Zehn neue Verordnungen greifen

Corona-Regeln nochmals massiv verschärft: Das gilt ab Mittwoch in München und Bayern

Für den Dezember und den Jahreswechsel gelten in Bayern schärfere Corona-Maßnahmen. Die von Markus Söder präsentierten Regeln erinnern an das Frühjahr.

München - Jetzt wird‘s knallhart! „Die Lage ist leider ernst. Es reicht einfach nicht - wir müssen handeln!“ Mit diesen Worten hat Ministerpräsident Markus Söder am Sonntag die neuen Verschärfungen der Corona-Maßnahmen begründet. Die tz erklärt, was die neuen Corona-Regeln, die ab Mittwoch in Kraft treten sollen, bedeuten:

Ausgangssperren: In bayerischen Hotspots mit einer Inzidenz (Infektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen) über 200 wird es nächtliche Ausgangsverbote zwischen 21 Uhr abends und fünf Uhr morgens geben. Diese Regel wird nur zwischen 23. und 26. Dezember aufgeweicht, um etwa den Besuch der Christmette zu ermöglichen. In München-Stadt lag die Inzidenz am Sonntag bei 190,8. Generell gelten in Bayern wieder die Ausgangsbeschränkungen wie im Frühjahr. Das heißt: Das Haus soll nur noch zum Arbeiten, Einkaufen oder für Arztbesuche verlassen werden. Aber Gassigehen mit dem Hund oder Sport im Freien bleibt erlaubt.

Bayerns Corona-Regeln: An Silvester gelten die gleichen Regeln wie vor Weihnachten

Silvester: Die ursprünglich zwischen Kanzlerin Angela Merkel und den Länder-Chefs vereinbarte Ausnahmeregelung für Silvester und die Zeit bis 5. Januar wird in Bayern gekippt. Das heißt: Nur fünf Leute aus zwei Haushalten dürfen sich treffen, die Party fällt flach. Bis zu zehn Personen aus mehreren Haushalten dürfen sich nur zwischen 23. und 26. 12. treffen.

Katastrophenfall: Wie schon im Frühjahr ruft Bayern wieder den Katastrophenfall aus. Damit darf die Bayerische Landesregierung auch Grundrechte einschränken - etwa die Versammlungsfreiheit, was auch die Ausgangssperren ermöglicht.

Bayerns Corona-Regeln: Nun doch wieder Wechselunterricht und Homeschooling

Schule: Ab Klassenstufe acht sollen die Klassen überall geteilt werden und in Wechselunterricht übergehen. Berufsschulen müssen ganz ins Homeschooling wechseln. Auch in Hotspots ab einer Inzidenz von 200 sollen die Schüler ab der achten Klasse komplett in den Distanzunterricht wechseln. Ausnahmen gelten für Abschlussklassen.

Alkohol: Glühwein-Verbot im Freien! Alkohol darf nicht mehr auf öffentlichen Plätzen genossen werden.

Geschäfte: In den Kaufhäusern und Shopping-Malls werden verstärkt Kontrollen durchgeführt, ob die zulässige Kundenzahl wirklich eingehalten wird.

Zweifel an den bisherigen Maßnahmen: Bayerns Ministerpräsident prescht mit schärferen Corona-Regeln einmal mehr vor.

Bayerns Corona-Regeln: Nur Pendler und Familienbesucher dürfen über die Staatsgrenze

Grenzverkehr: Die bisherigen Erleichterungen für den kleinen Grenzverkehr werden gestrichen. Das heißt: Zum Einkaufen oder für Freizeitvergnügungen darf man nicht nach Österreich oder Tschechien fahren. Nur Pendler und Besuche der Eltern bzw. der Großeltern sind weiter erlaubt.

Altenheime: Jeder Bewohner darf nur einen Besucher empfangen, der eine FFP2-Maske* tragen und einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen muss. Die Beschäftigten im Heim müssen sich zweimal die Woche testen lassen - bevorzugt nicht mit Schnelltests, sondern mit den sichereren PCR-Tests. Auch beim Krankenhausbesuch sind künftig FFP2-Masken vorgeschrieben.

Gottesdienste: Landesweit besteht bei allen Gottesdiensten künftig auch am Platz Maskenpflicht sowie ein Gesangsverbot.

Bayerns Corona-Regeln: Polizei und Bundeswehr soll Gesundheitsämter unterstützen

Gesundheitsämter: Bei Überforderung müssen sie Verstärkung durch Polizei- oder Bundeswehrkräfte anzufordern. Die Gesundheitsämter werden zudem verpflichtet, bayernweit einheitlich das digitale Programm Sormas zu verwenden.

Söder zeigte sich angesichts der nicht zurückgehenden Infektionszahlen skeptisch und betonte: „Der Impfstoff ist kein Zaubertrank, wo über Nacht alle Probleme gelöst sind.“ Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) gab sich hingegen optimistisch, dank der Verschärfungen ab 11. Januar wieder Gaststätten und anderes öffnen zu dürfen. Beide appellierten an Unternehmen, noch mehr Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken.

Die Bayern-SPD kritisierte die nächtlichen Ausgangssperren: „Das bringt nichts!“ Stattdessen forderte SPD-Gesundheitsexpertin Ruth Waldmann Maskenpflicht auch im Freien. (KR)

Nach dem von Ministerpräsident ausgerufenem Katastrophenfall für Bayern hat ein Münchner CSU-Stadtrat die Nase voll: In einem offenen Brief kritisiert er Söders Corona-Politik.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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