Plan für Herbst und Winter?

Künftig völlig neue Corona-Strategie? RKI legt wohl vielsagendes Papier vor - es würde alles verändern

Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler unterhalten sich mit Mund-Nasen-Schutz nach der gemeinsamen regelmäßigen Corona-Pressekonferenz in Berlin.
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Gesundheitsminister Jens Spahn (r.) und RKI-Chef Lothar Wieler.

In der Corona-Krise hingen so gut wie alle Entscheidung an einem Richtwert: der Inzidenz. Jetzt hat das Robert-Koch-Institut ein neues Papier vorgelegt, das einen Strategiewechsel vorsieht.

München/Berlin - Seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 bestimmt sie mehr oder weniger unser aller Leben: die Corona-Inzidenz. Stieg sie, wurden die Maßnahmen verschärft, fiel sie, war wieder mehr Normalität möglich. Im Frühjahr des Jahres präsentierte Kanzlerin Merkel einen Stufenplan, er sah vor, Lockerungen und Schließungen bundesweit an Inzidenzen zu koppeln - geltend für alle. Nun habe man, so die einhellige Meinung, jedoch eine andere Phase der Pandemie erreicht. Insgesamt 56,1 Prozent der Bevölkerung in Deutschland (Stand: 12. August) haben den vollständigen Impfschutz. Das verändere die Gefahren-Lage, so die Meinung vieler. Jetzt hat das RKI ein Papier vorgelegt, was genau diesen Paradigmenwechsel in der Pandemie-Bekämpfung beinhaltet. Erst vor wenigen Tagen hatte die Ministerpräsidentenkonferenz weiter an der Inzidenz für gewisse Regeln festgehalten.

Corona: RKI legt „Strategie-Wechsel-Papier vor - mehr Indikatoren für den Herbst

Wie der Business Insider berichtet, habe das Robert-Koch-Institut der Bundesregierung bereits im Juli ein sechsseitiges Papier vorgelegt, was demnach bisher ignoriert worden sein soll. Im Schreiben, das als „Strategiewechsel“ betitelt wird, soll demnach das alleinige Beachten der Inzidenz als Maßstab für Regelungen erweitert werden. Nun sollen drei Bereiche berücksichtigt werden, um die Pandemie-Lage bewerten und somit mit Regeln bestimmen zu können. Neu dazu kämen demnach: Die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz, sowie die Intensivstation-Kapazität. Laut des Berichts sollten Lockerungen nur dann zurückgenommen werden, wenn mindestens zwei der drei Faktoren für die nächste Warnstufe erreicht sind.

Corona in Deutschland: Inzidenz als alleiniges Merkmal bald geschichte? RKI legt Papier vor

Der vom RKI vorgeschlagene Strategiewechsel würde demnach wie folgt greifen: Liegt die Inzidenz bei über 200 sowie bei mehr als zwölf Schwerkranken pro 100.000 Einwohnern oder einem Anteil von mehr als zwölf Prozent Covid-Erkrankter an der Intensivstation-Kapazität würde die Warnstufe 3 gelten. Dann würden wieder schärfere Schutzkonzepte in Kraft treten, etwa, dass sich ungeimpfte getestete Personen nicht mehr im Innenbereich von Restaurants aufhalten dürfen („2G statt 3G“). Die Warnstufe 2 gelte dagegen, wenn beispielsweise die Inzidenz zwischen 101 und 200 liegt und es sieben bis 12 Schwerkranke pro 100.000 Einwohner gibt.

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