VerMalledeiter Urlaub

Die große Debatte: Trotz Corona-Pandemie nach Mallorca & Co. reisen? „Explodierende“ Gefahren

Reisen in Deutschland geht aufgrund der Coronabestimmungen nicht. Reisen ins Ausland sind dagegen sehr wohl möglich. Mia (73) und Kay (78) F., Rentner aus München, verreisen
+
Reisen in Deutschland geht aufgrund der Coronabestimmungen nicht. Reisen ins Ausland sind dagegen sehr wohl möglich. Mia (73) und Kay (78) F., Rentner aus München, verreisen.

Viele Münchner stellen sich eine Gewissensfrage: Ist es eine gute Idee, trotz Corona das Weite zu suchen? Auch wenn es erlaubt ist - von Reisen nach Mallorca und Co. wird abgeraten.

Endlich Urlaub – oder Lockdown ohne Ende? Das ist die Frage, die so vielen Menschen auf den Nägeln brennt. Und das war eine der Fragen, die am Montag beim Corona-Gipfel* für jede Menge Zoff gesorgt haben. Das Dilemma: Auf der einen Seite wünscht sich laut einer aktuellen Umfrage die Mehrheit der Deutschen (52 Prozent), dass Hotels und Restaurants zu den Osterferien wieder öffnen dürfen. Dass Reisen zumindest im eigenen (Bundes-)Land wieder möglich sind. Auf der anderen Seite steigen die Corona-Zahlen immer steiler an: Die gefürchtete dritte Welle rollt! Was also tun?

München oder ab ins Ausland? Kontakte vermeiden statt in der Welt rumgondeln

Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) forderte angesichts der vielen offenen Fragen eine neue Oster-Prognose zu Covid-19-Fällen* vom Robert-Koch-Institut. Und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz wird deutlich: „Wenn viele Menschen im großen Stil Osterurlaub machen, gefährdet das den Sommerurlaub von uns allen.“ Aber: Wäre ein großer Osterurlaub jetzt überhaupt erlaubt?

Wie am Montag aus Berlin zu hören war, wird der Lockdown bis 18. April* verlängert. Grundsätzlich gilt also: daheim bleiben, Kontakte reduzieren, nicht in der Welt herumgondeln. Die Bundesregierung appelliert: „Von nicht notwendigen, touristischen Reisen“ wird je nach Krisenstatus des Landes gewarnt oder abgeraten. Deutschlands Grenzen sind aber geöffnet, theoretisch können wir in viele Länder reisen.

Manche Staaten verweigern wegen Corona die Einreise, etwa die USA oder Australien. Manche Länder gelten als Risiko-oder Virus-Varianten-Gebiet. Die Rückkehr in die Heimat ist dann mit hohen Test- und Quarantäne-Auflagen verbunden.

München: Verlockende Reise-Angebote nach Mallorca - Eine verMalledeite Gewissensfrage

Deshalb ist der Deutschen liebste Ferieninsel Mallorca mit ihrer niedrigen Inzidenz von 25 so attraktiv als Oster-Urlaubsziel: Die Insel ist kein Risikogebiet – und Hotels sind, anders als seit Monaten bei uns, geöffnet. Als Reaktion haben Unternehmen wie TUI die Zahl ihrer Malle-Flüge nach oben geschraubt. Und die potenziellen Fluggäste stehen jetzt vor einer ­verMalledeiten Gewissensfrage…

Münchens Alt-OB mag Mallorca gar nicht so sehr - und warnt vor „explodierenden“ Gefahren

„Alles ist eine Frage der Vorsicht“, sagt Alt-OB Christian Ude (73), der glühender Griechenland-Fan ist und auf Mykonos sogar ein Ferienhaus besitzt. Dort war der Sozialdemokrat mit seiner Frau Edith aber schon lang nicht mehr. „Wir sind vergangenes Jahr komplett zu Hause geblieben“, erzählt er. Und auch für 2021 gibt es noch keine konkreten Pläne, nur wunderbare Ideen. Wie die Rückkehr nach Mykonos oder einen Segeltörn vor der Küste der Türkei. Aber: Alles zu seiner Zeit! „Wir planen noch nicht. Um nicht unsere eigene Frustration zu planen.“ Für den Fall, dass es wegen der Infektionslage* doch nichts wird mit einer großen Reise.

Ude kann verstehen, dass sich die Menschen nach Sonne, Strand und neuen Eindrücken sehen. Er erinnert aber auch daran, dass alle Experten einhellig von Reiseaktivitäten dringend abraten. Dass eine hohe Mobilität der Menschen die Gefahren „explodieren lassen“ könnte. Ude bringt das Dilemma – trotz allem berechtigen Fernweh – auf den Punkt: „Leichtsinn ist einfach nicht angesagt.“ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare