Mittlerweile zehn infizierte Arbeiter

Weitere Corona-Fälle im Schlachthof München: Schweineschlachtung wird ausgesetzt

Schlachthof München
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Die Schweineschlachtung wird vorerst eingestellt

Weitere Corona-Fälle im Münchner Schlachthof. 20 Mitarbeiter der Schicht befinden sich im Moment in Quarantäne. Die Schlachtung ist vorerst ausgesetzt.

München - Die Fälle von Corona-Infektionen im Münchner Schlachthof nehmen zu. Nachdem das Gesundheitsreferat am Freitag auf Nachfrage unserer Zeitung vier positive Fälle von Mitarbeitern aus München gemeldet hatte, sprach die Verwaltung am Montag von sechs weiteren Infizierten, die nicht aus München sein sollen. Inzwischen sind 20 Mitarbeiter der Schicht in Quarantäne, es steht damit zu wenig Personal zur Verfügung, um den Münchner* Betrieb aufrechtzuerhalten. Die Schweineschlachtung wird vorerst ausgesetzt.

Corona: Infizierte im Schlachthof - Schlachtung vorerst ausgesetzt

Die Mitarbeiter hätten sich laut Stadt nicht während der Arbeit infiziert. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass sich auch ein Mitarbeiter des Veterinäramtes infiziert hatte, zwei weitere sind in Quarantäne. Weil es zu wenig Überwacher gibt, war der Schlachtbetrieb ohnehin auf eine Schicht zurückgefahren worden. Jeden Tag gibt es normalerweise eine Rinder- und eine Schweineschlachtung.

Corona: Weitere Fälle im Schlachthof München: Schweineschlachtung wird ausgesetzt

Die Münchner Bundestagsabgeordnete Nicole Gohlke (Linke) kritisiert, dass „immer wieder Fleischbetriebe im Mittelpunkt von Corona-Masseninfektionen“ stehen. Schuld seien ein zu geringer Arbeitsschutz und mangelhafte Hygienekonzepte. „Vielerorts werden in der Fleischindustrie Arbeiter ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit und Arbeitsschutz für Billigfleisch ausgebeutet. Auch der neueste Fall zeigt: Fehlende Überwachungskonzepte haben dafür gesorgt, dass sich viele Arbeiter angesteckt haben.“

Jetzt müsse aufgeklärt werden, wie es zu massenhaften Ansteckungen kommen konnte und daraus die richtigen Schlüsse gezogen werden. „Es braucht kostenfreie Tests, ausreichend Hygienemaßnahmen und ein schnelles Durchgreifen durch Schließen des Betriebs bei auftretenden Infektionen. Wir brauchen einen solidarischen Lockdown, der die Lohnabhängigen, Kranken und Einkommensschwachen besser schützt - in der Freizeit und in den Betrieben.“ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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