behörden des Landkreises München extra eine Telefonnummer angeben, wenn man sowieso nie durchkommt.

Seniorin Marie Louise (85), die sich um einen Impftermin bemüht.

Ob diese Anlaufstelle auch wirklich die richtige ist, wollte Marie Louise B. bereits mehrfach durch eine kurze Rückfrage bei der Behörde klären - ebenso wie die Frage, wann überhaupt mit der Terminvergabe zu rechnen ist. Doch die Telefonnummer 089/31 20 344-22, die auf der Internetseite des Landkreises München angegeben wird, ist dauerbesetzt und praktisch nicht zu erreichen. Auf der Homepage https://landkreis-muenchen.impfzentrum.bayern/ gibt‘s lediglich folgende Info : „Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass derzeit nur wenige Termine buchbar sind. Wir bitten um Ihr Verständnis und danken Ihnen herzlich dafür.“ Marie Louise sagt: „Ich habe durchaus Verständnis dafür, dass noch nicht genügend Impfdosen zur Verfügung stehen, weil der Bund nicht genügend Impfstoff beschafft hat. Dafür kann ja der Landkreis nichts. Aber ich verstehe nicht, wozu die Behörden extra eine Telefonnummer angeben, wenn man sowieso nie durchkommt.“

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